Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan „Statt Schotter lieber Sträucher“
Mecklenburg Bad Doberan „Statt Schotter lieber Sträucher“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:18 28.05.2019
Susanne Wahles Familie lädt am Wochenende in der Zeit von 10 bis 18 Uhr in ihren Neu Kariner Garten ein. Quelle: Thomas Hoppe
Anzeige
Neu Karin

Ein herzliches Willkommen wollen Susanne Wahle und ihr Mann Axel Hengemühle am kommenden Wochenende den Besuchern ihres Neu Kariner Domizils „Sonnenhügel“ bereiten. So sagen es die Ex-Dortmunder im OZ-Gespräch und so betitelt die leidenschaftliche Gartenfreundin einen gut vierseitigen Begleittext zu ihrer Offene-Gärten-Premiere 2019.

„Die Kopien davon werden wir den Gästen geben, damit sie einen Überblick über unseren Garten bekommen und ich nicht so viel wiederholen muss“, sagt Susanne Wahle lächelnd, denn sie ist sicher, dass es „unter uns Gärtnern“ viel Gesprächsstoff gibt, „der weit über eigentliche Pflanzpläne hinausgeht“. Und sie nennt sogleich ein paar Stichpunkte wie deutsche Gartenbaukunst, Schottergärten, fehlendes Parkplatzgrün oder Rostocks Buga-Debatte.

„Mir steht die Buga inzwischen jetzt schon bis hier“, sagt sie mit bekannter Geste und erläutert: „Es heißt BundesgartenschauGarten, Garten, Garten! Es heißt nicht Bundesbrücken- oder Bundesbauschau.“ Die Wahlmecklenburgerin vermisst, dass die Menschen auf diesen Weg mitgenommen würden: „Es wird versucht, irgendwelche Großbauprojekte umzusetzen, anstatt beispielsweise dafür zu sorgen, dass Rostocks Parkplätze toll werden.“

Dazu führt sie die Flächen vor Neubukows nagelneuen Rewe-Aldi-Komplex an: Die Gebäude seien zwar „super toll“ geworden, aber am Parkplatz wachse nur Kriechmispel, anderes Grün fehle total.

Da würde sie sich viel mehr Initiativen wünschen, als solche, die ein Verbot der „Schottergärten“ fordern. Ohnehin sei Garten nun mal Garten, und Garten habe für sie immer mit Pflanzen zu tun – darüber solle man lieber sprechen. Sie rate jenen Zeitgenossen, die vielleicht aus Zeitmangel auf Schotter setzen, eher zu Sträuchern wie Rhododendron: „Dann hat man einfach einen pflegeleichten Vorgarten.“

Susanne Wahle ist nicht für Verbote, sondern eher für Inspiration: „Wenn ich in anderen Gärten bin und mich darüber begeistere, ist es doch das Schönste, was man als Gartenfreund dem anderen sagen kann: ,Du, ich muss jetzt nach Hause, ich muss noch ein bisschen in den Garten.‘“ Dann wüssten die Gastgeber, dass sie einen inspiriert haben.

Susanne Wahle lässt sich insbesondere von Engländern wie Alan Titchmarch, Monty Don und von Prinz Charles’ Highgrove-Gartenplanung anregen, weil die deutsche Gartenbaukunst gar nicht so weit entwickelt sei wie bei den Briten, Iren oder Holländern. Sie setze auf interessante Gärten, wo man einfach mal stehen bleibe und „Oh, wow!“ sage.

So hat sie sich quasi als kleines Wow-Element von mehreren auch eine Teehortensie kommen lassen, „die zwar mickriger als unsere Hortensie aussieht, mit deren Blättern man aber einen sehr wohlschmeckenden Tee aufgießen kann.“

Wie sie dazu ergänzt, könnten wir uns in Deutschland jedoch etwas „auf unsere wunderbaren Parks“ einbilden, die ja auch „durch die ganzen Gartenschauen“ geschaffen wurden. Trotzdem wünscht sie sich im Land mehr Experimentierfreude: „Wir haben sofort so Stile – japanischer Garten, Wassergarten ... – lassen uns von der Wirtschaft viel vorsagen, was wir jetzt als Nächstes in unserem Garten unbedingt haben müssen. Deswegen kommen wir oftmals nicht über ein gewisses Niveau hinaus.“

„Wirkliche Lieblingspflanzen“ habe sie eigentlich nicht, teilt Susanne Wahle ihren Gäste im besagten Begleittext für den Wochenendbesuch zum offenen Garten mit, doch der OZ verrät sie: „Ich bin eine absolute Birkenfreundin, ich mag Birkenlichtungen – so wie sie die Romantiker früher gemalt haben.“

Aber warum hat sie ihre kleine Birkenlichtung dann in die äußerte Ecke ihres 10 000 Quadratmeter großen Grundstücks gepflanzt? „Es gibt da ein Problem: Mein Mann ist total allergisch gegen Birkenpollen.“

Offene Gärten am 1. und 2. Juni

In unserer Region erwarten folgende Gärtner interessierte Gäste: Bärbel und Rüdiger Lau im Retschower Fulgengrund 6, Familie Burmeister in Steffenshagen, Dorfstraße 6b, Jürgen Reich im „Altenteilergarten“ am Stegebach 11 in Bartenshagen, Rethwischs Pfarrgarten in der Doberaner Straße 2, Iris Schmid aus Rethwisch im Kiebitzweg 12, Ingeborg Krempien mit „Gemeinsam leben“ im Neu Rethwischer Weg 1a des Ostseebades Nienhagen, Margret und Jürgen Heßmer in der Parkstraße 4d von Hohen Niendorf, Susanne Wahle auf dem Sonnenhügel, Stiller Winkel 4, in Neu Karin sowie Petra Schütze und Dirk Milde mit „Hubelzauber“ am Silberberg 4 in Kröpelin.

Thomas Hoppe

Am Bad Doberaner Busbahnhof hat am Dienstag ein junger Mann eine Jugendliche belästigt. Als Polizeibeamte eintrafen, leistete er heftige Gegenwehr.

29.05.2019
Bad Doberan Diversity-Tag in Bad Doberan - Vielfalt und Gemeinsamkeit

Zum Tag der Vielfalt luden am 28. Mai der Internationale Bund und zahlreiche Partner zu einem Event auf den Bad Doberaner Kamp ein. Es ging auch darum, die Vielfalt in der Gesellschaft erlebbar zu machen.

28.05.2019

In einigen Vertretungen des Amtes Bad Doberan-Land haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Neue Bündnisse streben Politikwechsel an.

28.05.2019