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Bad Doberan Kooperation über sechs Ostseeanrainerstaaten
Mecklenburg Bad Doberan Kooperation über sechs Ostseeanrainerstaaten
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06:00 25.04.2019
Martin Staemmler mulcht mit Seegras Strandroggen vor Kameramann Jens Hinrichsen und Tontechniker Frank Makoben. Quelle: Thomas Hoppe
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Sandhagen

Bernd Reimer lädt sich an diesem Mittwochvormittag gerade einen halben Kubikmeter Rindenmulch bei der Hanseatischen Umwelt CAM GmbH auf seinen Pkw-Anhänger. „Der ist für meinen Kleingarten, für die Bodendecker“, sagt der Sandhäger zufrieden. Rindenmulch hätte er hier erstmals gekauft, bislang nahm er immer Holzhäcksel. Schon kommt der nächste Kunde angefahren.

Das gehört quasi zur traditionellen Schiene der Sandhäger Umwelt-GmbH mit ihrem Kompost, Dünger und Erdenwerk. Die mögliche Zukunft zeigt sich dagegen ein paar Minuten später auf einem Testbeet ganz in der Nähe. Hier mulcht dann der Geschäftsführer mit Seegras ein paar Strandroggenpflanzen – vor der laufenden Kamera von Joker Pictures aus Kiel. Denn die Filmautorin Jela Henning produziert dazu einen Beitrag für die NDR-Nordstory vom 24. Mai (20.15 Uhr) unter dem Titel „Heu-Ernte am Strandufer – Seegras und seine Entdecker“.

Bernd Reimer, Sandhagen: „Ich habe hier jetzt erstmals Rindenmulch gekauft, sonst hatte ich Holzhäcksel. Ich bin zufrieden.“ Quelle: Thomas Hoppe

Nach Sandhagen ist sie mit ihrem Team gekommen, weil hier seit Januar mit Partnern aus Deutschland, Polen, Dänemark, Estland, Schweden und Russland am CONTRA-Projekt gearbeitet wird: „Aus einem Missstand Geld machen“, bringt Geschäftsführer Martin Staemmler die Übersetzung der Abkürzung für „Conversion of a Nuisance to a Resource and Asset“ auf den Punkt.

Mit dem Seegras auf dem Strandroggenbeet will er zum Beispiel auch testen, ob die Vögel damit eventuell ihre Nester bauen oder der Wind das Gras davonweht. Die positive Wirkung auf Pflanzen hätte schon vor Jahren eine Messe-Präsentation auf der Nordbau gezeigt, wo die Sandhäger auf eine von drei Rasenplatten feingehäckseltes Seegras gestreut hatten: „Dieser Rasen war viel schneller und deutlich höher gewachsen als auf den anderen beiden Platten. Da gibt es eine Wirkung“, betont Martin Staemmler – in der Region auch als „Rasenmacher“ bekannt – und ergänzt, dass das aber noch untersucht werden müsse, auch bis Juni 2021. So lange läuft das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung konfinanzierte CONTRA-Projekt, das länderübergreifend das Wissen nachhaltiger Strandbewirtschaftung und Treibselverwertung sammeln und bewerten soll. Die Sandhäger Umwelt-GmbH will sich dabei auf die Weiterentwicklung von treibselbasierten Kompost- und Bodenverbesserungsprodukten konzentrieren. Treibsel besteht überwiegend aus Seegras und Algen.

„Ich bin jetzt 54 Jahre im Geschäft, die ganze Zeit selbstständig. Da muss man auch selber was anfassen und Ideen haben. Dadurch sieht man schließlich, wie die Pflanzen reagieren und kann daraus ein Produkt machen“, erklärt der heute 71-jährige Chef der Umwelt-GmbH eine Grundlage seiner unternehmerischen Erfolge. Dabei treibt ihn – auch angesichts der aktuellen „Sandstürme“, wo eigentlich der Humus wegwehe – um, dass den Böden nicht mehr Kompost angeboten wird: „Das haben die jungen Leute alle nicht gelernt. Kompost hält dauerhaft Wasser – pro Kilo Kompost ein Liter Wasser. Man kann viel machen am Boden. So kann unter Mais auch Weißklee eingesät werden...“

Steffen Aldag, Sandhagen: „Hier kann ich in verantwortungsvoller Position meine Ideen einbringen.“ Quelle: Thomas Hoppe

Für den wissenschaftlichen Leiter von CONTRA in Sandhagen, Umweltingenieur Steffen Aldag, bietet das EU-Projekt auch die Chance, „unsere Verfahrenskette noch einmal zu optimieren“. Das bedeute, zu gucken, welche Kompostprodukte gebraucht würden und wie sichergestellt werden könne, dass die Sandhäger Firma auch künftig kontinuierlich mit Treibsel beliefert werde. Dazu sei man zum Beispiel mit einem Düngemittelhändler im Gespräch, aber auch mit der Kurverwaltung der Insel Poel. Den Hamburger reizt zudem, dass er in Sandhagen seine Ideen in verantwortungsvoller Position einbringen kann.

Thomas Hoppe

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