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Bad Doberan Seebrücke in Kühlungsborn wird vorerst nicht ausgeschrieben
Mecklenburg Bad Doberan Seebrücke in Kühlungsborn wird vorerst nicht ausgeschrieben
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06:00 28.03.2019
Bislang existiert von der geplanten Seebrücke nur eine Visualisierung. Ein Stadtvertreter hatte sie entwerfen lassen, um die Diskussion um das Projekt wieder in Gang zu bringen. Quelle: Uwe Ziesig
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Kühlungsborn

Die Gestaltung der geplanten zweiten Seebrücke in Kühlungsborn-West soll europaweit ausgeschrieben werden. Das fordert der Handwerker- und Gewerbeverein HGV. Doch der Bauauschuss ist zurückhaltend. „Wir wollen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen“, sagt Hans-Joachim Ollhoff, Vorsitzender des Bauausschusses. Ursprünglich war vorgesehen, bis zum Ende des vergangenen Jahres Architekturbüros um Vorentwürfe zu bitten. „Aber das kostet Geld“, sagt Hans-Joachim Ollhoff. Zunächst solle deshalb geklärt werden, was die betroffenen Träger öffentlicher Belange dazu sagen.

Unklar, wer die Brücke bauen soll

Bislang gibt es nur eine Vorskizze von dem Projekt. Unklar ist auch, ob nicht nur die Gestaltung, sondern auch die gesamte Planung europaweit ausgeschrieben wird. „Vielleicht schreiben wir auch erstmal das Projekt als Ganzes aus“, sagt der Bauausschussvorsitzende. Er hoffe, dass man dadurch einen Investor findet. „Das wird für eine Seebrücke schwierig sein.“ Aber vielleicht lasse sich ja mit der geplanten Bebauung Geld verdienen.

In einem ersten Entwurf sind auf der geplanten Seebrücke gastronomische Einrichtungen und ein Spieleland für Kinder geplant. Um die Diskussion anzuregen hatte Bürgervorsteher Uwe Ziesig, (HGV) dafür ein Planungsbüro beauftragt. „Damit die Stadtvertreter sagen können, was sie wollen und was nicht.“ Nicht gewollt waren in dem Entwurf ursprünglich vorgesehene Verkaufseinrichtungen. Der Hauptausschuss empfahl dagegen eine Anlegemöglichkeit für Ausflugsschiffe. Diese Änderungen wurden in einem neuen Entwurf berücksichtigt, sagt Uwe Zeisig.

Außerdem habe man durch die Besatzung der DGzRS die Wassertiefe ausloten lassen. „Ich dachte, wir müssen erstmal die Voraussetzungen schaffen. Was eine Seebrücke letztendlich kostet, ist noch garnicht Thema. Aber vielleicht kommt ja morgen jemand und sagt, er baut uns eine.“ Dann sei man vorbereitet.

Auf diesem Stand war die Stadt schon vor Jahren: Zwischenzeitlich gab es bereits Entwurfsplanungen und 2015/16 schien es gar, als wolle ein privater Investor im großen Stil loslegen. Doch herausgekommen ist bisher nichts Greifbares. Stattdessen hat sich der Bauausschuss auf seiner jüngsten Sitzung erneut dafür ausgesprochen, dass weiterer Beratungsbedarf besteht. „Das Thema ist zu komplex“, sagt der Ausschussvorsitzende.

In der vergangenen Woche beriet nochmals der Hauptausschuss über den Bau einer weiteren Brücke. Dort ging es jedoch erstmal nur darum, dass die betroffene Wasserfläche entkommunalisiert wird. Das ist nötig, damit ein potenzieller privater Investor dort bauen darf. „Wir haben eine Lageskizze angefertigt, damit die Stadt das in Angriff nehmen kann“, sagt Hans-Joachim Ollhoff.

Umstrittenes Projekt seit 2007 im Gespräch

Bereits seit 2007 wird über den Bau einer zweiten Seebrücke diskutiert. Fast zehn Jahre später hatte sich die Stadtvertretung grundsätzlich dafür ausgesprochen. Im vergangenen Jahr das Gremium beschlossen, dass die Seebrücke in Verlängerung der Herrmannstraße gebaut werden soll.

Bürgervorsteher Uwe Ziesig liegt die Seebrücke am Herzen. „Für mich ist es eine wichtige Infrastrukturmaßnahme und eine Attraktion für die ganze Stadt.“ Er hofft außerdem, dass das Bauwerk mehr Besucher in den Ortsteil West ziehen könnte. „West war zwar immer der ruhigere Ortsteil, aber hier gibt es auch Tourismus und Gewerbetreibende.“

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) hingegen ist der Ansicht, dass eine Seebrücke „so ziemlich das Letzte ist, was Kühlungsborn braucht.“ Stattdessen ist der Vorsitzende Carsten Giesecke der Ansicht, dass sich beide Stadtteile, von denen der eine etwas belebter und der andere etwas ruhiger ist, doch sehr gut ergänzten.

Uwe Ziesig blickt in Sachen Seebrücke auch in die Umgebung. „Unsere Partnergemeinde Grömitz in Schleswig-Holstein legt vor“, sagt er. Dort werde derzeit massiv investiert. „Ich habe Angst, dass wir alles verpennen. Denn die Leute müssen ja nicht nach Kühlungsborn kommen. Wenn es Ihnen hier nicht gefällt, machen sie eben woanders Urlaub.“

Cora Meyer

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