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Bad Doberan Protest gegen geplanten Gehweg
Mecklenburg Bad Doberan Protest gegen geplanten Gehweg
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16:12 22.10.2018
Jürgen Hilbers vor seinem Haus an der Heiligenhäger Straße. Einen neuen Gehweg hält der 65-Jährige hier für überflüssig. Quelle: Lennart Plottke
Heiligenhagen

Ein geplanter Gehweg, der auf Widerstand stößt: Im Juni hatten Satows Gemeindevertreter grünes Licht für einen Neubau entlang der Heiligenhäger Straße in Heiligenhagen gegeben – von der Bushaltestelle Richtung Satow bis zur Einmündung Waldweg. Begründung: Fußgänger sollen künftig nicht zwischen den Straßenseiten hin und her wechseln müssen. Ein Anliegen, das offenbar an den Wünschen einiger Anwohner vorbeigeht. „Davon sind lediglich drei Häuser und 20 Leute betroffen“, erklärt etwa Jürgen Hilbers, der sich seit Jahren für einen Geh- und Radweg stark macht. „Allerdings auf der südlichen Seite – direkt vor unseren Häusern ist ein Bürgersteig vollkommen überflüssig.“

Auf ihrer September-Sitzung hatten die Abgeordneten den Plänen des Straßenbauamtes Stralsund zugestimmt, südlich der L 10 einen straßenbegleitenden Radweg zwischen Satow und Heiligenhagen zu bauen und damit den Lückenschluss zwischen Radegast und Stäbelow zu vollziehen. „Das ist auch richtig so“, stellt Hilbers klar. „Mit dem Fahrrad von den östlichen Ortsteilen Richtung Satow zu gelangen, wird aufgrund des zunehmenden Straßenverkehrs immer schwieriger und gefährlicher.“

Dennoch sei es den Anwohnern durchaus möglich, diesen Weg künftig zu nutzen, ist Hilbers überzeugt: „Das geht doch in den anderen Ortsteilen auch – in der gesamten Gemeinde befindet sich der Geh- und Radweg mit wenigen kurzen Ausnahmen südlich der L 10.“ Warum es in Heiligenhagen jetzt einen zusätzlichen Gehweg geben müsse, erschließe sich ihm nicht, sagt der 65-Jährige und sieht viele der betroffenen Anlieger hinter sich: „Die Ortsteilvertretung hatte sich doch im Sommer nach langer Diskussion dafür ausgesprochen, einen neuen Gehweg nur von der Bushaltestelle entlang des Gemeindezentrums bis zum Wokrenter Weg zu bauen.“

Bürgermeister sieht „Schildbürgerstreich“

Genau das könne man aber niemandem erklären, meint Satows Bürgermeister Matthias Drese (SPD): „Der Gehweg würde plötzlich aufhören, und wir hätten bis zum Zugang Richtung Wald nur einen Trampelpfad – das wäre doch ein Schildbürgerstreich.“ Im Übrigen seien eben nicht nur die etwa 20 direkten Anwohner betroffen, stellt Drese klar: „Der Weg wird häufig auch von älteren Menschen genutzt – und die wollen hier auch künftig langgehen können.“

Argumente, die Jürgen Hilbers nicht nachvollziehen kann: „Viele Gemeindevertreter haben doch gar keine richtige örtliche Kenntnis – und sollen dann über für uns sehr wichtige Dinge entscheiden.“ Letztlich würden die Anwohner womöglich doppelt zur Kasse gebeten, befürchtet der gebürtige Heiligenhäger. 470 000 Euro soll der Bau des Gehweges kosten – gefördert mit 352 000 Euro durch den Landkreis Rostock: „Zwei Wege, zweimal Straßenbeleuchtungen – das muss doch alles finanziert werden.“

Eine Interessengemeinschaft von acht Grundstückseigentümern betrachte diese Ausgaben als Verschwendung von Finanzmitteln, so Hilbers: „Abgesehen davon, dass dieser Bürgersteig später auch instand gehalten werden muss.“ Wie dieser Unterhalt künftig aussehen könnte, sehe man am aktuellen Zustand des alten Gehweges und der maroden Straßenbeleuchtung.

Darüber hinaus ergebe sich aus den Bauplänen noch ein ganz praktisches Problem, macht Jürgen Hilbers deutlich: „Der neue Geh- und Radweg auf der nördlichen Seite wird aufgrund der ausladenden Baumwurzeln teilweise vier bis sechs Meter von der Landesstraße entfernt geplant. Auf unserer Seite soll der Weg einen Meter neben der Fahrbahn verlaufen – da muss man auf die ersten Unebenheiten nicht lange warten.“

Deshalb sei die Forderung der Interessengemeinschaft klar: „Nach Fertigstellung des südlichen Geh- und Radweges muss der alte Bürgersteig zwischen Waldweg und ehemaliger Molkerei zurückgebaut werden.“ Nach Auffassung von Bürgermeister Matthias Drese ein frommer Wunsch: „Es ist doch noch nicht mal klar, wann der neue Geh- und Radweg überhaupt gebaut wird – der Gehweg auf der nördlichen Straßenseite wird kommen.“

Lennart Plottke

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