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Bad Doberan Retschow: So wirbt ein Voltigier-Verein um männliche Verstärkung
Mecklenburg Bad Doberan

Retschow: Voltigier-Verein sucht männliche Verstärkung  

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07:00 29.11.2021
Die Voltigier-Leistungsgruppe vom Team Ostseeküste mit Trainerin Dajana Schult (2. v. r.), Sponsor Jens Zickert (r.), Dozent Ivan Nousse (l.), Marla, Vanessa, Nele ( v. l. vor dem Pferd) sowie Lena und Anne auf dem Pferd Corny.
Die Voltigier-Leistungsgruppe vom Team Ostseeküste mit Trainerin Dajana Schult (2. v. r.), Sponsor Jens Zickert (r.), Dozent Ivan Nousse (l.), Marla, Vanessa, Nele ( v. l. vor dem Pferd) sowie Lena und Anne auf dem Pferd Corny. Quelle: Rolf Barkhorn
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Retschow

Wenn es so leicht wäre, auf einem Pferd, das sich auch noch bewegt, zu turnen und waghalsige Figuren zu zeigen, dann wäre Voltigieren wahrscheinlich ein Volkssport. Denn dass sie Freude daran haben, sieht man den Akteuren an. Aber es gehören schon Eigenschaften wie Mut, Ausdauer, Kraft, Präzision, Disziplin, eine positive Einstellung zu Tieren und ganz viel Training dazu, um diesen anspruchsvollen Sport ausüben zu können. Dass es gelingen kann, beweisen die Voltigierer vom Team Ostseeküste um Trainerin und Vizevereinschefin Dajana Schult seit Jahren.

20-jähriges Bestehen im nächsten Jahr

Der Voltigierverein Stolteraa e.V., der seit einigen Jahren sein Domizil auf dem Aktivhof De Pierhoff in Retschow hat, kann schon einige Erfolge bei Landesmeisterschaften, Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften vorweisen. Im nächsten Jahr feiern die Ostsee-Voltis immerhin schon 20-jähriges Bestehen.„Wir sind dabei, unsere Leistungsgruppe wieder neu aufzubauen, zurzeit besteht diese aus sechs Mädchen“, berichtet Dajana Schult. Etwas größer sind die beiden Nachwuchsgruppen, bei denen Kinder ab einem Alter von fünf Jahren aufgenommen werden. Zwei- bis dreimal in der Woche kommen die Mädchen zum Training, turnen zunächst auf ihrem Trainingsgerät, dem Holzpferd. Wenn dort alles reibungslos klappt, wird auf dem echten Pferd geturnt. „Dass wir zurzeit nur Mädchen in unseren Gruppen haben, ist schade“, sagt Dajana Schult.

Nur wenige männliche Voltigierer

Männliche Akteure sind beim Voltigieren nur selten anzutreffen, dabei gelten sie in dem Sport als Bereicherung – auch weil sie besser die Kraft für schwierige Hebefiguren aufbringen. „Wir hatten bis vor Kurzem noch Andreas Kühl in unserer Leistungsgruppe als einzigen männlichen Voltigierer. Aber der ist nun bei der Bundeswehr und dazu noch in einem anderen Bundesland stationiert und steht uns leider nicht mehr zur Verfügung“, bedauert die Trainerin.

Den Zustand aber möchte sie gern ändern und wirbt verstärkt auch um männlichen Vereinsnachwuchs. „Natürlich sind auch Mädchen weiterhin herzlich willkommen, auch als Neulinge, aber wenn sich auch noch ein paar Jungen melden würden, wäre das super“, sagt die Bad Doberanerin. Um männlichen Interessenten den Einstieg zu erleichtern und das Voltigieren schmackhaft zu machen, sollen diese, unterstützt von Sponsoren, besonders gefördert werden. „Unkosten, die bei Wettkämpfen und Lehrgängen anfallen, wie Startgelder, Fahrkosten oder für die Unterkunft, werden dann ganz oder teilweise erstattet. Sonst ist es üblich, dass die Athleten das größtenteils selbst übernehmen“, erklärt die 38-Jährige.

Die Kröpeliner Unternehmen Zickert-Umzüge und Makrabau haben ihre Zusage zur Unterstützung des Förderprogramms gegeben. Am liebsten wäre es der Trainerin, wenn männliche Interessenten schon Erfahrungen aus anderen Sportarten mitbrächten. „Aber die Hauptsache ist, sie haben Interesse am Sport und sind mit dem Herzen dabei.“

Ivan Nousse, der selbst bis 2013 im Voltigiersport aktiv und bei internationalen Titelkämpfen erfolgreich war, findet die Förderidee gut. „Voltigieren ist auch für uns Männer ein attraktiver Sport“, betont der Franzose, der mit Dajana Schult befreundet ist und sie bei Lehrgängen unterstützt.

Schnell mal „Hahn im Korbe“

Das ehemalige Vereinsmitglied Andreas Kühl, von der OZ danach befragt, was für ihn das Besondere an diesem Sport ist, erklärt: „Das Voltigieren ist für Jungs mehr als nur geeignet und erwünscht. Dieser Sport verbindet Kraft, Ausdauer und Eleganz. Der Umgang mit Pferden lehrt einen Verantwortung und schafft viele neue Erfahrungen fürs Leben. Und man lernt viele tolle Menschen kennen und kommt durch die Welt.“ Dass Jungen dadurch auch eine Menge Mädchen kennenlernen und schnell mal „Hahn im Korbe“ sind, lässt er nebenbei noch wissen.

Für Dajana Schult ist die Werbung um männlichen Nachwuchs nicht unwichtig, sie steht aber für sie nicht im Vordergrund. „Wichtig ist, dass sich alle Mädchen und Jungen bei uns wohlfühlen, Freude am Sport mit Pferden haben und sich weiterentwickeln können.“

Webseite: www.team-ostseekueste.deKontakt: info@team-ostseekueste.de

Von Rolf Barkhorn