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Bad Doberan Schüler nach Rerik: Neubukows Bürgermeister kritisiert neue Satzung
Mecklenburg Bad Doberan Schüler nach Rerik: Neubukows Bürgermeister kritisiert neue Satzung
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18:00 07.10.2019
Die Grundschule "Am Hellbach" in Neubukow ist sanierungsbedürftig. Stadt und Stadtvertreter haben sich für einen Neubau entschieden. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Weniger Schüler für Neubukow und Kühlungsborn? Die Kinder in der Gemeinde Bastorf sollen ab Schuljahr 2020/2021 alle in Rerik eingeschult werden, die aus der Gemeinde Am Salzhaff nicht mehr nur in Neubukow, sondern teilweise auch in Rerik. Das sieht die neue Schulbereichseinzugssatzung des Landkreises Rostock vor, die derzeit besprochen wird. Der Kreistag soll im Dezember über diese abstimmen. Doch Widerstand regt sich. Nicht nur die Gemeindevertretungen von Bastorf und Am Salzhaff lehnen sie ab, auch aus Neubukow kommt Kritik. Denn hier wird gerade ein Grundschul-Neubau geplant.

„Ich sehe da riesige Probleme“, sagt Neubukows Bürgermeister Roland Dethloff (parteilos). „Wir bauen eine neue Grundschule. Seit 2016 gab es Abstimmungen mit dem Landkreis Rostock über die Prognosezahlen mit dem Ergebnis, aufgrund des Einzugsbereiches, eine Dreizügigkeit in allen vier Klassenstufen sicherzustellen.“ Danach sei auch der Neubau ausgerichtet worden.

Sanierungsbedarf an Grundschule

Hintergrund: In Neubukow soll ein Schulcampus entstehen. Auf dem Gelände der Regionalen Schule „Heinrich Schliemann“ soll ein neues Gebäude für Grundschule und Hort gebaut werden. Die beiden Einrichtungen sind derzeit einige Meter weiter in einem Flachbau am Panzower Weg untergebracht. Hier herrscht erheblicher Sanierungsbedarf.

Neubau Schule

Der geplante Neubau der Grundschule „Am Hellbach“ befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren. Wie Bürgermeister Roland Dethloff mitteilt, müsse für das bestehende Gebäude der Regionalen Schule „Heinrich Schliemann“ ein Brandschutznachweis erbracht werden. Denn mit einem Neubau auf dem Gelände würden dann derzeit bestehende Fluchtwege nicht mehr nutzbar sein.

Doch die neue Schulbereichseinzugssatzung sieht vor, dass beispielsweise Schüler aus Teßmannsdorf und Rakow (Gemeinde Am Salzhaff) künftig in Rerik beschult werden sollen. Neubukows Bürgermeister befürchtet: „Dann wird aus der Dreizügigkeit eine Zweizügigkeit. Da läuft was falsch.“

Roland Dethloff, Bürgermeister Neubukow: „Für uns als Schulstandort ist eine Veränderung inakzeptabel.“ Quelle: Anja Levien

Er könne verstehen, dass die Grundschule Rerik erhalten bleiben soll. Diese bangt um ihre Existenz, da die Schülermindestzahl für eine Klasse immer nur knapp erreicht wird. „Ich möchte auch, dass die Grundschule Rerik erhalten bleibt, aber die Vorgehensweise muss von mehreren Seiten durchdacht werden“, sagt Dethloff und weist auch auf die Auswirkungen auf den Schülerverkehr hin. „Die Gemeinde Biendorf soll fast komplett nach Rerik. Die Kinder aus Lehnenhof können aber mit dem Rad hierher.“

Gemeinde bleibt auf Kosten sitzen

Eine Veränderung der Einzugsbereichssatzung sei für ihn inakzeptabel. „Neubukow hat den Schulneubau verbindlich mit dem Landkreis abgestimmt. Es wurde sich für eine Dreizügigkeit entschieden. Alles andere ist nicht akzeptabel.“

Für den Neubau sind bereits Pläne erarbeitet, Fördermittel beantragt worden. „Wenn wir zu groß bauen, sind das mehr Kosten für die Gemeinde“, sagt Dethloff. Denn über den Schullastenausgleich könne die Stadt nur das umsetzen, was an Schülern beschult wird.

Landkreis Rostock führt Gespräche

Öffentlich einsehbar sind die Änderungen für die Satzung nicht. „Einzelheiten zu Änderungen in den Einzugsbereichen werden wir noch nicht öffentlich diskutieren, da das Änderungsverfahren nicht abgeschlossen ist und die Ergebnisse aus den Gesprächen mit den Kommunen eingearbeitet werden müssen“, teilt Landkreissprecher Michael Fengler mit. Die Satzung werde geändert, um Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur gerecht zu werden, die sich auf die Schulen auswirkten. „Die Schulentwicklungsplanung gibt vor, dass keine Schule im Landkreis Rostock geschlossen wird. Der Landkreis wird mit der Änderung der Satzung seine dafür notwendige Ausgleichsfunktion wahrnehmen.“ Dazu würden Gespräche mit den Ämtern, Städten und Gemeinden geführt, um einen Interessenausgleich zu erreichen. Das Gespräch mit der Stadt Neubukow sei bereits geplant.

Heizhaus wird abgerissen

Mit dem Neubau der Grundschule „Am Hellbach“ in Neubukow sind die Tage des Heizhauses am Panzower Weg gezählt. Es wird dann abgerissen. Hier ist derzeit das Kinder- und Jugendzentrum „Heizhaus“ untergebracht, das Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche macht. „Wir sehen einen Neubau für den Jugendclub vor“, kündigt Bürgermeister Roland Dethloff an. Dieser soll auf dem Schulcampus sein. In dem Grundschul-Neubau sei der Jugendclub nicht vorgesehen. Für den Übergang ziehe der Jugendclub ins Gronau-Haus an der Kröpeliner Straße 23 um.

Von Anja Levien

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