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Bad Doberan Premiere für Klatschweiber
Mecklenburg Bad Doberan Premiere für Klatschweiber
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11:00 03.04.2019
Brigitte Schnieders Bilder in Neubukow. Quelle: Thomas Hoppe
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Neubukow/Retschow

Die „Klatschweiber“ im Format von 40 mal 80 Zentimetern fallen einem gleich rechts am Eingang zur seit gestern geöffneten neuen Sonderausstellung „Lebensfreude“ der Heinrich-Schliemann-Gedenkstätte ins Auge. Das Acryl-Bild hat Birgitte Schnieders aus Retschow gemalt. „Die Klatschweiber sind entstanden. Das ist eine Fadentechnik. Dabei entsteht ein Bild, wo sie vorher gar nicht wissen, was das wird: Erst kommt die Farbe, dann die Fäden drauf und schließlich wird die Leinwand oder das Papier auf alles gedrückt“, erläutert die Frau, die sich seit 1995 intensiv mit der Malerei beschäftigt. Ein ganzes Jahrzehnt lang nahm Brigitte Schnieders an Malkursen der Rostocker Kunstschule „ARTthus“ teil. Noch heute besucht sie ein Mal jährlich bei einem Künstler oder einer Künstlerin einen Malkurs.

Gegenüber von besagten Klatschweibern hängt in Neubukow am Brink ein Schnieders-Gemälde auf dem Segelboote mit einem gemalten Text kombiniert wurden: „Höre das Schreien der Möwen und das Rauschen des Meeres, sodass Deine Sorgen mit dem Wind fortgeblasen werden.“ Die neue Schau am Brink bietet abstrakte Bilder, Möwen, Wasser, Pflanzen, Landschaften – „Ich male so, wie es kommt, wie ich Lust habe. Meine Bilder drücken meine Lebensfreude aus. Manchmal weiß ich, was ich will, dann wieder nicht – es kommt oft aus dem Bauch heraus“, sagt dazu die Künstlerin, die sich seit vielen Jahren auch erfolgreich an der Aktion „Kunst offen“ immer zu Pfingsten beteiligt: „Bilder können Entspannung für den Maler und den Betrachter bringen.“

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Auf Neubukow kam sie dank einer Vermittlung durch die Kröpeliner Stadtbibliothekarin Elke Peters. „Ich hatte vor zwei, drei Jahren mal in Kröpelin ausgestellt und dann hat sie mir ihre Hilfe angeboten“, erinnert sich Brigitte Schnieders.

In der Schliemann-Gedenkstätte sind auch Retschower Keramiken zu sehen: „Mein Mann macht ja neuerdings mit. Eine Motivkugel mit dem Fischkutter ,Seeadler’ ist zum Beispiel ausgestellt. Darauf bin ich auch sehr stolz. Sie müssen mal seine Kugel zum 800. Rostock-Jubiläum sehen!“

Harry Schnieders – ein gelernter Dreher und langjähriger Heizung/Sanitär-Berufsschullehrer – soll vor zwei Jahren „plötzlich“ angefangen haben – „ohne mein Wissen“, wie seine Frau sagt – zu töpfern.

Wie Harry Schnieders gestern in der seit November 2017 existierenden Retschower „Galerie-Werkstatt“ zeigt, hat er mittlerweile schon mehrere Motivkugeln gefertigt – den Großteil nach Aufträgen, aber auch solche, wie die Rostocker Jubiläumskugel aus dunklem Ton, die das Stadtwappen, den Wasserturm, das Rathaus und die alte Nikolaikirche zeigt. Auf die Frage, ob jemand in Rostock dieses Werk kenne antwortet er trocken: „Nee,warum? Es war meine allererste Kugel und ich war noch nicht perfekt – das muss man besser können.“

Dann zeigt er glasierte hellere Exemplare mit dem Molli, mit dem Doberaner Münster – Exemplare die wohl bald in Althof zu sehen sein werden.

Die Neubukower Schau ist bis zum 5. Juni geöffnet.

Thomas Hoppe

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