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Bad Doberan Reriker kämpfen für ihre Grundschule
Mecklenburg Bad Doberan Reriker kämpfen für ihre Grundschule
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15:36 24.05.2019
Vier Klassenzimmer und ein Computerraum befinden sich in der Grundschule Rerik. Sie liegt unmittelbar neben der Freien Schule. Quelle: Cora Meyer
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Rerik

Weil es zu wenig Erstklässler gibt, droht der Goethe-Grundschule in Rerik das Aus. Um die Schließung zu verhindern, sammelt der Schulelternrat jetzt Unterschriften in Geschäften und im Internet. Bereits in der ersten Woche haben etwa 400 Menschen die Petition unterzeichnet.

Einsatz für die Schule

Seit 2005 ist die Goethe-Grundschule als „Kleine Grundschule auf dem Lande“ anerkannt. Fünf Lehrer unterrichten über 80 Schüler. Unterstützt werden sie von einem Referendar und einer weiteren Kraft, die ein freiwilliges soziales Jahr absolviert.

Angedacht ist, Grundschule, Hort und Freie Schule in einem Gebäude zusammenzulegen.

Die Petition des Elternrates läuft auch auf dem Internetportal www.change.org. Am 12. Juni lädt der Schulelternrat die Einwohner zu einem Informationsabend in der Kösterschün ein. Beginn ist um 19 Uhr

„Bisher gab es meistens Ausnahmegenehmigungen von der Stadt Neubukow. Das ist momentan schwierig“, sagt die Vorsitzende Dana Boryczka. Aber dort wolle man selbst eine dreizügige Schule bauen. „Deshalb ist jetzt der Kampf um jedes Kind entbrannt.“ Die für einen Ort zuständige Schule legt der Landkreis fest. „Soll ein Kind anderenorts zur Schule gehen, ist ein Antrag bei der Heimatgemeinde zu stellen“, sagt Sprecher Michael Fengler.

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Eltern und Großeltern engagieren sich ehrenamtlich

Früher seien beide Schulen nach Angaben der Vorsitzenden des Schulelternrates gegenseitig kulant gewesen. „Wir haben auch Anträge von außerhalb des Einzugsgebietes.“ Das seien beispielsweise Eltern, die in Rerik arbeiten aber in Neubukow wohnen. „Die konnten ihre Kinder zu uns bringen.“ Und ähnlich habe man das auch in Neubukow gehandhabt. „Es geht ja auch um die Betreuung am Nachmittag.“ Die Grundschule Rerik ist seit Kurzem eine volle Halbtagsschule. Das bedeutet, es gibt auch Angebote am Nachmittag.

Ausnahmeregelung greift in Rerik nicht

„Momentan werden jedes Jahr zwischen 21 und 23 Jungen und Mädchen in Rerik eingeschult“, sagt Dana Boryczka. 20 sind nötig, um eine Klasse aufrechtzuerhalten. Das ist im Schulgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern festgelegt. „In diesem Jahr fehlt dazu beispielsweise einer. Das kann es doch nicht sein“, sagt die zweifache Mutter. Eine Ausnahme dafür gibt es im Landesschulgesetz nur, wenn die Schulwege zu einer anderen Schule für die Mädchen und Jungen unzumutbar weit sind. „Dann könnte eine Grundschule auch mit weniger Kindern bestehen bleiben“, sagt Michael Fengler.

Wenn eine Klasse aufgelöst würde, müssten die verbliebenen Erstklässler nach Angaben des Reriker Bürgermeisters Wolfgang Gulbis jahrgangsübergreifend unterrichtet werden – also mit der zweiten Klasse zusammen. „Das wären dann 39 Schüler in einem Raum“, sagt er. „Das kriegen die Lehrer nicht mehr hin.“ Und auch die Schulen in Neubukow und Kröpelin seien nicht in der Lage, die Reriker Kinder aufzunehmen. „Die haben auch keinen Platz und nicht genug Lehrer.“ Wenn das Land alle Schulstandorte erhalten wolle, solle es sich auch eindeutig zu Rerik bekennen, sagt Wolfgang Gulbis.

Aus einer ähnlichen Situation ist auch die Freie Schule in Rerik entstanden. „Ende der 90er-Jahre gab es den Plan, Regionalschulen zu konzentrieren. Da wurde auch beschlossen, den Standort Rerik zu schlachten.“ Damals habe man die Freie Schule gegründet. Als Schule in privater Trägerschaft hat sie kein feststehendes Einzugsgebiet.

Gespräche zwischen Stadt und Landkreis geplant

In nächster Zeit plane der Landkreis Gespräche mit dem Amt Neubukow-Salzhaff und der Stadt Rerik, teilt Sprecher Michael Fengler mit. Der Elternrat sieht darin eine Chance. „Wir wollen die Politiker vorher in unsere Schule einladen und das Gespräch suchen. Dabei wollen die Eltern ihnen auch die gesammelten Unterschriften übergeben. „Sie sollen sehen, dass auch die Reriker Bürger dahinter stehen.“ Die Schule arbeitet unter anderem mit der Kirchengemeinde, dem Sportverein, dem Segelverein, der DLRG und den Musikschulen in Bad Doberan, Wismar und Kritzmow zusammen. „Die Lehrer, aber auch Familienangehörige sind sehr engagiert.“ So seien beispielsweise Leseomis im Einsatz, die den Erstklässlern – in Zusammenarbeit mit den Lehrern – beim Lesenlernen helfen.

Zunächst ist das Bestehen der Schule nach Angaben des Bürgermeisters bis zum Jahr 2024 gesichert. Was danach kommt, sei noch unklar. „Der Landkreis Rostock bereitet eine neue, kreisweit einheitliche Satzung über die Einzugsbereiche der Schulen vor. Prognosen zu Schülerzahlen, die sich daraus ergeben, werden in diesem Zusammenhang überarbeitet“, sagt Kreissprecher Michael Fengler.

Die Petition des Elternrates

Cora Meyer

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