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Bad Doberan Treffen der Bewahrer historischer Details
Mecklenburg Bad Doberan Treffen der Bewahrer historischer Details
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10:43 27.01.2019
Zur achten Zusammenkunft der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger des Landkreises Rostock und der Hansestadt Rostock in Bad Doberan waren auch besonders interessante Artefakte zu sehen. Quelle: Sabine Hügelland
Bad Doberan

Unser Land trägt alte Geschichte in seinem Schoß. Sie zu bergen übernehmen vor allem ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger und Interessierte, die mit Wissenschaftlern zusammenwirken. Knapp 80 von ihnen trafen sich zur achten Zusammenkunft der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger des Landkreises Rostock und der Hansestadt Rostock in Bad Doberan. An die 200 Interessierte gibt es hier, davon sind um die 50 ausgebildete Bodendenkmalpfleger im Ehrenamt, die über 5000 Arbeitsstunden zusammenbrachten.

„Wir sind keine Schatzsucher – wir sind Bewahrer historischer Details! Verfall, Bodenbearbeitung oder Baumaßnahmen würden sie sonst zerstören“, sagte einst der ehemalige Kreisbodendenkmalpfleger Volker Häußler und auch der amtierende Alexander Schacht betonte das: „Nur durch eine möglichst lückenlose Begehung können die historischen Informationen verdichtet und der siedlungsgeschichtliche Werdegang einer Region geklärt werden.“

Alexander Schacht: „Die Zusammenkunft bietet vielen Interessierten eine Möglichkeit der Vernetzung und des Austauschs“. Quelle: Sabine Hügelland

Zu den Arbeiten gehören auch pflegerische Einsätze an Großstein -und Hügelgräbern, wie sie unter anderen in Rerik und Bollbrücke durchgeführt wurden. „Das Jahr 2018 war ein hervorragendes Jahr der Grabungen“, so Dr. Lars Saalow. „Obwohl sie sich durch die extreme Trockenheit als körperlich sehr mühselig erwiesen.“ Der Dezernent im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege ist derzeit unter anderem dabei, acht große Lagerkisten voller neuer Fundstücke zu erfassen, die ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger im vergangenen Jahr einlieferten. Historisch wertvolle Artefakte kommen auch aus Bad Doberan und Umgebung. So unter anderem ein Felsgesteinbeil aus der Region um Neubukow. In Lehnenhof konnte unter anderem ein sogenannter Kannelurenstein geborgen werden, dessen Deutung unklar ist. Aus der Römischen Kaiserzeit wurden eine Fibel und verschiedene Münzen entdeckt. Jeweils ein mecklenburgischer Hohlpfenning stammt aus den Kirchen von Eickelberg und Rethwisch. In Kröpelin wurden der Zierbeschlag einer Kandare aus Buntmetall gefunden. In Oldenstorf bei Güstrow sogar ein Einbaum, wie Dr. Lars Saalow in seiner Übersicht zu Maßnahmen des Landesamtes bekannt gab.

Dr. Lars Saalow: „Die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger leisten gute Arbeit die für uns sehr wichtig ist“. Quelle: Sabine Hügelland

„Die letzten Untersuchungen im künftigen Wohngebiet Kammerhof II in Bad Doberan erbrachten ein kleines Gräberfeld aus der Steinzeit. Das Besondere ist, dass es sich um die Einzelgrabkultur handelt mit sechs Bestattungen, teilweise mit Gefäßbeigaben, auf sehr kleinem Raum“, sagte Saalow. Er und Frank Mewis nahmen sich des Themas an „Von der Steinzeit bis zu Kaiserzeit – aktuelle Untersuchungen in Bad Doberan, Wischuer und Beselin“.

Als Mitarbeiter des Landesamtes war Frank Mewis auch in Kühlungsborn tätig. Im Rahmen der Erschließung zum B-Plan 25 kamen unter anderem jungsteinzeitliche (neolithische) Siedlungsbefunde und zwei bronzezeitliche Gräber – eine Baumsarg-Bestattung – ähnlich der im Blocksberg und eine Urnenbestattung – zutage. „In Wischuer konnten wir ein Siedlungsplatz der späten Jungsteinzeit entdecken und Teil eines Gräberungsfeldes aus der Bronzezeit, wo um 1900 bereits Robert Belz auf der Suche war“, so Mewis.

Frank Mewis: „In Wischuer konnten wir ein Siedlungsplatz der späten Jungsteinzeit entdecken und Teil eines Gräberungsfeldes aus der Bronzezeit“. Quelle: Sabine Hügelland

Lars Saalow machte darauf aufmerksam, dass der geplante Baubeginn des seit langem ersehnten Archäologischen Landesmuseums 2021 sein soll und der Neubau vielleicht mit der Buga 2025 abgeschlossen sein könnte. Zurzeit lagern viele tausende wertvolle historische Fundstücke in provisorischen Depots. „Jetzt erfolgt die digitale Bestandserfassung für das derzeit im Bau befindliche archäologische Depot in Schwerin“, so Saalow. „Wir sind das erste Mal bei dieser Zusammenkunft dabei“, so Lisa Vollmer aus Güstrow. „Uns geht es darum, die Geschichte zu erhalten“, sagte sie. „Und dass Fundstücke nicht in privaten Schränken liegen, sondern für jedermann sichtbar sind“, so Petra Büttner aus Schwaan, denn alle Bodenfunde sind Landeseigentum und abgabepflichtig.

Sabine Hügelland

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