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Bad Doberan Schulen kämpfen gegen Platzmangel
Mecklenburg Bad Doberan Schulen kämpfen gegen Platzmangel
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18:45 23.01.2019
Viel los: An der Conventer Schule in Rethwisch lernen aktuell rund 440 Kinder – Tendenz weiter steigend. Quelle: Conventer Schule
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Bad Doberan/Rethwisch

Rund 440 Schüler lernen derzeit an der Conventer Schule in Rethwisch – verteilt auf 23 Klassen. Noch. „Auch in diesem Sommer werden hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder drei erste Klassen gebildet“, sagt Klaus Bergmann, Vorsitzender des Schulausschusses im Amt Bad Doberan-Land. „Weil aber nur zwei Klassen ausgeschult werden, bekommen wir dauerhaft ein großes Problem – denn es gibt dann keinen einzigen zusätzlichen Raum mehr.“

Dieser Punkt sei mit Blick auf die inklusive Pädagogik besonders prekär, so Bergmann: „Um hier mit den Schülern vernünftig arbeiten zu können, braucht man auch mal einen Rückzugsraum – das ist im Moment aber illusorisch.“ Nach jüngsten Berechnungen müsse man bis zum Jahr 2023 jährlich von etwa 60 Neu-Anmeldungen für die Amtsschule in Rethwisch ausgehen: „Dann hätten wir also immer drei erste Klassen – deshalb müssen wir perspektivisch gucken, wo zusätzliche Räumlichkeiten herkommen könnten.“

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Hort als zwischenzeitliche Notlösung

Eine Alternative: „Wir könnten Räume des neu gebauten Hortes für die Schule nutzen – dazu hat sich Bürgermeister Horst Hagemeister schon bereit erklärt.“ Voraussetzung sei ein Nutzungsvertrag, den die Nachbargemeinden Nienhagen und Admannshagen-Bargeshagen unterschreiben müssten, erklärt Bergmann, der auch stellvertretender Bürgermeister in der Gemeinde Börgerende-Rethwisch ist. Denn der Hort stehe auf gemeindeeigenem Grund und Boden.

„Wir sollten gemeindeübergreifende Vorschläge für ein Gesamtkonzept unterbreiten und auch gemeinsam diskutieren.“ Klaus Bergmann, Vorsitzender Schulausschuss Quelle: Lennart Plottke

Genau von dieser Denkweise müsse man aber wegkommen, ist Bergmann überzeugt: „Nach meiner Auffassung kommen wir mit Einzellösungen nicht weit – wir sollten gemeindeübergreifende Vorschläge für ein Gesamtkonzept unterbreiten und auch gemeinsam diskutieren.“ Nur so könne man die Zukunft des Schulstandortes in Rethwisch sichern. Eine andere Möglichkeit komme für ihn nicht in Frage, stellt Bergmann klar: „Wir könnten die Aufnahmen beschränken – aber wir wollen doch nicht verhindern, dass bei uns auch Kinder aus Nienhagen oder Bargeshagen lernen.“

Doberaner Gymnasium liegt noch im Soll

Auch das Bad Doberaner Friderico Francisceum platzt langsam aus allen Nähten – aktuell lernen hier gut 900 Gymnasiasten. „Noch liegen wir mit Blick auf die Bedarfsplanung des Landkreises bis zum Jahr 2025 im Soll“, sagt Schulleiterin Birgit Hacker. „Aber für die Schüler ist es gefühlt schon sehr voll.“ Vor allem die Unterrichtsplanung für die Oberstufe sei eine Herausforderung: „Die Fachräume sind mehr als gut frequentiert – wir müssen da ja auch bestimmte Bedingungen erfüllen.“

Weil die Schülerzahl im Jahr 2016 die räumliche Kapazität des Gymnasiums am Alexandrinenplatz überschritten hatte, mietete der Landkreis Anfang 2107 im Gebäude des früheren Amtsgerichts an der Verbindungsstraße Räume mit einer Gesamtfläche von 1230 Quadratmetern an. So sind neben fünf Unterrichtsräumen zwei Gruppenräume sowie Computer-, Kunst- und Lehrerzimmer entstanden.

„Noch liegen wir im Soll – aber für die Schüler ist es gefühlt schon sehr voll.“ Birgit Hacker, Leiterin Gymnasium Bad Doberan Quelle: Renate Peter

Und auch in den kommenden Jahren ist eine Verringerung der Schülerzahlen nicht absehbar – im Gegenteil. „Unser Tag der offenen Tür am vergangenen Wochenende ist auf große Resonanz gestoßen“, sagt Birgit Hacker. „Für die Jahrgangsstufe 7 erwarten wir wieder viele Anmeldungen – wir werden mindestens sechs neue Klassen eröffnen.“

Lennart Plottke

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