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Bad Doberan Richtfest für Ontras-Neubau in Bad Doberan
Mecklenburg Bad Doberan Richtfest für Ontras-Neubau in Bad Doberan
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06:00 10.08.2019
Schlug gekonnt den Nagel in den Balken: Jörg Salomon, Leiter des Netzbereiches Nord (r.), mit Christian Anders, Zimmermann bei der GHT Wismar GmbH. Quelle: Lennart Plottke
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Bad Doberan

Richtfest im Doberaner Gewerbegebiet Am Walkmüller Holz: Direkt an der B 105 baut das Gastransport-Unternehmen Ontras bis zum kommenden Juli ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude. „Damit festigen wir unsere Standortentscheidung für Mecklenburg-Vorpommern, für den Landkreis Rostock und die Stadt Bad Doberan“, erklärte Geschäftsführer Uwe Ringel. „Denn MV ist auch die Wiege der Ontras-Idee.“

Im Jahr 2009 sei in Güstrow die erste große Biogas-Einspeiseanlage ans Netz gegangen, so Ringel. „Mittlerweile gibt es davon zehn – dazu kommen zwei Wasserstoffanlagen.“ Von Bad Doberan aus organisiere und koordiniere das Unternehmen den Betrieb und die Sicherheit des Anlagen- und Leitungssystems in MV sowie der angrenzenden Regionen: „Insbesondere mit Blick auf eine CO2-neutrale Energiezukunft kommt dem Standort eine herausragende Bedeutung zu: Der überwiegende Teil unserer Anlagen zur Einspeisung regenerativer Gase – Biomethan, Wasserstoff und synthetisches Methan – steht im Norden, weitere Investitionen in unsere Infrastruktur sind geplant.“

Gebäude mit energiesparender Bewirtschaftung

Beim Bau des neuen Verwaltungsgebäudes für aktuell 14 Mitarbeiter sowie weiterer Beschäftigter von Tochterunternehmen und Dienstleistern würden zahlreiche Maßnahmen für eine energiesparende und nachhaltige Bewirtschaftung umgesetzt, betonte der Ontras-Chef: „Ganz im Sinne unseres Leitgedankens ,going green‘.“ So seien neben der Installation einer eigenen Photovoltaikanlage und der Nutzung hocheffizienter Wärme- und Umwälzpumpen zur Wärmeerzeugung beispielsweise auch Entwässerungs- und Versickerungsanlagen für eine nachhaltige Regenwasserentsorgung vorgesehen.

Ontras Gastransport GmbH ist ein überregionaler Fernleitungsnetzbetreiber im europäischen Gastransportsystem mit Sitz in Leipzig. Das Unternehmen betreibt Deutschlands zweitlängstes Ferngasnetz mit mehr als 7000 Kilometern Leitungslänge und rund 450 Netzkopplungspunkten. An das Ontras-Netz sind 22 Biogasanlagen angeschlossen, die jährlich knapp 20 Prozent des deutschlandweit erzeugten Bioerdgases einspeisen.

Bad Doberan ist einer von drei Ontras-Standorten des Netzbereiches Nord, der sich über das gesamte Mecklenburg-Vorpommern bis Brandenburg erstreckt. 14 Mitarbeiter betreuen rund 1400 Kilometer Hochdruckleitungen sowie fünf Gasdruckregel- und Messanlagen, zehn Anlagen für die Einspeisung von Biomethan und zwei Anlagen für die Einspeisung von aus erneuerbarem Windstrom erzeugten Wasserstoff ins Leitungsnetz.

„Wir sind stolz darauf, dass der zweitgrößte deutsche Gasfernleitungsbetreiber seinen Sitz bei uns ausbaut und attraktive Arbeitsplätze schafft“, sagte Landessozialministerin Stefanie Drese (SPD). „Wir sind allen voran ein optimaler Standort für erneuerbare Energien und schon jetzt Spitzenreiter unter den Bundesländern.“ Im Jahr 2017 sei hier bereits ein Ökostromanteil von knapp 72 Prozent erreicht worden, so Drese: „Rein rechnerisch könnten wir uns zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgen.“

Gütesiegel „Wasserstoffregion“ soll gefördert werden

Grundsätzlich sei die Entwicklung in MV schon weit fortgeschritten, erklärte auch Landrat Sebastian Constien: „Vor zwei Wochen hat es beispielsweise in Rostock-Laage ein Treffen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gegeben, bei dem diskutiert wurde, wie Wasserstoff künftig noch besser erforscht und die Technologien genutzt werden können.“ Deshalb bewerbe sich der Landkreis Rostock aktuell um eine Förderung als „Wasserstoffregion“ durch den Bund, so Constien.

Zentrum werde Laage mit dem „InvestPort“ sein – einem Industrie- und Gewerbegebiet in Flughafennähe: „In Laage baut das Teterower Unternehmen Apex Energy GmbH bereits eine Fabrik auf, um Anlagen zur Energieerzeugung und -speicherung auf Wasserstoffbasis zu produzieren – auch hier wäre ein Austausch mit Ontras wünschenswert, um die Region insgesamt weiter voranzubringen.“

Von Lennart Plottke

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