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Bad Doberan Gräben statt Rohre: Steffenshagen will zurück zur Natur
Mecklenburg Bad Doberan

Steffenshagen will marode Rohre durch Bäche ersetzen

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12:34 09.12.2019
Etwa 200 Meter von der Steffenshäger Kirche entfernt könnte im kommenden Jahr ein Funkmast in die Höhe ragen. Quelle: Lutz Werner
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Steffenshagen

Bäche statt Rohrleitungen: Die Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern müssen demnächst alte Rohrleitungen austauschen, die zu DDR-Zeiten verlegt wurden und nun marode sind. In Steffenshagen hat man eine eigene Lösung gefunden. „Es muss etwas gemacht werden, weil es in der Vergangenheit schon vorgekommen ist, dass an bestimmten stellen Rohrleitungen eingefallen sind“, sagt Bürgermeister Georg Endmann. Deshalb habe es vor drei Wochen eine Beratung der Bürgermeister mit Vertretern des Landes, des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu) und dem Zweckverband Kühlung (ZVK) gegeben. „Da habe ich vorgeschlagen, dass wir wieder Gräben aufmachen, wie es in Wittenbeck gemacht wurde.“

Gemeinde hofft auf Fördermittel für Bäche

Der Vorteil daran sei, dass man keine neuen Rohrleitungen legen müsse. Dazu gebe es zwar von der Europäischen Union Fördermittel in Höhe von bis zu 90 Prozent, sagt Georg Endmann. „Letzten Endes werden das aber meiner Erfahrung nach wesentlich weniger sein.“ Die Rede sei von einer Größenordnung von 250 000 bis 300 000 Euro pro Kilometer. „Das würde uns als Gemeinde das Genick brechen.“

Der Zweckverband solle nun prüfen, in welchem Zeitraum und in welchen Gemeinden man da etwas tun kann. Dafür gebe es vom Land einen Fördertopf von 60 Millionen Euro. Der sei zwar eigentlich schon verplant. Trotzdem hat die Gemeinde Steffenshagen einen Antrag gestellt, möglicherweise ab 2023 in ein Förderprogramm aufgenommen zu werden. Georg Endmann hofft, dass das klappt. „Möglicherweise werden einige Projekte, die geplant sind, nicht durchgeführt.“

Seine Idee hätte auch für die Landschaft guten Effekt. „Wenn wir die Rohre rausnehmen, würde dort wieder ein Bach entstehen.“ Dabei hofft er auf das Einsehen der betroffenen Grundstückseigentümer. „Sie verlieren zwar ein paar Quadratmeter Land, haben aber den Vorteil, dass die Kosten indirekt geringer werden, weil sie dann weniger für den Wasser- und Bodenverband zahlen müssen.“

Funkmast neben der Kirche stört Blick auf den Ort

Verständnis haben die meisten Steffenshäger offenbar auch für den geplanten Funkmast am Ortsausgang in der Nähe der Kirche. Den hatte die Gemeindevertretung auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Bislang habe es nur wenige Anfragen von Bürgern gegeben, sagt Georg Endmann. Die Einwohner störten sich vor allem an der Optik. „Ich persönlich habe auch so ein kleines bisschen Bauchschmerzen wegen des Standortes, weil er vom Dorf aus eigentlich kaum zu sehen ist, dafür aber von überall dort, wo man dann den Kirchturm sieht. Wir haben versucht, den Mast soweit wie möglich wegzusetzen.“ Aber natürlich werde er bei einer Höhe von 42 Metern etwas stören.

Der Funkmast, der nicht vor Herbst 2020 errichtet werden könnte, wäre ein Vorteil für jene, die drahtloses Internet haben wollen. Im Ort sei nach Angaben des Bürgermeisters bereits an zwei Einspeispunkten Glasfaser verlegt. Um die herum gebe es Downloadraten von zumindest 50 MB. „800 Meter von dort entfernt kommen aber nur noch 30 MB an. Und wieder ein paar Häuser weiter haben manche gar keine Verbindung mehr.“

Neue Rutsche und neue Schutzhütte auf dem Spielplatz

Im Frühjahr kommenden Jahres will sich die Gemeinde Steffenshagen ihrem Spielplatz zuwenden. Bei einer Sicherheitsprüfung durch eine Spezial-Firma hatte es Punkte gegeben, die kritikwürdig waren.Diese hatten vor allem mit der Rutschbahn zu tun, die inzwischen demontiert wurde. „Wir müssen einiges ändern und das werden wir tun“, sagt der Bürgermeister.

Außerdem werden die alte Bushaltestelle aus Holz und der Unterstand hinter den Schautafeln abgenommen. Sie seien nach zehn Jahren marode und sollen durch eine Schutzhütte aus Metall ersetzt werden. „Dafür haben wir erstmal 10 000 Euro eingeplant.“ Ebenfalls ab dem Frühjahr plant die Gemeinde die Sanierung des Giebels an der Schauseite der denkmalgeschützten alten Schule. Bereits Anfang der 90er-Jahre war das Dach aufwendig ausgebessert worden und die Gemeinde hatte einen feuchten Anbau abgerissen. Die Arbeiten gingen Stück für Stück voran.

Auf diese Weise hat Steffenshagen auch schon alle Straßen und Wege saniert und alle Straßenlaternen auf LED-Beleuchtung umgerüstet. „Wo andere jetzt erst anfangen, sind wir schon seit Jahren dabei“, sagt Bürgermeister Georg Endmann.

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Von Cora Meyer

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