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Bad Doberan Stadt bremst Bau von Wohnanlage in Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan Stadt bremst Bau von Wohnanlage in Kühlungsborn
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17:25 22.02.2019
In der Neuen Reihe in Kühlungsborn sollen im Frühjahr die Bauarbeiten beginnen.
In der Neuen Reihe in Kühlungsborn sollen im Frühjahr die Bauarbeiten beginnen. Quelle: Cora Meyer
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Kühlungsborn

Der Bau einer geplanten Wohnanlage mit insgesamt sieben Gebäuden in Kühlungsborn verzögert sich. Grund ist ein drohender Rechtsstreit zwischen der Stadt und dem Bauherrn, der Firma Tatenberger Immobiliengesellschaft (TIG). Dort verweist man auf die Firma Koopmann-Immobilien am Meer, die die Gebäude vermarkten soll. „Es gibt eine bestehende Baugenehmigung, die im August vergangenen Jahres ausgestellt wurde“, sagt der Geschäftsführer. „Die stellt die Stadt jetzt aber in Frage.“ Damit würde sich demnächst das Verwaltungsgericht beschäftigen.

„Wir mussten gegen den Bau Einspruch einlegen“, sagt Bürgermeister Rüdiger Kozian. Aus „taktischen Gründen“ habe der Bauherr bei der Höhe der geplanten Gebäude getrickst. „Es ist im Bebauungsplan vorgeschrieben, dass auf dem Gelände nicht dreigeschossig gebaut werden darf“, erklärt der Rathauschef. Als ein Vollgeschoss gilt dabei eine Raumhöhe von 2,30 Metern. Um das zu umgehen, habe der Bauherr das dritte Geschoss nur 2,29 Meter hoch geplant. Rein rechnerisch gilt es dadurch nicht als vollständiges Stockwerk – „was es aber de facto natürlich ist“, sagt Rüdiger Kozian.

Stadt braucht Wohnraum

„Wir mussten gegen den Bau erstmal Widerspruch einlegen. Wie es weitergeht, entscheiden die Stadtvertreter“, sagt Rüdiger Kozian Bürgermeister von Kühlungsborn Quelle: OZ

Erschwerend komme hinzu, dass die Stadt bei Eigentumswohnungen nicht kontrollieren könne, wie diese genutzt werden. „Eigentlich sind wir für den Bau, denn wir brauchen den Wohnraum.“ Der wäre allerdings nur dann verfügbar, wenn die Käufer der Wohnungen diese auch vermieten würden.

Deshalb hat die Stadt das Vorhaben vorerst gestoppt. „Vorerst werde auf dem Areal also nichts passieren“, heißt es von Seiten des Bauherren. Ursprünglich hätte in diesem Frühjahr mit dem Bau begonnen werden sollen – so steht es zumindest auf dem Baustellenschild an der Neuen Reihe. Ob der Widerspruch der Stadt aufrecht erhalten wird, müssen die Stadtvertreter auf ihrer nächsten Sitzung entscheiden. Am 28. Februar steht das Thema dort auf der Tagesordnung.

Vier Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen, zwei Doppelhäuser und ein Reihenhaus sollen auf der Brache entstehen. Jeweils zwei der Mehrfamilienhäuser, die an die Straße angrenzen, sind unterirdisch mit einer Tiefgarage verbunden. Im mittleren Bereich des Grundstücks entstehen weitere Parkplätze und ein Müllplatz. Die TIG plant außerdem einen Spielplatz. Sie will das Areal, das den Namen Silvania trägt, auch bepflanzen und Rollrasen verlegen lassen.

Die TIG hat bereits mehrere Wohn- und Geschäftshäuser im Ortsteil West bauen lassen.

Baustart für Edeka-Markt weiter unklar

Kaum Fortschritte gibt es hingegen beim Neubau des Edeka-Marktes in Kühlungsborn. „Das Verfahren bezüglich des Bebauungsplans stockt“, sagt Peggy Westphal, Leiterin des Bauamtes. Der Grund sei, dass noch einige Zuarbeiten des Vorhabenträgers fehlen. Es sei momentan unklar, wann es mit dem Bau losgehen kann. „So ein B-Plan-Verfahren ist grundsätzlich langwierig.“

Der Bauherr Mario Hoffmann hatte bereits ein erstes Projekt vorgelegt. Der Ortsverband der Grünen im Ostseebad Kühlungsborn und die Ortsgruppe Bad Doberan und Umland des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten jedoch dagegen protestiert: Der Neubau soll in eine feuchte, naturbelassene Wiesen- und Buschlandschaft hinter dem jetzigen Markt hineingebaut werden. Deshalb wurde dem Investor geraten, sein Vorhaben in wichtigen Details noch einmal zu überarbeiten.

1500 Quadratmeter Verkaufsfläche soll der neue Edeka-Markt haben. Das bestehende Gebäude ist mit 809 Quadratmetern nur knapp halb so groß. Es soll abgerissen werden, wenn der neue Markt steht.

Cora Meyer

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