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Bad Doberan Sport und Hobbys verbinden Hanstorfer
Mecklenburg Bad Doberan Sport und Hobbys verbinden Hanstorfer
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14:00 12.04.2019
Hanstorf aus der Vogelperspektive: 524 Einwohner zählt der Ort in der Gemeinde Satow. Quelle: Archiv Wolfgang Arndt
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Hanstorf

Regina Johannsen lebt seit 2000 in Hanstorf und beschäftigt sich leidenschaftlich mit der Historie und den Einwohnern. Sie ist verantwortlich für die Interessengemeinschaft Historie Hanstorf und lebt ihre Leidenschaft für diesen und die umliegenden Orte.

Die 72-Jährige lässt die Historie Revue passieren: „Hanstorf war früher eine Domäne. Es gehörte dem Großherzog in Schwerin. Ein Domänenpächter wurde eingesetzt. Alle, die hier wohnten, arbeiteten auf dem Gut. 1945 wurde es enteignet. Einwohner und Flüchtlinge bekamen Bodenreformland.“ Ackerland, Wiese und Wald sowie landwirtschaftlicher Geräte wurden aufgeteilt. „Die Bewohner wirtschafteten zusammen. Einigen, die sich nicht für die Landwirtschaft begeisterten, fiel es sehr schwer, hier zu leben. Hanstorf war einer der ersten Orte, die bereits 1953 eine LPG hatten.“

Dorf durch Landwirtschaft geprägt

Konrad Fock kam im April 1945 nach Hanstorf. Der 84-Jährige begeisterte sich nicht für die Landwirtschaft, sondern machte auch eine kaufmännische Lehre. „Ich wuchs im Handel auf und war bis zum Ruhestand im Handel tätig. Ich zog aber dennoch nie in die Großstadt, sondern blieb immer auf dem Land“. Seine Ehefrau Gertrud Fock ist eine der ältesten Dorfbewohnerinnen. „Ich kam mit zwölf Jahren nach der Flucht aus Westpreußen hierher. Wir feierten viel im damaligen Schulraum“, erinnert sich die 86-Jährige. „Die Menschen waren glücklich. Die Kinder arbeiteten in der Freizeit schon in der Landwirtschaft mit.“

Die Volkssolidarität und der Sportverein waren unter anderem dafür verantwortlich, dass alle so schnell zusammenwuchsen. Die Volkssolidarität war ursprünglich eine Gemeinschaft, die „Not lindern“ wollte. Jetzt ist die Zusammengehörigkeit im Fokus frei nach dem Motto „Miteinander - Füreinander“. Monatlich findet der „Klönsnack“ mit unterschiedlichen Themen statt. Die Ortsgruppe befindet sich in Hanstorf. Sylvia Stieg ist eines der führenden Mitglieder. Sie ist Hobby-Künstlerin, die gerne malt und bastelt.

Schnelle Integration durch Sportverein

Als Kommunikationsplattform sowie zur Förderung der Dorfgemeinschaft spielte der Sportverein schon immer eine wichtige Rolle. Kai-Jens Boehm lebt sei 17 Jahren in Hanstorf und ist Leiter des Sportvereins: „Wir wurden im Dorf ziemlich schnell als Familie aufgenommen und integriert. Das kam durch Veranstaltungen und den Sportverein“.

Engagieren sich in Hanstorf und freuen sich, dass sie mit dem Gemeindehaus einen Treffpunkt haben (v.l.): Kai-Jens Boehm, Nicole Edlich, Gertrud Fock, Konrad Fock, Regina Johannsen, Ariane Slobidnyk, Sylvia Stieg und Charlotte Koch. Quelle: Anke Kisters

Ebenso begeistert äußern sich viele Dorfbewohner, so auch Ariane Slobidnyk: „Durch den Sportverein waren wir sehr schnell integriert. Die älteren Mitglieder warben um unsere Mitgliedschaft. Er wurde 1968 gegründet und hat zur Zeit 83 Mitglieder, die zwischen 15 bis 87 Jahre alt“. Im Angebot sind: Line Dance, Tischtennis, Gymnastik, Kindergruppen etc.

Die Sport-, und sonstigen Veranstaltungen finden nun Im Gemeindehaus statt. Die Interessengemeinschaft Hanstorf sah eine ihrer Aufgaben darin, ein Wandgemälde für den Gemeindesaal zu organisieren. Sie sammelten in allen sechs beteiligten Orten, um dieses Gemälde erstellen zu lassen. Darauf sind die Bewohner sehr stolz.

Viele Jahre zuvor gab es hier im alten Gemeindehaus einen kleinen Saal, einen Konsum, eine Bibliothek, einen Friseur und eine Arztpraxis. Es sollte zunächst in seiner ursprünglichen Größe erhalten bleiben. Ariane Slobidnyk erinnert weiter: „Wir kämpften darum, dass wir dieses Gebäude viel größer bauen durften, weil es als Einrichtung und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens zu klein war“.

Ein Mirabellenbaum wurde vor dem Gemeindehaus in Hanstorf gepflanzt. Quelle: Anke Kisters

Am „Umwelttag“, an dem jährlich der Ort von den Einwohnern „geputzt und gesäubert“ wird, wurde in diesem Jahr von denselben am 6. April ein Mirabellenbaum vor dem Gemeindehaus eingepflanzt. Er ist ein Geschenk der Gemeinde Satow zum 750-jährigen Bestehen Hanstorfs im nächsten Jahr. Die freiwillige Feuerwehr, die über 80 Jahre alt ist, besitzt im Gemeindehaus eigene Räumlichkeiten.

Anke Kisters

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