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Bad Doberan Seebrücke ist größtes Vorhaben
Mecklenburg Bad Doberan Seebrücke ist größtes Vorhaben
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06:03 11.12.2018
3,36 Millionen Euro sind für die Modernisierung der bisher recht schlichten Seebrücke geplant.
3,36 Millionen Euro sind für die Modernisierung der bisher recht schlichten Seebrücke geplant. Quelle: Lutz Werner
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Rerik

Das Ostseebad Rerik kann auch im Jahr 2019 mit einem ausgeglichenen Haushalt wirtschaften. Rund 3,5 Millionen Euro umfasst der Finanzhaushalt, in dem auch die Investitionen geplant sind. Die Stadtvertretung beschloss das Zahlenwerk in ihrer zurückliegenden Sitzung.

Vor der Beschlussfassung hatte Manfred Baumann, der langjährige Vorsitzende des Finanzausschusses, Grundsätzliches zur Haushaltslage der Stadt gesagt. „Wir können nicht nur alle Pflichtaufgaben wie Feuerwehr, Kita, Schulen und Instandsetzung erfüllen, sondern auch – im Umfang der vergangenen Jahre – freiwillige Aufgaben im sozialen Bereich finanzieren. Wir sind weiterhin in der Lage zu investieren – ohne neue Kredite aufnehmen zu müssen. Wir können auch für das Jahr 2019 von einer soliden finanziellen Ausstattung unserer Kommune sprechen“, so der Chef des Finanzausschusses.

Manfred Baumann (Vorsitzender des Finanzausschusses): „Wir können von einer soliden Finanzausstattung unserer Kommune sprechen.“ Quelle: Lutz Werner

Ein Zeichen für die solide finanzielle Situation sei auch „die im Landesvergleich sehr geringe investive Pro-Kopf-Verschuldung“ in der Stadt Rerik, so Baumann. 2018 betrug sie 796,99 Euro, im Haushaltsjahr 2019 soll die Pro-Kopf-Verschuldung durch weitere Kredit-Tilgungen auf 692,38 Euro gedrückt werden.

Bei den großen Investitionen falle auf, „dass wir sie teilweise – wie Neubau der Grundschule und Bau der öffentlichen Toiletten – von Jahr zu Jahr immer wieder in den neuen Haushalt übernehmen.“ Die Gründe für die Verzögerungen bei der Umsetzung der Projekte seien vielfältig, „aber wir sollten uns 2019 darauf konzentrieren, hier endlich zum Ergebnis zu kommen“, so Baumann.

Die bedeutendste Investition ist die Modernisierung der Seebrücke. 3,36 Millionen Euro sind dafür geplant. Gebaut werden kann mit einem hohen Anteil an Fördermitteln. Der Eigenanteil der Kommune beträgt 491 400 Euro. „Der Fördermittelantrag ist gestellt und wir hoffen jetzt auf die Bewilligung. 2019 sollten die Ausschreibung des Vorhabens und die Planung realisiert werden“, sagt Stefanie Quaas, die Leiterin der Kurverwaltung. Die 170 Meter lange Seebrücke soll – um Spaziergänger besser vor hohem Wellengang zu schützen – etwas angehoben werden. Der Brückenkopf soll doppelt so groß werden – mit Sitz-Terrassen, die auch für Veranstaltungen geeignet sind, einem separaten Bereich für Angler „und einigen innovativen Elementen auf dem Laufweg“, so Stefanie Quaas.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zuendeführung des Neubaus von sechs öffentlichen Toiletten. Die Toilette am Parkplatz auf dem Wustrower Hals konnte bereits in Betrieb genommen werden, die Häuschen am Haff-Spielplatz, in Roggow und an der Teufelsschlucht warten auf den Anschluss an die Leitungen, zwei weitere müssen noch aufgestellt werden. Gut eine Million Euro sind dafür – teils mit Übernahme aus 2018 – im Haushalt geplant. Auch hier gibt es einen hohen Anteil an Fördermitteln.

Die Erneuerung des Treppengeländers am Schmiedeberg ist eine der kleineren Investitionen. Quelle: Lutz Werner

Vier neue Kurabgabeautomaten (14 400 Euro), eine neue Weihnachtsdekoration (10 000), neue Spielgeräte (12 000), Sanierung der Gauben des Museumsgebäudes (16 000), Instandsetzung der Schutzhütten entlang der Radwege (13 000) und ein neues Geländer für die Treppen hinauf zum Schmiedeberg (4000) sind weitere Investitionen in die touristische Infrastruktur. Gleich mehrere Hunderttausend Euro – mit einem hohen Förderanteil – fließen in die weitere Verbesserung des Wander- und Radwegenetzes.

1,63 Millionen Euro (Förderanteil 75 Prozent) sind für den Umbau des ehemaligen ASB-Gebäudes zu einer modernen Grundschule vorgesehen. Ein Vorhaben, das allerdings schon seit Jahren als Planungsposition in den Reriker Haushalten auftaucht, bisher aber nicht vom Fleck gekommen ist.

Anders sieht das mit dem Neubau des Gemeindehauses in Russow aus. Der Rohbau steht, das Vorhaben soll 2019 vollendet werden. 563 500 Euro werden dafür investiert – verteilt auf die Haushaltsjahre 2018 und 2019.

Freiwillige Leistungen in den Bereichen Soziales und Bildung können im Umfang vergangener Jahre finanziert werden. Einen Zuschuss von insgesamt 4500 Euro gibt es für den Chor „Reriker Heulbojen“ und die Landfrauen. Insgesamt 16 000 Euro Sportförderung werden ausgereicht – an den SV Steilküste, den Segelverein „Alt Gaarz“ und an die Trainingsgruppe der DLRG. Für die Freie Schule gibt es eine Förderung von 30 500 Euro. Zuwendungen gibt es auch für den Jugendclub und die Betreuung der Senioren.

Lutz Werner