Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Schwieriges Jahr für Seenot-Retter
Mecklenburg Bad Doberan Schwieriges Jahr für Seenot-Retter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:01 31.12.2018
Das Seenotrettungsboot „Konrad Otto“ der DGzRS-Crew Kühlungsborn ist benannt nach dem Vater eines Förderers, dessen Spende den Bau ermöglichte. Quelle: DGzRS
Anzeige
Kühlungsborn

Hinter der Crew der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) liegt ein schwieriges Jahr. Was nicht an den Einsätzen liegt. 35-mal fuhren die Seenotretter mit ihrem Seenotrettungsboot „Konrad Otto“ hinaus, um Booten und Besatzungen zu helfen, die in Schwierigkeiten waren. „Fast immer abschleppen, weil es einen technischen Defekt gab. Nichts Dramatisches“, fasst Vormann Rainer Kulack zusammen. „Im zurückliegenden Hitze-Sommer hatten die Leute auf ihren Booten offensichtlich keine Lust auf große Aktivitäten“, vermutet Kulack. In den vergangenen Jahren hatte die Crew meistens um die 70 Einsätze.

Dramatisch entwickelte sich jedoch die Personal-Situation. „Drei Crew-Mitglieder haben aufgrund schwerer Krankheiten und nach einem folgenschweren Arbeitsunfall ihre aktive Tätigkeit beenden müssen. Zwei weitere haben aufgrund persönlicher Gründe aufgehört“, rechnet Kulack vor. Die Kühlungsborner Crew hatte zu Jahresbeginn elf aktive Mitglieder. „Wenn du dann auf einmal vor der Situation stehst, dass sich die Zahl fast halbiert hat – dann hast du wirklich ein Problem“, so der Vormann. Allerdings habe sich die Situation inzwischen etwas entspannt. Denn mit Richard Strattner (30) und Eyck Schupang (48) gebe es zwei „engagierte Neuzugänge mit viel Potenzial“.

Nach diesem nicht einfachen Jahr freute sich Kulack besonders darüber, „dass unsere langjährigen Unterstützer auch in diesem Jahr der DGzRS die Treue gehalten haben“. Sehr wichtig, denn die Gesellschaft finanziert ihre Arbeit ausschließlich über Spenden. Zu den Treuen gehört Mario Hoffmann, der Betreiber des Edeka-Marktes in Kühlungsborn-West.

2600 Euro spendeten die Kunden des Edeka-Marktes West im zurückliegenden Jahr. Vormann Rainer Kulack, Mario Hoffmann und Richard Strattner (v.l.) präsentieren stolz das Ergebnis. Quelle: Lutz Werner

Hoffmann überreichte Kulack kurz vor dem Jahreswechsel einen Briefumschlag – prall gefüllt mit 50-Euro-Scheinen: 2600 Euro insgesamt. „Wir sammeln seit fünf Jahren Spenden für die DGzRS-Crew in Kühlungsborn. Das ist ein Rekord-Ergebnis“, so der Einzelhändler. Gesammelt wird auf eine ganz besondere Weise. Am Leergut-Automaten des Getränke-Marktes, ist eine Spenden-Box mit einem Spenden-Aufruf befestigt. „Wir bitten unsere Kunden, dort Leergut-Bons hinein zu werfen. Das Geld haben unsere Kunden gespendet. Ich habe allerdings dann noch aufgerundet“, so Hoffmann.

„Manche Kunden entschließen sich, mal den Bon von einem ganzen Korb Leergut zu spenden. Oft wird auch gestückelt. Der Bon von vier, fünf Flaschen wandert dann in die Box“, hat Richard Strattner, der Leiter des Getränke-Marks beobachtet. „Die Seenotretter machen – mit großem ehrenamtlichen Engagement und viel Kompetenz – eine großartige Arbeit. Aber sie bleiben mit ihrem Job weit draußen auf See meistens unsichtbar. Daher ist es wichtig, auf ihre Tätigkeit öffentlich hinzuweisen und auch dabei zu helfen, dass ihre Arbeit finanziert werden kann“, begründet Hoffmann sein Engagement.

Geholfen hat er auch bei der Personalie Richard Strattner. Kulack hatten den jungen, sportlichen Mann schon länger als potenzielles Crew-Mitglied im Auge. „Aber es macht wenig Sinn, jemanden, der angestellt ist, anzusprechen, bevor mit dem Arbeitgeber geklärt ist, ob er auch während der Arbeitszeit zu Einsätzen kommen kann. Bei Mario Hoffmann habe ich damit eine offene Tür eingerannt. Das ist leider nicht immer so“, erklärt der Vormann.

Die Soll-Stärke der Crew bei Einsätzen auf der „Konrad Otto“ liege bei drei Personen. „Das sieht entspannt aus, denn wir sind wieder acht Leute. Aber wenn – wie bei uns – einige auswärts arbeiten, sieht das gleich ganz anders aus. Da ist es wichtig, hier in Kühlungsborn einsatzbereite Crew-Mitglieder mit ganz kurzen Wegen zu unserem Rettungsboot zu haben“, so Kulack.

Lutz Werner

Rostock Tragischer Unfall im Landkreis Rostock - Quadfahrer nach Sturz verstorben

Zu einem tragischen Unfall kam es am Sonntag in der Gemeinde Wardow östlich von Laage. Dabei verstarb ein 46-jähriger Quadfahrer.

31.12.2018

Wolfgang Dierck, Inhaber des Neptun-Hotels Kühlungsborn, feiert ein seltenes Berufsjubiläum. Er ist seit 50 Jahren im Hotel- und Gastgewerbe tätig. Auch der Queen Mum ist er schon begegnet.

30.12.2018

Die Frist für Gemeindefusionen in Mecklenburg-Vorpommern läuft im Mai 2019 ab. Bisher ist das Interesse an Zusammenschlüssen trotz hoher Hochzeitsprämien gering. Im Landkreis Rostock sind noch drei Fusionen anvisiert.

29.12.2018