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Bad Doberan Sie lassen die Kinderlein kommen
Mecklenburg Bad Doberan Sie lassen die Kinderlein kommen
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17:19 05.08.2019
Maja Podack (l.), Emma Elsner und Henrieke Körner tragen bei der Arbeit für die „Kirche am Urlaubsort“ T-Shirts, die Emma selbst gestaltet hat. Mit dabei ist auch die gleichnamige Möwe, in die Spenden geworfen werden können. Quelle: Cora Meyer
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Kühlungsborn

„Mit Kindern kann man wirklich Spaß haben“, sagt Maja Podack. Das hat die 14-Jährige während ihres Einsatzes in der Urlauberseelsorge in Kühlungsborn erfahren. Gemeinsam mit Emma Elsner und Henrieke Körner kümmert sie sich um die kleinen Gäste. Die Mädchen machen unter anderem Spiele, basteln und lesen am Strand Geschichten vor. Mittwochs sind sie bei der Andacht, die Pastor Matthias Borchert am Bootshafen abhält. „Wir helfen mit und spielen auch mal ein Stück auf der Flöte“, sagt Emma Elsner.

Kirche ist Familiensache

Sie ist erst 15 Jahre alt, hat aber schon viel Erfahrung mit Kindern: Emma Elsner hat sechs kleinere Geschwister, ein siebtes ist unterwegs. „Ich habe keine Probleme, mich bei den kleinen Urlaubern durchzusetzen.“ Ihre ganze Familie sei in der evangelischen St.-Johannis-Kirchengemeinde engagiert. „Ich bin immer hier und helfe mit“, sagt die 15-Jährige. Deshalb habe Pastor Mathias Borchert sie auch gefragt, ob sie die Urlauberseelsorge für Kinder und Jugendliche begleiten möchte. „Er wollte jemanden, der über den gesamten Zeitraum von zwei Monaten dabei ist.“ Sie sagte zu. Die Seelsorge geht allerdings nach den Sommerferien noch zwei Wochen weiter. „Dann werde ich wohl von hier aus zur Schule nach Bad Doberan fahren“, sagt Emma Elsner, die mit ihrer Familie in Neubukow wohnt. „Wir fühlen uns in dieser Gemeinde aber so wohl, dass wir auch nach dem Umzug dorthin hiergeblieben sind.“ Nicht ganz einfach zu organisieren: „Von Kühlungsborn nach Neubukow fährt kein Bus“, sagt die 15-Jährige. „Mein Vater arbeitet in Kühlungsborn, der kann mich manchmal nach dem Flötenunterricht mitnehmen. Ansonsten muss ich den leider ausfallen lassen.“ Während der Ferien hat sie es einfacher: Emma Elsner wohnt gemeinsam mit Maja Podack in einem Zimmer über der Pfarrscheune.

Schnitzeljagd für Jugendliche

Der Umgang mit den Urlauberkindern macht ihr Spaß. „Deshalb sehe ich es nicht als richtige Arbeit. Wir können ja trotzdem an den Strand gehen, und in Kühlungsborn zu wohnen ist ja wie Urlaub.“ Emma Elsner hat sich auch die digitale Schnitzeljagd ausgedacht. In einer App werden dabei unterschiedliche Ziele in der Stadt markiert, an denen die Teilnehmer Aufgaben lösen müssen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche. „Wir haben festgestellt, dass diese Zielgruppe bislang nicht abgebildet wurde“, sagt Henrieke Körner. Die Theologiestudentin hat bereits Erfahrung: Seit zwei Jahren engagiert sie sich in der Urlauberseelsorge. „Wir erreichen damit Kinder, die sonst nicht in der Kirche sind.“ Sie hat als Kind in Kühlungsborn gelebt, studiert jetzt in Hamburg und ist im vergangenen Jahr für ein Praktikum wieder an die Ostsee zurückgekehrt. „Ich bin froh, wieder hier zu sein und den Sommer mitzugestalten.“

Wer möchte mitmachen?

Für die Mitarbeit in der Urlauberseelsorge sucht Pastor Matthias Borchert Freiwillige. Wer Interesse hat, kann sich unter der Telefonnummern 038293/17261, 0151/22 68 46 83 oder per Mail an kuehlungsborn@elkm.de um ein Praktikum bewerben. Die jungen Leute gestalten bis August unter anderem die „Gute-Nacht-Geschichte“ im Strandkorb. Die beginnt jeweils dienstags, donnerstags und samstags um 17 Uhr. am Strandzugang 4. Auch das Bastelcafé (freitags ab 15 Uhr in der Pfarrscheune neben der St.Johannis-Kirche) begleiten sie.

Bevor die jungen Frauen mit der Urlauberseelsorge beginnen durften, mussten sie ein Vorbereitungsseminar in Hamburg absolvieren. Mit dabei waren alle Urlauberseelsorger der evangelischen Landeskirche. „Da haben wir etwas über Pädagogik gelernt und rechtliche Grundlagen“, sagt Henrieke Körner. Sie will später Pastorin oder Lehrerin werden – auf jeden Fall aber mit Kindern arbeiten.

Erfahrungen für die Zukunft

Ein Theologiestudium hat auch Emma Elsner im Sinn. „Zunächst einmal werde ich aber wohl mein Schulpraktikum im kommenden Jahr wieder hier machen. „Ich sammle Erfahrungen und will so viel wie möglich erleben“, sagt sie. Auch Maja Podack weiß noch nicht, wo es beruflich hingehen soll. Zu ihrem Praktikum in der Urlauberseelsorge ist sie über einen Flyer gekommen, der in ihrer Heimatgemeinde in Güstrow auslag. „Ich fand das cool“, sagt sie. „Und ich dachte, sonst langweile ich mich in den Ferien.“ Zuerst habe sie gedacht, sie könne „nicht so mit Kindern“. „Aber das ist eine Sache der Übung.“ Am Anfang habe sie sich vor allem beim Vorlesen von Geschichten am Strand nicht so recht getraut. Vor kurzem aber hat die 14-Jährige gemeinsam mit Emma Elsner zum ersten Mal allein einen Kindergottesdienst gestaltet. „Das würde ich voll gerne noch mal machen.“

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