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Bad Doberan Reriker Schüler kümmern sich um Schrebergarten
Mecklenburg Bad Doberan Reriker Schüler kümmern sich um Schrebergarten
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16:08 02.05.2019
Gestalten einen Garten: Naja Hillebrecht (v.l.), Milla Warncke, Nora Junge, Luisa, Lea-Sophie Klinger gehören zur Arbeitsgemeinschaft des Reriker Grünolino-Vereins. Quelle: Sabine Hügelland
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Rerik

Ein paar Erdbeerpflanzen stehen schon. Jetzt ist der Kohlrabi an der Reihe. Fünf Schülerinnen bringen in der Reriker Kleingartenanlage „Sonnenschein“ das Gemüse in die Erde.

Die Mädchen gehören zu einer Arbeitsgemeinschaft der Freien Schule Rerik, die mit dem Verein „Grünolino“ verbunden ist. Sie sind voller Eifer dabei und haben auch kein Problem damit, sich die Hände schmutzig zu machen.

„Das gehört doch dazu“, sagt die zehnjährige Lea-Sophie Klinger und befreit Gehwegplatten vom Gras. Die Mädchen lernen gern, was für die Gartenarbeit wichtig ist. „In der Schule wurde für die AG geworben, so kam ich hierher“, sagte Milla Warncke. „Und da ich mich für Gärten interessiere, wollte ich mitmachen“, begründet die Elfjährige. „Das ist so schön hier, gerade, wenn die Sonne scheint, macht das Spaß“, sagte Naja Hillebrecht (13). „Meine Mutter hat einen Garten, da habe ich auch schon mal etwas gepflanzt“, berichtet Nora Junge (11).

Schrebergarten wurde im vergangenen Jahr angemietet

Kathrin Weber, die nur Kathy genannt wird, ist die Vorsitzende des „Grünolino“-Vereins und auch die Ideengeberin. „Ich komme ursprünglich aus Jena. Dort gibt es einen Naturgarten mit Streichelzoo. Man kann dort auch Brot backen und übernachten. So etwas Ähnliches, natürlich im kleinen Maß, schwebte mir hier auch vor“, sagt sie.

„Den Schrebergarten haben wir im letzten Jahr für die Kinder gepachtet. Jetzt machen wir ihn gemeinsam flott“, erklärt Weber, die bei Eno Energy arbeitet. „Die Arbeitsgemeinschaft in der Freien Schule Rerik ist ein Ganztagsangebot und wird über Schule Plus finanziert. Wir treffen uns jeden Montag.“ Zehn Schülerinnen sind es insgesamt, die „interessiert und motiviert mitmachen“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Der Verein möchte Rerik bunter machen

Doch nicht nur den Garten will der Verein gestalten. Die Mitglieder wollen in der ganzen Stadt etwas bewirken. Wer möchte, kann sich „Grünolino“ gern anschließen. „Wer sich angesprochen fühlt, kann sich bei uns melden. Diese Arbeit macht glücklich und bereitet Freude“, betont die 51-Jährige, deren Stellvertreterin Susanne Baumeister ist.

Naja Hillebrecht (v.l.), Nora Junge, Milla Warncke, Luisa Weber und Lea-Sophie Klinger gehören zur AG des Reriker Grünololino-Vereins. Jetzt pflanzten sie Erdbeeren und Kohlrabi in ihren Schrebergarten. Quelle: Sabine Hügelland

„Wir wollen das Ostseebad verschönern, denn die Stadt kann das allein nicht schaffen“, sagt sie. „Zu Ostern brachten wir eine Girlande mit Ostereiern am Rathaus an und schon Monate im Vorfeld bemalten wir an die 2000 Eier mit den Schülerinnen, das war enorm“, berichtet Kathrin Weber.

Angedacht ist, im kommenden Jahr Tüten mit 30 Eiern an Bewohner zu verschenken. Außerdem verschönerten die 13 Vereinsmitglieder den Rosengarten an der Seestraße. „Unser Ziel ist, Rerik bunter zu machen“, erklärt sie.

„Wir arbeiten sehr gut mit der Stadt und dem Bauhof zusammen. Vom Bürgermeister gab es jetzt 100 Euro für die Pflanzungen. Die Zusammenarbeit mit der Kurdirektorin Stefanie Quaas ist ebenfalls ganz toll. Bei allen stoßen wir auf offene Ohren.“

Am Sonntag, dem 5. Mai, startet Kathrin Weber zusätzlich mit einem Mal-und-Bastel-Angebot für Einheimische und Urlauber. „Wir nutzen Naturmaterialien, um den Kindern zu zeigen, wie wichtig und vielfältig die Natur ist, und dass man mit ganz einfachen Sachen Schönes zaubern kann“, erklärt Kathrin Weber, die seit mehr als vier Jahren in Rerik lebt.

„Ich wollte schon immer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und absolvierte dafür extra einen Naturlehrgang in Schwerin. Jetzt darf ich auch Nachtwanderungen durchführen.“ Und Weber hat noch mehr Pläne: „Es gibt noch einen Lehrgang vom Naturschutzbund als Naturführerin, doch der ist mir zurzeit noch zu kostspielig“, sagt sie.

Schüler zelten in ihrem Schrebergarten

Susann Never gehört ebenfalls zum Verein „Grünolino“: „Ich freue mich so, dass der Garten von den Schülern gut angenommen wurde, aber Kathy macht das auch toll“, sagt sie. „Die Schülerinnen werden in diesem Jahr im Garten auch einmal in Zelten übernachten und wir werden die Ernte gemeinsam verarbeiten“, blickt Kathrin Weber voraus.

Derzeit ist aber alles noch im Aufbau: Die Mädchen setzten bereits Kohlrabi, Rosenkohl, rote Rüben und lilafarbene Möhren in die Erde. „Von den Äpfeln haben wir im vergangenem Jahr Saft und Mus gemacht“, erinnert sich Kathrin Weber. Auch in der kalten Jahreszeit treffen sich die Mitglieder: „Im Winter sind wir im Jugendclub bei Christian Heldt, wo wir unter anderem Plätzchen backen und basteln.“

Um noch mehr Ideen in Rerik umsetzen zu können, sind Spenden immer willkommen. Denn nur mit der nötigen finanziellen Unterstützung können die Mitglieder weiter in der Stadt wirken.

Wer den Verein unterstützen möchte: Deutsche Skatbank, Grünolino e.V. (auch Verwendungszweck) IBAN: DE65 8306 5408 0004 0812 18, BIC: GENODEF1SLR.

Sabine Hügelland

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