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Bad Doberan Schloss erwacht aus Dornröschenschlaf
Mecklenburg Bad Doberan Schloss erwacht aus Dornröschenschlaf
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00:00 01.08.2018
Lehnenhof

„Es weiß hier keiner, was es werden soll, aber es passiert hier jetzt was“, sagt eine der Nachbarinnen des einstigen Herrenhauses von Lehnenhof erwartungsvoll, die 51-jährige Rosemarie Nelson.

Jahrzehntelang stand das Herrenhaus in Lehnenhof leer / Jetzt lässt der neue Kröpeliner Eigentümer hier aufräumen

Alle im Dorf wollten wissen, was aus dem Haus werden soll, denn das „Schloss“, wie die Lehnenhoferin erklärt, sei ja eigentlich das Zentrum des Ortes: „Nach dem Krieg war es doch bis 1990 Alters- und Pflegeheim gewesen und die Leute haben zum Dorf gehört. Zum Beispiel der Herr Kaminski, der im Schloss lange wohnte, hat im ganzen Ort gemäht.“

Grauenhaft sei es gewesen, als 1990 wegen eines Eigentümerwechsels zwischen Weihnachten und Neujahr alle Heimbewohner von heute auf morgen ausziehen mussten, betont Rosemarie Nelson. Auch ihre Mutter hätte im Schloss gewohnt, aber als Flüchtling aus Ostpreußen – einige Zeit seit März 1945. Kein Wunder, dass auch die heute 91-jährige Betty Karbaum aus Lehnenhof durchaus Interesse am Geschehen um das Guthaus hegt. „Unserer Familie, fünf Personen, wurde am 8. März 1945 ein Raum im Keller des Schlosses zugewiesen – kurze Zeit gemeinsam mit einer anderen Familie. Ein paar Strohbunde – in einer Ecke unter dem Fenster glatt gemacht – dienten als Lager. Mein Vater fuhr mit dem Wagen nach Neubukow, kaufte ein paar Bretter und nagelte einen Tisch und eine Bank zusammen. Nun konnten wir unsere Mahlzeit wieder an einem Tisch einnehmen“, schreibt sie über die Ankunftszeit in ihren insgesamt 79-seitigen Erinnerungen zur Flucht aus Ostpreußen und der Ankunft in Mecklenburg. Eine Fundgrube für Freunde spannender Heimatgeschichte, über die es auch hier noch zu berichten gilt.

Nach dem Ende des Krieges arbeitete Betty Karbaum etwas mehr als anderthalb Jahre als „Laienhelfer“ im Altersheim: „Weil damals auch nicht genug Personal da war. Ich hatte zu Hause in Ostpreußen als Vierzehnjährige einen Lehrgang mitgemacht, um verbinden zu können und so was. Das habe ich beherrscht.“ – „Bis heute stand das Schloss ja nun leer, seit es damals ein Bad Segeberger gekauft hatte.

Jetzt tut sich was, aber auch vorher müssen ja die Heizungen und alles funktioniert haben. Das wurde ja auch gewartet, da arbeitete ja ein Hausmeister“, meint Betty Karbaum. Einmal sei sie noch im Schloss gewesen, als sie die Poststelle im Dorf leitete, und habe einen Lotto-Schein hingebracht: „Da hatten sich die Türen verändert, früher waren sie weiß gestrichen gewesen, jetzt waren alle dunkelbraun, ich habe das als schwarz empfunden. Es sah schrecklich aus.“ Dass jetzt ein Kröpeliner das Haus übernommen habe und dort sich etwas bewege, finde sie insofern gut, dass das Gebäude nicht zerfalle. „Ich habe letztens gesehen, als ich da längs gegangen bin, dass das alte Schild ,Pflegeheim’ weg ist. Da wird sich also sicher etwas anderes tun. Mehr weiß ich auch nicht.“

Auch der neue Eigentümer des Anwesens, der Bauunternehmer Mirko Fedtke, sagt noch nichts dazu, was mit dem einstigen Gutshaus künftig passieren soll. Er beantwortet die OZ-Anfrage so: „Gekauft habe ich das im März. Jetzt sind wir innen mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Projektentwicklung läuft noch.“ Er finde das unter Denkmalschutz stehende Haus auch von seiner Architektur her „ein interessantes Objekt“, zumal es ursprünglich ja auch aus dem „Landhausbüro Laage“ von Paul Korff stamme.

Thomas Hoppe

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