Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Ruine der Wollscheune in Bad Doberan wird gesichert
Mecklenburg Bad Doberan Ruine der Wollscheune in Bad Doberan wird gesichert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:53 22.04.2019
Einsturzgefahr: Die Ruine der Wollscheune auf dem Klostergelände in Bad Doberan ist eingezäunt. Quelle: Anja Levien
Bad Doberan

 Die Wollscheune auf dem Klostergelände in Bad Doberan ist eingezäunt. Die Gefahr, dass die losen Backsteine auf Spaziergänger fallen könnten, ist zu groß. Die Nordwand ist einsturzgefährdet. Deshalb soll die Ruine jetzt in ihrem Bestand gesichert werden. „Es ist eines der ältesten Gebäude des Klosters und hat extreme überregionale Bedeutung“, sagt Ralf Schinke, Ortskurator Rostock der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der den Check in Höhe von 25 000 Euro an Bürgermeister Jochen Arenz übergab.

Ralf Schinke (3.v.l.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übergibt den Check in Höhe von 25 000 Euro an Bürgermeister Jochen Arenz. Quelle: Anja Levien

„Das ist ein großes Geschenk und die Verpflichtung, den Weg weiterzugehen“, sagt Jochen Arenz.

Nach der Bestandssicherung stehe dann die Restaurierung des Mauerwerkes an, sagt Sabine Krahn-Schulze, stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Bad Doberan.

„Bauhistorisch ist die Wollscheune noch nicht erforscht. Es ist grundsätzlich nicht geklärt, ob es sich um ein weltliches Gästehaus oder ein Hospiz handelt“, sagt Krahn-Schulze. Letzteres sei eine Herberge auch für Pilger und Kranke gewesen.

Die Wollscheune wurde um 1300 errichtet. „Es war ein Gebäude mit Obergeschoss. Für ein Gästehaus spricht, dass die Ruine reich durchfenstert ist“, erläutert Krahn-Schulze. „Das Obergeschoss ist durch eine Treppe an der östlichen Seite erschlossen worden.“ Noch heute ist die zugemauerte Tür zu erkennen.

Sturm deckt Dach ab

Überliefert sei, dass um 1550 die Bezeichnung Siechenhaus für das Gebäude aufkam. „Belegt ist, dass 1762 ein Gutsbesitzer dieses Gebäude gepachtet und eine Wollmanufaktur eingerichtet hat“, so Krahn-Schulze. Daher stamme auch der heutige Name. 1768 wurde die Manufaktur aufgegeben. „Es gibt Hinweise, dass ein Sturm das Dach zerstört hat“, sagt Krahn-Schulze. Das könne aber nur der Beginn des Verfalls gewesen sein.

Eine These, warum das Haus zur Ruine wurde: „1793 hat der Großherzog nicht nur die erste Sommerresidenz hier errichtet, sondern auch einen Park“, so Krahn-Schulze. Vielleicht wurde das ruinöse Haus ganz bewusst als Teil des Landschaftsparks stehen gelassen.

Das Zentrum der Anlage bildete das Münster. Zu den noch vorhandenen Bauten des ehemaligen Klosters gehören zudem der vordere Teil des Kornhauses, die Ruine des Wirtschaftsgebäudes sowie die Ruine der Wollscheune. Der Mönchsfriedhof mit dem frühgotischen Beinhaus aus der Zeit um 1250 befindet sich an der Nordseite.

Münster ist Zentrum der Klosteranlage

Das Zentrum der Klosteranlage bildete das Münster, das zur Grablege des mecklenburgischen Fürstenhauses avancierte. Im Verlauf der Reformation säkularisiert, musste das Kloster den Besitz an den herzoglichen Hauptmann Jürgen Rathenow abtreten. Das Münster blieb weiterhin fürstliche Grablege und als Pfarrkirche erhalten, während die Klosteranlage langsam verfiel.

Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg geplündert und beschädigt, einige Klostergebäude daraufhin abgetragen und die Steine zum Bau des Güstrower Schlosses verwendet. Die 1291 gebaute Klostermauer mit einer Gesamtlänge von 1,4 Kilometern blieb erhalten.

Im 19. Jahrhundert begannen umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten, so dass das Klostergelände heute eine fast zwei Quadratkilometer große Fläche umfasst, deren Nordseite Ende des 18. Jahrhunderts als „Englischer Garten“ gestaltet wurde. Zu den noch vorhandenen Bauten des ehemaligen Klosters gehören der vordere Teil des Kornhauses, die Ruine des Wirtschaftsgebäudes sowie die Ruine der Wollscheune. Der Mönchsfriedhof mit dem frühgotischen Beinhaus aus der Zeit um 1250 befindet sich an der Nordseite.

Mehr lesen: Acht Gründe, warum sich ein Besuch des Klosters Bad Doberan lohnt

Anja Levien

In historischer Bademode haben Kühlungsborner und Gäste am Sonnabend angebadet. Bei guter Laune und viel Spaß wurde das Event vom Neujahrstag nachgeholt. Bei sieben Grad Wassertemperatur gingen die meisten genauso schnell wieder raus, wie sie reingelaufen waren.

22.04.2019

Kühlungsborner und Gäste haben am Ostersonnabend angebadet. Hier sind die Bilder.

20.04.2019

Der Norddeutsche Rundfunk berichtet vom Anbaden und Osterfeuer in Kühlungsborn. Um 16 Uhr springen Hunderte Anbader in die Ostsee. Das Event wird vom Neujahrstag nachgeholt.

20.04.2019