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Bad Doberan Prosa und Politik in der Kunsthalle
Mecklenburg Bad Doberan Prosa und Politik in der Kunsthalle
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13:43 14.05.2019
Franz N. Kröger bereitet derzeit in der Kunsthalle eine Ausstellung mit Plakaten von Klaus Staeck vor. Die sind dort auch käuflich zu erwerben. Quelle: Cora Meyer
Kühlungsborn

Prosa und Boogie: Gleich zwei neue Veranstaltungsreihen plant der Kunsthallenchef Franz Norbert Kröger für das kommende Jahr. „Solche Blöcke merken sich die Leute“, sagt der Galerist. „Das hat einen Wiedererkennungswert.“

Bewährt habe sich das bei den Pianotagen, deren neunte Auflage zu Beginn dieses Monats endete. „Das war wieder toll“, sagt der Kunsthallenchef. Fast jedes Konzert sei ausverkauft gewesen. Das erhofft er sich auch für das Jazz-Meeting ab dem 17. Juli. „Wir konnten weltweit bekannte Künstler dafür gewinnen.“ Das gelte auch für das Internationale Gitarrenfestival vom 16. bis zum 24. August. Das sei inzwischen bei Musikern eine feste Größe. „Viele kommen von sich aus auf uns zu und wollen hier spielen.“

Musiker wollen nach Kühlungsborn

Der Galerist hat sich aber über die Jahre auch ein Netzwerk aufgebaut, über das er mit Musikern in Kontakt kommt. „Die Künstler werden bei mir behandelt wie Könige“, sagt er. Sie würden in Kühlungsborn anständig bezahlt und gut untergebracht. „Das merken sich diese Leute.“

Neben dem Niveau des Festivals, so Franz Kröger, sei dafür auch die Lage der Kunsthalle direkt am Meer verantwortlich. „Da bin ich wirklich privilegiert“, sagt er. Die Lage spielt auch beim Publikum eine Rolle. Viele reisten extra deswegen aus ganz Deutschland an und würden den Besuch der Veranstaltungen mit einem Urlaub in dem Ostseebad verbinden.

Inspiriert durch Fridays for Future

Insgesamt 60 Konzerte und Ausstellungen stellt der Kunsthallenchef im Jahr auf die Beine. Momentan bereitet er eine Schau des Künstlers Klaus Staeck vor. Er macht politische Kunst auf großformatigen Plakaten. „Dabei hebt er nicht den Zeigefinger. Er stellt Dinge dar und jeder Betrachter macht sich dann seine eigenen Assoziationen.“ Klaus Staeck beschäftigt sich unter anderem mit Globalisierung, Umweltverschmutzung und sozialen Medien. Insgesamt 50 seiner Werke werden vom 18. Mai bis zum 23. Juni in der Kunsthalle hängen.

Entstanden ist die Idee zu der Ausstellung durch ein Gespräch mit seiner 17-jährigen Enkelin über die Fridays-for-Future-Demonstrationen. Er fände es wichtig, dass junge Menschen für ihre Ziele auf die Straße gehen. „Man muss aber immer auch beide Seiten sehen.“ Beispielsweise, welche Auswirkungen die Umstellung auf erneuerbare Energien auf Arbeitsplätze habe. Sobald das Thema stehe, macht er sich deutschlandweit in Museen und Galerien auf die Suche nach Bildern, die er dann nach Möglichkeit für die Kunsthalle leihe. Nicht immer sei das finanziell möglich. „Zum Glück unterstützt die Stadt uns. Das ist ein absolutes Privileg. Trotzdem können wir uns nicht für jedes Bild die Versicherung leisten.“

Künstler aus dem Vergessen holen

Neben der Ausstellung von Klaus Staeck freut sich Franz Kröger vor allem auf die Schau von Horst Sakulowski vom 31. August bis zum 20. Oktober. Er sei in der DDR aufgefallen, weil er die Führung oft mit seinen Werken provoziert habe. „Und er ist ein begnadeter Zeichner.“ Sowohl Staeck als auch Sakulowski sind bereits über 80 Jahre alt.

Eine Motivation für die Auswahl der Künstler sei für Franz Kröger auch, einige Künstler aus der Vergessenheit zu holen. „Wer einmal berühmt war, bleibt es nicht ewig.“ Er fände es erschreckend, wie wenige Künstler den Menschen in dieser Zeit ein Begriff sind. „Das fällt mir gerade bei den Jungen auf.“ Die seien für Galerien und Museen nur schwer zu erreichen. Das sei ihm ebenfalls im Gespräch mit seiner Enkelin bewusst geworden. „Die sagte mir: ,Opa, unsere Wirklichkeit ist eine andere. Wir gucken ganz anders.‘“

Digitalkünstler kommt im Sommer

Es kämen natürlich auch immer wieder junge Künstler dazu. Einer von ihnen ist Till Nowak, der vom 29. Juni bis zum 25. August in Kühlungsborn ausstellt. Der Digitalkünstler stammt aus Bonn. Er macht neben Grafikdesign auch Filme. „Das wird etwas ganz Besonderes“, sagt Franz Kröger.

Cora Meyer

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