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Bad Doberan Strandascher statt Rauchverbot in Rerik und Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan Strandascher statt Rauchverbot in Rerik und Kühlungsborn
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18:49 25.04.2019
Strandaschenbecher wie dieser sollen in Kühlungsborn und Rerik vermeiden, dass am Zigarettenkippen in den Sand geworfen werden. (Archivbild) Quelle: Meyer Andreas
Kühlungsborn/Rerik

Am Strand müssen Raucher in Rerik und Kühlungsborn nicht auf den Glimmstängel verzichten. Zumindest gibt es kein Verbot. „Es ist allerdings untersagt, die Stummel in den Sand zu werfen“, sagt Stefanie Quaas von der Kurdirektion in Rerik. Wie bei anderem Abfall sollten Strandgänger dazu die vorgesehenen Behälter nutzen. Andernfalls wäre es eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld zu zahlen wäre. Aber: „Wir wollen auch die Raucher nicht zu sehr verärgern, schließlich sind das ja auch unsere Gäste.“

Strandaschenbecher gegen den Müll

Deshalb bietet das Ostseebad seit Jahren Strandaschenbecher an. Die speziell beschichteten Pappschachteln haben in etwa das Format eines Feuerzeuges. Raucher können Asche in Zigarettenkippen darin sammeln und beim Verlassen des Strandes in den Müll werfen. „Die verteilen wir über die Tourismuszentrale, die Strandkorbvermieter und Strandvogte kostenlos. Und sie werden gut angenommen.“

Weniger verbreitet ist der Strandaschenbecher in Kühlungsborn. „Wir haben so etwas, aber es wird noch zu wenig kommuniziert“, sagt Katja Seppelt von der Tourismus GmbH. Die Stadt erarbeite gemeinsam mit Bürgern aber gerade ein Strandkonzept. Darin könnte auch ein Rauchverbot eine Rolle spielen. Bisher werden weder das Rauchen am Strand noch die Entsorgung der Kippen im Sand bestraft. „Wir hätten auch zu wenig Personal, das dagegen vorgeht.“

Kinder finden Kippen im Sand

Lediglich an die Vernunft der Badegäste appellieren kann auch die Strandaufsicht in Rerik: „Nehmt Rücksicht auf die Badegäste.“

„Zigarettenkippen im Sand sind einfach ekelig“, sagt Thomas Doltze aus Sachsen. „Vor allem, wenn die Kinder sie beim Spielen finden.“ Er selbst hat früher geraucht. „Wenn es jemanden gestört hat, hätte ich aber Rücksicht genommen.“ Dass Rauchen nicht an den Strand passt, findet auch seine Frau Manuela. „Denn wohin mit den Zigarettenkippen?“ „Es bisher zu wenig Gelegenheiten, Zigarettenkippen zu entsorgen“, sagt Katja Seppelt von der Tourismus GmbH Kühlungsborn. „Ein Strandaschenbecher hilft vorzubeugen, dass Zigaretten einfach in den Sand geworfen werden.“

Problematisch für die Umwelt

Die Tourismuszentrale in Rerik hat gerade welche nachbestellt, damit sie sich weiter verbreiten. „Wir hören auch immer mal wieder Reaktionen von Strandgästen, die sich von den Zigarettenkippen gestört fühlen“, sagt Stefanie Quaas. Zu denen gehört auch Sandra Purmann. Sie raucht zwar selbst nicht, dafür aber ihr Lebensgefährte. Ein Rauchverbot am Strand fände die Grundschullehrerin trotzdem gut. „Der Strand bleibt einfach schöner, wenn nicht überall Zigarettenkippen rumliegen.“ Auch für die Umwelt sind sie ein Problem. Wie aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht, besteht fast ein Zehntel des Mülls an der deutschen Ostseeküste aus weggeworfenen Zigaretten. Damit landeten Zigarettenfilter auf Platz zwei der häufigsten Müllfunde an der Ostsee.

Einige Strände sind schon rauchfrei

Einige Orte in MV haben bereits Verbote ausgesprochen. Seit fünf Jahren ist das Rauchen am Strand von Heiligendamm verboten. Rauchfreie Strände gibt es außerdem bereits in Markgrafenheide und in Göhren auf Rügen. Das Ostseebad Sellin auf der Insel will in diesem Jahr erstmals Maßnahmen ergreifen. Im Nichtraucherschutzgesetz des Landes ist das Rauchen bisher nicht berücksichtigt

Urlauberin Manuela Doltze aus Sachsen ist dafür, dass Raucher auch am Strand Bußgelder zahlen müssen. In öffentlichen Einrichtungen und Gaststätten ist das bereits der Fall. „Und diese Strafen sollte man dann auch am Strand durchsetzen.“

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Cora Meyer

Ab sofort kann in Bad Doberan auf Kleingeld am Parkautomat verzichtet werden. 50 Cent kostet im Schnitt eine Stunde parken in der Innenstadt und Heiligendamm, die über eine Handy-App bezahlt werden können. Auch eine Verlängerung der Parkzeit ist so jederzeit möglich.

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