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Bad Doberan Warum dieser Grünstreifen in Kühlungsborn zum Ärgernis wird
Mecklenburg Bad Doberan Warum dieser Grünstreifen in Kühlungsborn zum Ärgernis wird
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14:31 09.08.2019
Uwe Neisius, ehemaliges Mitglied im Bauausschuss, kommt jeden Tag an dem ungepflegten Grünstreifen vorbei. Quelle: Cora Meyer
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Kühlungsborn

Matschig bei Regen, staubig bei Sonnenschein und das ganze Jahr über ungepflegt findet Uwe Neisius den Grünstreifen entlang der Straße Unter den Kolonnaden. Das Gras ist abgetreten, überall gibt es kahle Stellen. Wenn es stark regnet, steht hier alles unter Wasser, sagt das ehemalige Mitglied im Bauausschuss. Darunter habe auch die Bäckerei Junge zu leiden, die Unter den Kolonnaden eine Filiale betreibt. „Auf dieser Fläche staut sich bei Starkregen das Wasser und dringt in unser Geschäft ein“, sagt auch Junge-Sprecher Gerd Hofrichter. „Das stört unsere Mitarbeiter und natürlich auch unsere Gäste.“ Zu denen gehört Uwe Neisius, der hier selbst jeden Tag frühstückt, wie er sagt. Im Sommer, bei Trockenheit wirbele der Wind die lose Erde auf. „Die weht dann den Gästen der Bäckerei ins Gesicht, die auf der Sonnenterrasse am Baltic Platz sitzen“, sagt Uwe Neisius.

Dort kehrten unter anderem viele Fahrradfahrer ein. Für die sei der Grünstreifen bei Regen kaum passierbar. Hinzu käme auf der anderen Seite aber auch, dass durch die Räder der Grünstreifen weiter beschädigt würde. Auch um die Pflege des verbliebenen Grases würde sich niemand kümmern. Erst nachdem es Beschwerden gab, sagt Uwe Neisius, sei das Bauamt gekommen, um es zu mähen. Ein Grund dafür ist nach Angaben von Bürgermeister Rüdiger Kozian, dass die Stadt aus Gründen des Umweltschutzes die Taktung des Grünschnitts erweitert habe.

Entwässerung ist notwendig

Uwe Neisius wünscht sich auf der Fläche eine Entwässerung. „Man könnte den Rasen auskoffern und stattdessen Kies hineinfüllen. Das nähme das Wasser auch etwas auf und sähe gepflegter aus. Auch eine Drainage wäre möglich. Dafür müssten man den nebenliegenden Weg aufnehmen und Rohre in der Erde versenken, durch die das Regenwasser ablaufen könnte. „Das ist doch kein Wahnsinnsaufwand. Die Baumaßnahme würde ja nicht monatelang dauern.“ Uwe Neisius ist gewissermaßen vom Fach. Er arbeitet für eine Firma, die Gebäude vor Schäden durch die Einwirkung von Wasser und Feuchtigkeit schützt.

Er habe sich bereits mehrfach an das Bauamt gewandt und diesen Vorschlag gemacht, sagt der Kühlungsborner. „Bisher tut sich aber nichts.“ Man habe seinen Vorschlag prüfen wollen. Nach Angaben des Bäckerei-Sprechers arbeite das Unternehmen eng zusammen mit der Stadt an einer Lösung. Die solle jedoch nachhaltig sein. „Und das bedeutet, dort eine Drainage zu legen.“ Das gestalte sich wiederum als etwas schwierig. „Dieser Grünstreifen ist etwas komplexer, als er aussieht.“, sagt Gerd Hofrichter. „Wir sind aber optimistisch und sehen einer baldigen Lösung entgegen.“

Stadt will neuen Ablauf bauen

„Die könnte, zumindest übergangsweise, so aussehen, dass man ein unterirdisches Auffangbecken baut“, sagt Bürgermeister Rüdiger Kozian. Problematisch sei allerdings, dass das Regenwasser von den Kolonnaden nirgendwohin abfließen könnte. „Der Anschluss an die bestehenden Leitungen unter dem Baltic Platz bringt nichts, denn die stehen bei Starkregen ohnehin massiv unter Druck. Auch der Platz ist dann regelmäßig überflutet. „Das würde einen Rückstau geben“, sagt der Bürgermeister.

Deshalb würde das Ostseebad eine „große Lösung“ favorisieren. „Wir brauchen als Stadt einen zusätzlichen Ablauf für Regenwasser. Da müssen wir auf jeden Fall kräftig investieren, sagt Rüdiger Kozian. Das sei nach den Starkregenfällen in Bad Doberan in der vergangenen Woche noch einmal deutlich geworden. Innerhalb kürzester Zeit standen Straßen unter Wasser, insgesamt 80 Keller waren voll Wasser gelaufen. Es sei deshalb nach Angaben des Bürgermeisters geplant, die Mittel für den Bau in den Haushalt einzustellen.

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Von Cora Meyer

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