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Bad Doberan Seit 40 Jahren Saft aus Satow
Mecklenburg Bad Doberan Seit 40 Jahren Saft aus Satow
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14:12 01.08.2018
Rolf Peters leitet seit 1990 die Satower Mosterei. Seit Mai verkaufen sie auch Saftschorle. Quelle: Christin Tute
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Satow

Wo einst eine Molkerei war, werden seit 1978 über 50 verschiedene Sorten Saft hergestellt – von Apfel über Sanddorn und Rhabarber bis zu Tomate ist alles dabei. In der Satower Mosterei werden jedes Jahr bis zu zwei Millionen Liter Saft produziert.

In der Satower Mosterei werden über 50 Sorten Saft aus regionalen Zutaten hergestellt. Im Herbst können auch Kunden ihre Äpfel zum Pressen bringen und so Saft aus den eigenen Früchten erhalten.

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„Letztes Jahr war es weniger, da war kein Obst da“, sagt Rolf Peters, Inhaber der Satower Mosterei. Für dieses Jahr erwartet er aber gute Ergebnisse: „Die Bäume hängen voll. Wir hoffen, dass es ein vernünftiges Jahr wird.“

Obst und Gemüse aus der Region

Das Obst und Gemüse kommt aus der Region. Auch Kunden mit eigenen Bäumen bringen ihre Früchte zum Verarbeiten nach Satow. Denn die Satower Mosterei betreibt eine sogenannte Lohnmosterei.

Kunden, die ihr Obst bringen, haben zwei Wahlmöglichkeiten: Sie können Saft aus ihren eigenen Früchten pressen lassen, oder sie geben ihre Früchte zur Lohnmosterei ab. Ab September geht das für Äpfel und Birnen. Aus allen abgegebenen Früchten wird ein Saft gepresst. Die Kunden bekommen dafür eine Karte, mit der sie sich im Hofladen je abgegebenem Kilo eine Flasche frei wählbaren Saftes aussuchen können. Gepresst werden die Säfte vor Ort.

Kleine, große und mobile Produktionen

Es gibt eine kleine und eine große Produktion. In der kleinen Produktion bekommen die Kunden den Saft aus eigenen Äpfeln. Das ist auch in der mobilen Mosterei möglich. Rolf Peters Sohn Benjamin Peters ist mit dem Anhänger, in dem sich die mobile Mosterei befindet, ab September in Mecklenburg unterwegs. 50 Kilogramm Obst müssen mindestens mit zu dem Termin gebracht werden. „Sonst lohnt es sich nicht“, sagt Rolf Peters. Er erklärt: „Bei 100 Kilo Obst kommen etwa 75 bis 80 Liter Saft raus. Das hängt aber immer von der Frucht ab.“

Most-Boxen halten den Saft frisch

Für den Saft werden die Äpfel erst gründlich gereinigt. Dann werden sie zerkleinert und auf der Bandpresse gepresst. Der so entstandene Saft wird auf 80 Grad Celsius erhitzt und in spezielle Most-Boxen gefüllt. Diese Boxen sind Kartons, in denen sich Drei-, Fünf- oder Zehn-Liter-Beutel befinden. Darin hält sich der Saft ungeöffnet ein Jahr lang. Aber auch nach dem Öffnen ist der Saft noch drei Monate haltbar. „Weil keine Luft in die Boxen kommt“, erklärt Rolf Peters.

Apfelsaft wird das ganze Jahr gelagert

Die große Produktion findet in der Mosterei statt. Dort stehen auch Tanker, in denen meist Apfelsaft gelagert wird. Zwischen drei- und vierzehntausend Litern fassen die Tanks. „Apfelsaft wird halt das ganze Jahr über getrunken“, sagt Rolf Peters.

Online-Handel seit zehn Jahren

Aber auch der Sanddornsaft sei sehr beliebt, besonders bei Touristen. Die können seit mittlerweile zehn Jahren nicht nur im Hofladen ihren Saft kaufen. Ein Online-Handel ermöglicht Bestellungen von weit her.

„Damals haben wir mit einem Paket am Tag angefangen“, erzählt Rolf Peters. „Jetzt haben wir auch mal Bestellungen aus den Niederlanden.“ Touristen fragten oft, wo sie den Saft in ihrer Heimat kaufen könnten. „Es ist sehr viel geworden.“ Allein zwei der insgesamt 20 Mitarbeiter sind für den Online-Vertrieb zuständig.

Die neue regionale Schorle

Beliebt sei zurzeit besonders die Schorle aus der Satower Mosterei. Die gibt es seit Mai in den Geschmacksrichtungen Apfel-Ingwer oder Rhabarber. „Apfel-Ingwer ist aus regionalen Produkten, der Rhabarber kommt sogar aus Warnemünde“, erzählt Rolf Peters. „Der Ingwer ist auch frisch.“

Die Schorle „Ostseespritz“ gibt es nur im Hofladen oder bei Getränkeland zu kaufen. „Wir wollten schon immer eine Schorle machen und Getränkeland wollte eine regionale Schorle verkaufen. So hat es perfekt gepasst“, sagt Rolf Peters.

Christin Tute

Bad Doberan Bad Doberan/Güstrow - Die Region braucht Wachstum
01.08.2018
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