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Bad Doberan Weitere Solaranlage in Kröpelin?
Mecklenburg Bad Doberan Weitere Solaranlage in Kröpelin?
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19:00 26.02.2019
Der Solarpark im Gewerbegebiet in Kröpelin wurde 2012 gebaut. Jetzt könnte nahe Brusow ein weiterer Park entstehen.
Kröpelin

Die Solarfaktor GmbH aus Waren (Müritz) möchte eine Fotovoltaikanlage nahe Brusow errichten. Das Projekt hat Projektentwickler Malte Achner jetzt im Bauausschuss vorgestellt. Die sieben Ausschussmitglieder hatten keine Einwände gegen das Vorhaben, für das jetzt ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan (B-Plan) erarbeitet werden soll. Dann entscheiden die Stadtvertreter. In Kröpelin steht bereits ein Solarpark im Gewerbegebiet „Süd-West“, welcher von der Stadt betrieben wird.

Die Projektplaner haben für die neue Solaranlage eine etwa zwei Hektar große Fläche nahe Brusow ins Auge gefasst. Diese liegt an der Bahnschiene, die Bad Doberan mit Kröpelin verbindet. In einer Breite von 110 Metern sollen die Solarmodule errichtet werden. Wie Malte Achner erläutert, werde die Anlage eine installierte Leistung bis 750 Kilowatt haben. Diese Anlagen müssten nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz nicht europaweit ausgeschrieben und könnten gleich errichtet werden. Vorausgesetzt in der Gemeinde wurde so eine Anlage seit zwei Jahren nicht realisiert, denn diesen zeitlichen Abstand verlangt das Gesetz. Das Gesetz regelt zudem, wo Fotovoltaikanlagen errichtet werden dürfen. „Wir sind EEG-abhängig. Das Gesetz sagt, wir dürfen uns entlang Bahnschienen und Autobahnen orientieren“, erläutert Achner. Innerhalb eines Korridors von 110 Metern Breite werde der Strom vergütet, heißt, es gibt Geld für die Stromproduktion.

Bei der Fläche in Brusow zwischen Schiene und Brusower Allee würde es sich um kein Schutzgebiet handeln, erläutert Achner. Weiterer Schritt: „Wir haben beim Netzversorger angefragt.“ Demnach könne Strom ins Netz eingespeist werden, ein Einspeisepunkt sei in der Nähe. Mit dem Besitzer des Grundstücks sei bereits über einen Pachtvertrag gesprochen worden.

Um die Anlage zu errichten, muss Baurecht geschaffen werden. „Wir müssen einen vorhabenbezogenen B-Plan erstellen“, sagt Achner. Die Gemeinde habe die Planungshoheit und müsse hier entscheiden. „Wir verpflichten uns, alle Kosten zu übernehmen.“ Die Solarfelder hätten einen Anstellwinkel von 20 Grad, die Maximalhöhe betrage 2,80 Meter. Die Laufzeit der Anlage betrage mindestens 20 Jahre.

Stadt in Solarparkbesitz

Drei Hektar ist der Solarpark am Rande des Gewerbegebiets „Süd-West“ in Kröpelin groß, der 2012 auf städtischem Grund errichtet wurde. Am 1. Juni 2015 übernahm die Stadt das 1,7-MW-Photovoltaikfeld. Knapp 2,5 Millionen Euro betrug der Kaufpreis. Eine Anstalt des öffentlichen Rechts wurde gegründet.

Die Solarfaktor GmbH ist auf Freiflächenanlagen spezialisiert, hat in den vergangenen acht Jahren über 30 Projekte realisiert, darunter Solarparks in Wismar, Mirow, Diedrichshagen und Güstrow. Eine Ausgleichsmaßnahme für das Vorhaben ist noch nicht festgelegt, informiert Achner auf Nachfrage von Bauausschussvorsitzender Karin Reichler. „Wir machen im ersten Schritt den Aufstellungsbeschluss, dann wird der Planer beauftragt, der den Eingriff bilanziert und den Ausgleichsbedarf ermittelt“, sagt der Projektplaner. „Wir versuchen die Ausgleichsmaßnahme innerhalb der Gemeinde umzusetzen, da sind wir auf Flächen angewiesen.“ Doch auch auf Ökokonten sei schon zurückgegriffen worden.

„Wir werden einen städtebaulichen Vertrag schließen“, kündigt Rüdiger Kropp an, sollte es zur Realisierung kommen. „Aber die Frage ist auch immer, was hat die Stadt davon“, so der Bauamtsleiter in Bezug auf Steuereinnahmen oder einen finanziellen Ausgleich.

Laut Gesetz müssen 70 Prozent Gewerbesteuer an die Gemeinde oder Stadt gezahlt werden, wo der Strom produziert wird, so Achner. Die Solarfaktor GmbH versuche das anders zu regeln und über einen Gestattungsvertrag eine Einigung zu finden.

Auf Nachfrage von Bauausschussmitglied Guido Winkler antwortet Malte Achner, dass die Solarfaktor GmbH die Anlage dauerhaft betreiben möchte.

Anja Levien

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