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Bad Doberan Region Kröpelin: Drei neue Gebiete für Windkraftanlagen
Mecklenburg Bad Doberan Region Kröpelin: Drei neue Gebiete für Windkraftanlagen
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06:00 20.02.2019
Das Windkraftgebiet bei Jennewitz an der Landesstraße 122 soll aufgehoben werden. Quelle: Anja Levien
Biendorf

Drei neue Vorranggebiete für Windkraftanlagen sollen zwischen Kröpelin und Kirch Mulsow ausgewiesen, andere Gebiete angepasst, zwei gestrichen werden. Das sieht der dritte Entwurf der Fortschreibung der Raumentwicklungsplanung Region Rostock vor. Die Gemeinden können bis 29. März eine Stellungnahme abgeben. In diesen gibt es Zustimmung und Widerstand.

„Wir haben im Moment 50 bis 80 Kraniche bei uns auf dem Acker“, sagt Claudia Bock. Die Parchowerin ist mit mehreren Dorfbewohnern am Montagabend zur Gemeindevertretersitzung in Biendorf gekommen, um ihre Ablehnung gegen das geplante Vorranggebiet bei Parchow zum Ausdruck zu bringen. Auf 70 Hektar sollen hier Windenergieanlagen gebaut werden. „Wir wollen zum Ausdruck bringen, dass wir in der Art und Weise nicht für ein Windeignungsgebiet sind“, sagt Claudia Bock.

Einige Parchower sind zur Gemeindevertretersitzung in Biendorf gekommen, um ihre Ablehnung gegen das geplante Windeignungsgebiet vor ihrer Haustür zu äußern. Quelle: Anja Levien

Die Einwände seien vielfältig, reichten von Sichtbeeinträchtigungen über Infraschall bis hin zum Naturschutz. „Hier sind Nistvorkommen unter anderem vom Seeadler nachgewiesen worden“, sagt die Parchowerin Uta Jänike. Bereits 2016 seien Unterschriften gesammelt und Stellungnahmen eingereicht worden. Die Frauen kritisieren, dass das bei den eingegangenen Stellungnahmen für den zweiten Entwurf nicht aufgeführt wird. „Im Gegenteil, hier ist von Zustimmung die Rede, was falsch ist.“ Auch die Einwände der Gemeinde Biendorf fehlen.

Die Gemeinde Biendorf hat einen Beschluss, der sich gegen Windkrafteignungsgebiete ausspricht, erläutert Gemeindevertreter Martin Kiepura. Auf ihrer Sitzung haben die Gemeindevertreter bei einer Enthaltung diesen Beschluss bestätigt und wollen eine entsprechende Stellungnahme mit den Stimmen aus Parchow verfassen. Das soll im Bauausschuss am 4. März besprochen werden.

Bei Kirch Mulsow wird schon gebaut

50 Hektar zwischen Klein Mulsow, Garvensdorf und Ravensberg sollen ebenfalls als neues Vorranggebiet ausgewiesen werden. „Das Gebiet steht schon. Während der Planung wurden Tatsachen geschaffen“, sagt Bürgermeister Thomas Jenjahn. Die Gemeinde hat das bereits kritisiert. Maximal sechs Anlagen seien auf dem Gebiet zulässig, vier stehen schon, für zwei weitere seien die Anträge gestellt. „Das gemeindliche Einvernehmen ist ersetzt worden“, so Jenjahn. Am Donnerstag steht das Thema auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung. „Wir werden uns dazu noch mal äußern“, so Jenjahn.

Auch vor Brusow bei Kröpelin sollen 40 Hektar als Vorranggebiet ausgewiesen werden. Drei Protoypen stehen hier bereits. „Die Stadt Kröpelin hat einen Gestattungs- und Durchführungsvertrag mit dem Unternehmen geschlossen“, sagt Bürgermeister Thomas Gutteck. Im politischen Raum werde das Vorhaben als mehrheitlich positiv gesehen. Am Montag soll im Bauausschuss über den dritten Entwurf und eine Stellungnahme der Stadt beraten werden.

„Inwieweit Einwände der Gemeinden berücksichtigt werden können, muss in jedem Einzelfall abgewogen werden“, sagt Matthias Plehn vom Planungsverband Region Rostock. Es komme immer darauf an, womit solche Einwände begründet seien.

Carinerland profitiert von Windenergie

Die Gemeinde Carinerland profitiert seit Jahren von der Windenergie. „Das ist unsere Existenz“, sagt Bürgermeisterin Heike Chrzan-Schmidt. Dadurch habe die Gemeinde Einnahmen durch Pacht und Steuer. Zudem seien Gestattungsverträge abgeschlossen worden, beispielsweise Wegeausbau als Ausgleichsmaßnahme festgelegt worden. Noch hat die Gemeinde zum dritten Entwurf keine Stellungnahme abgegeben. Die Bürgermeisterin geht aber von einer Zustimmung aus. „Wir wollen repowern. Das ist für uns eine Einnahmequelle.“

Vorhandene Gebiete werden verkleinert

Während die Windkraftgebiete Jennewitz und Kröpelin aufgehoben werden, werden die vorhandenen Flächen bei Krempin und Neubukow angepasst, ebenso bei Brodersdorf, Radegast und Jürgenshagen. „Mit der geplanten Anpassung der Gebiete sollen hauptsächlich die Abstände zu den umliegenden Wohnorten erhöht werden“, teilt Matthias Plehn mit. Die Gebiete seien im Jahr 1999 festgelegt worden, die Anlagen seien zum Teil 15 bis 20 Jahre alt und müssten wahrscheinlich bald ersetzt werden, so Plehn. „Für diesen Fall soll jetzt Vorsorge getroffen werden. Die betreffenden Gebiete werden durch die Anpassung meist verkleinert und zum Teil auch etwas verschoben. Neue Anlagen dürfen dann nur noch innerhalb der neu festgelegten Grenzen errichtet werden.“ In der Summe gingen mit der Anpassung dieser Gebiete etwa 100 Hektar verloren, auf denen zukünftig keine neuen Anlagen mehr errichtet werden dürfen, alte müssten nach Ablauf der Nutzungszeit zurückgebaut werden. Dies betreffe rund die Hälfte der insgesamt 50 Windenergieanlagen, die heute in diesen Eignungsgebieten stehen.

Anja Levien

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