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Bad Doberan Risse im Mauerwerk: Kirche in Friedrichshagen wird saniert
Mecklenburg Bad Doberan Risse im Mauerwerk: Kirche in Friedrichshagen wird saniert
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16:20 05.06.2019
Die Backsteinkirche in Friedrichshagen wurde etwa 1415 errichtet. Um 1530 kam der Turm dazu. Quelle: Annett Meinke
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Friedrichshagen

Der Turm der Kirche in Friedrichshagen ist schief, das Mauerwerk hat Risse, die hölzerne Dachkonstruktion ist beschädigt. Seit 2011 engagiert sich der Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen für die Sanierung des Denkmals. Seitdem wurden die Dachkonstruktion im Turm, die Winzer-Orgel und der Eingangsbereich mit der Freitreppe saniert, zählt Vereinsvorsitzender Joachim Schünemann auf.

Zwar ist die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Gressow-Friedrichshagen mit etwa 260 Gemeindemitgliedern nicht groß, der Erhalt lohnt sich laut Schünemann dennoch. „Es ist eine sehr lebendige Kirche“, sagt er. Alle 14 Tage findet hier der Gottesdienst statt, regelmäßig werden Konzerte organisiert. „Es gibt einen sehr aktiven Kirchengemeinderat, die haben hier das Gemeindeleben aufrechterhalten“, erzählt der Vorsitzende. Das Besondere daran: Die Kirchengemeinde hatte mehrere Jahre keinen eigenen Pastor.

Die 600 Jahre alte, schlichte Dorfkirche bedarf dringend einer baulichen Sicherung und Restaurierung.

Ältestes Gebäude im Dorf

Die Kirche ist mit 600 Jahren das älteste Gebäude im Dorf. In diesem Jahr soll die Sanierung weitergehen. „Im zweiten Bauabschnitt wird das Mauerwerk der unteren Turmhälfte und des Kirchenschiffes saniert“, sagt Schünemann. Durch Setzungen im Erdreich hatte sich der Turm, der etwa 100 Jahre später an die Kirche gebaut wurde, im 18. und 19. Jahrhundert mehr und mehr geneigt, wodurch Risse im Mauerwerk entstanden waren. Heute betrage die Neigung vier Grad, so Schünemann. „Laut Aussagen des Statikers besteht nicht mehr die Gefahr, dass der Turm weiter kippt.“

Hans Joachim Schünemann zeigt die Risse im Mauerwerk der Kirche in Friedrichshagen. Quelle: Michael Prochnow

228 600 Euro kostet der zweite Bauabschnitt, die Hälfte kommt vom Bund. 23 000 Euro müsse die Kirchengemeinde aufbringen. „Da wir eine sehr kleine Gemeinde sind, ist es kaum möglich, das Geld selber aufzubringen“, nennt Joachim Schünemann einen Grund, warum sich der Verein mit seinen 50 Mitgliedern engagiert. Dank Spenden von Unternehmern, Landwirten, Privatleuten, dem Verein Dorfkirchen in Not und der Gemeinde Upahl, zu der Friedrichshagen seit dem 1. Januar gehört, „zeichnet sich ab, dass wir das Geld zusammenbekommen.“

Weitere Sanierungen stehen an

Mit der Sanierung des Mauerwerkes sind aber längst nicht alle Arbeiten getan. „Da kommt noch eine Menge dazu“, sagt Schünemann. Nächstes Projekt sei wahrscheinlich die Glockensanierung. Aus brandschutztechnischen Gründen könne die Läuteanlage nicht mehr genutzt werden, die Glocke bleibe stumm. Auch bei der Innenausstattung müsse gehandelt werden, die neugotischen Fenster saniert, die Malereien restauriert werden.

„Es ist eine kleine, aber unheimlich anmutige Kirche, schlicht und einfach“, schwärmt Joachim Schünemann. „Viele Gäste aus nah und fern kommen hier vorbei.“ Eintragungen im Gästebuch zeigten: „Viele sind berührt von dem kleinen Gebäude.“

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