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Bad Doberan Nach vier Jahren: Sportler zahlen in Rethwisch jetzt für Flutlicht
Mecklenburg Bad Doberan Nach vier Jahren: Sportler zahlen in Rethwisch jetzt für Flutlicht
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06:30 22.11.2019
Tilo Jenss, Trainer beim SV Rethwisch, zeigt den Automaten für die Flutlichtanlage auf dem Sportplatz in Rethwisch. Mit diesem lassen sich die Stromkosten laut Amt besser abrechnen. Quelle: Anja Levien
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Rethwisch

Seit 2015 hat Rethwisch einen neuen Sportplatz mit Flutlichtanlage. Viele Vereine aus der Region mieten den Platz von der Gemeinde, zahlen stundenweise 15 Euro. Seit diesem Jahr sind weitere Kosten hinzugekommen. Denn die Flutlichtanlage kann jetzt nur per Münzeinwurf aktiviert werden. Für Vereine bedeutet das Mehrkosten, vor finanzielle Schwierigkeiten stellt es sie jedoch nicht.

„Es sind Mehrkosten, die gezahlt werden müssen, aber ich bin dennoch dankbar, dass wir die Anlage nutzen können“, sagt Peter Seelige-Steinhoff, Vorsitzender des 1. FC Obotrit Bargeshagen. 70 Euro kostet den Verein ein Punktspiel auf dem Rethwischer Platz. Darin enthalten seien die Platzkosten mit 15 Euro pro Stunde, das Geld für die Flutlichtanlage mit 7,50 Euro für 90 Minuten sowie 25 Euro für den Schiedsrichter und seine Fahrkosten. „Das ist schon viel Geld, aber immer noch günstiger, als wenn ich eine Halle mieten müsste“, so Steinhoff. Der Sportplatz in Bargeshagen hat keine Flutlichtanlage, weshalb die Fußballer des Öfteren nach Rethwisch ausweichen.

Anlagennutzung war nicht nachvollziehbar

Grund für die Umrüstung der Flutlichtanlage ist die Stromabrechnung. „Wir haben den Strom nie berechnet, weil es nicht nachvollziehbar war, wer die Anlage wann genutzt hat“, erläutert Uwe Ziesig, Ordnungsamtsleiter im Amt Bad Doberan-Land. Zwar hätten die Nutzer den Zählerstand abfotografiert und dem Amt zugeschickt, aber dennoch entstanden Unstimmigkeiten. „Die Gemeinde blieb auf den Kosten sitzen.“

Mit der Automaten-Lösung sei der Stromverbrauch jetzt besser nachvollziehbar. „Und es ist auch energiesparender“, sagt Bürgermeister Horst Hagemeister. Die Nutzer würden jetzt bewusster auf den Stromverbrauch achten. Um die Kosten für 90 Minuten festzulegen, sei der Stromverbrauch ermittelt worden, „danach wurde der Preis festgelegt“, so Ziesig.

Reinshagen muss nach Rethwisch ausweichen

Auch für den SV Reinshagen 64 entstehen jetzt Mehrkosten. Finanzielle Schwierigkeiten habe der Verein dadurch aber nicht. „Nein, das kann ich nicht sagen. Wir nutzen den Platz nicht so oft“, sagt Vereinsvorsitzender Jürgen Schulz. Umständlich sei, dass jetzt erst die Münzen beim Amt geholt werden müssten. „Wir nutzen den Platz aber trotzdem.“

Zwar hat Reinshagen eine Flutlichtanlage, jedoch ist der Sportplatz witterungsbedingt nicht immer bespielbar. „Er ist jetzt zu nass. Eigentlich trainieren wir um die Jahreszeit noch draußen.“ Der Verein, der sieben Fußballmannschaften zählt, weicht jetzt in die Sporthalle in Satow aus. „Für die Kinder müssen wir da nichts zahlen.“

Anfängliche Schwierigkeiten mit Anlage

Tilo Jenss nutzt den Rethwischer Platz regelmäßig. Er ist Trainer der Ü-35-Männermannschaft beim SV Rethwisch. Dass für die Flutlichtanlage jetzt Geld bezahlt werden soll, ist für den 43-Jährigen in Ordnung. „Wir haben keine weiteren Kosten mehr für den Sportplatz oder für die Instandhaltungskosten.“ Denn seit dem Neubau kümmert sich die Gemeinde um Pflege und Unterhaltung. „Früher haben wir den Rasen gemäht oder mussten reagieren, wenn ein Tor beschädigt war.“

Sanierung

2014/15 wurde der Sportplatz in Rethwisch erneuert. Entstanden sind Kunststoff-Kleinspielfelder, eine Kugelstoß- sowie eine kombinierte Weit- und Dreisprunganlage, dazu Rundlauf- und Anlaufbahnen sowie ein Kunstrasenplatz. Der Neubau für rund eine Million Euro war für den Schulsport dringend gebraucht worden.

Die anfänglichen Schwierigkeiten beim Betrieb der Flutlichtanlage seien zusammen mit dem Amt schnell behoben worden. Zu Beginn hatte eine Münze das Flutlicht für 50 Minuten aktiviert. Der Automat nahm keine zwei Münzen auf einmal an, so dass das Flutlicht nach 50 Minuten ausging und jemand erst nach zehn Minuten eine neue Münze einwerfen konnte, erinnert sich Jenss. Für Trainings- und Spielbetrieb war das nicht praktikabel. „Es gab Vor-Ort-Termine und jetzt haben wir eine Lösung.“ Die Münze gilt jetzt für 90 Minuten und es können auch gleich mehrere hintereinander eingeworfen werden.

Mit seiner Männermannschaft ist Tilo Jenss jeden Mittwoch auf dem Platz zum Training – bei Wind und Wetter. „Im vergangenen Jahr haben wir das Training einmal witterungsbedingt abgesagt, weil die Blitze rundherum einschlugen.“

Von Anja Levien

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