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Bad Doberan Sicherungsarbeiten an der Wollscheune in Bad Doberan
Mecklenburg Bad Doberan

Sicherungsarbeiten an der Wollscheune in Bad Doberan 

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11:00 22.01.2020
Sicherungsarbeiten an der Ruine der Wollscheune in Bad Doberan: Ludwig Abs (l.) und Hagen Straßburg von der Firma Bauhof Dorsch beraten die nächsten Schritten. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

An beiden Seiten der Nordwand der Ruine der Wollscheune steht ein Gerüst. Ein Teil der Mauerkrone ist schon seit November gesichert. Ludwig Abs und Hagen Straßburg von der Firma Bauhof Dorsch arbeiten sich Stück für Stück voran. Bis ins Frühjahr dauert die Sicherung noch an.

Seit 2018 ist die Ruine auf dem Klostergelände eingezäunt. „Teile der Mauerkrone drohten abzustürzen“, begründet Ellen Stage, Mitarbeiterin im Bauamt der Stadt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege unterstützen die Sicherung des Gebäuderestes mit 25 000 Euro beziehungsweise 50 000 Euro.

So sieht die Mauerkrone der alten Wollscheune aus. Quelle: Anja Levien

Insgesamt werden 175 000 Euro investiert. „Es wird ein Konzept zur Sicherung der gesamten Ruine erstellt“, sagt Ellen Stage und die Mauerkrone werde gesichert. „Dabei soll möglichst die Originalsubstanz erhalten bleiben“, sagt die Rathausmitarbeiterin. Gar nicht so leicht, denn durch Wurzeln und Bewuchs ist die Ruine beschädigt. Zum Teil fielen die Steine in sich zusammen, wenn man sie behandele.

Nordwand ist Schalenmauerwerk

Das bestätigt Ludwig Abs. Bei der Wand handle es sich um ein Schalenmauerwerk. Das heißt, es gibt eine innere und eine äußere Schale und die Mitte wurde mit unterschiedlichsten Materialien gefüllt. „Das habe ich so noch nicht gesehen“, sagt Abs.

Zusammen mit dem Restaurator würde sich genau angeschaut, welcher Stein erhalten bleiben kann und welcher ersetzt werden muss. Einige Risse in den Steinen lassen sich durch eine bestimmte Mörtelmischung „kleben“ und behalten dadurch ihr altes Aussehen.

Seit 2018 ist die Ruine der Wollscheune auf dem Klostergelände in Bad Doberan durch einen Zaun abgesperrt. Quelle: Anja Levien

Die Wollscheune wurde um 1300 errichtet. Es war ein Gebäude mit Obergeschoss, soll als Gästehaus oder Hospiz genutzt worden sein. Bauhistorisch ist es noch nicht erforscht. Überliefert ist, dass um 1550 die Bezeichnung Siechenhaus für das Gebäude aufkam, so Sabine Krahn-Schulze vom Verein der Freunde und Förderer des Klosters bei der Übergabe des Fördermittelbescheids im April 2019. Belegt ist, dass 1762 ein Gutsbesitzer dieses Gebäude gepachtet und eine Wollmanufaktur eingerichtet hat.

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Von Anja Levien

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