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Bad Doberan Besondere Gesprächsrunde: Café Endlichkeit eröffnet in Bad Doberan
Mecklenburg Bad Doberan Besondere Gesprächsrunde: Café Endlichkeit eröffnet in Bad Doberan
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09:59 04.01.2019
Anke-Erika Thöm (l.) und Liana Döscher laden ins Café Endlichkeit ein. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Sie wollen über ein Thema sprechen, welches in vielen Familien tabu ist: das Sterben. Liana Döscher und Anke-Erika Thöm haben selbst Erfahrungen mit dem Tod gesammelt, haben sich mit der Trauer um einen Angehörigen allein gelassen gefühlt. Damit es anderen nicht so ergeht, haben sie das Café Endlichkeit ins Leben gerufen. Das erste Treffen findet am 10. Januar statt.

„Wir wollen über Dinge sprechen, die immer noch im Alltag untergehen, über Ängste, die im letzten Lebensabschnitt kommen“, erläutert Anke-Erika Thöm die Idee hinter dem Café. „Über die Geburt wird ein Hype gemacht, aber über das Ende des Lebens wird nicht geredet. Das ist tabu.“ Sie selbst habe zwei Ehemänner verloren und war allein. „Bekannte und alle anderen entfernten sich sofort“, erinnert sich die 78-Jährige, die noch selbstständig als Therapeutin für Körper und Seele arbeitet. Hier hat sie auch Liana Döscher kennengelernt, die Anke-Erika Thöm nach dem Tod ihres Vaters aufsuchte.

„Trauer wird nicht mehr zugelassen“

„Mein Vater ist vor sechs Jahren gestorben, aber ich habe noch lange nicht losgelassen. In der Familie wird nicht darüber geredet, was einen bewegt“, erzählt die 47-Jährige. Die beiden Frauen wollen dem entgegenwirken, über Trauer und Tod sprechen, auch darauf schauen, wie andere Kulturen damit umgehen „Heute wird keine Trauer mehr zugelassen“, sagt Anke-Erika Thöm. „Die meisten haben Angst davor, in der Familie zu sterben.“ Im Krankenhaus bliebe nicht ausreichend Zeit, um Abschied zu nehmen.

Auf freiwilliger Basis könne jeder am Donnerstag, 10. Januar, 16 Uhr in die Tagespflege im Johanniterhaus, Thünenstraße 24a, kommen. Das Johanniterhaus unter Leitung von Jochen Arenz stellt den Raum sowie Kaffee und Kuchen zur Verfügung.

Jochen Arenz, Leiter des Johanniterhauses in Bad Doberan: „Das ist eine ganz tolle Idee. Ich kann nur von Herzen unterstützen, wenn Menschen sich engagieren.“ Quelle: Lutz Werner

„Das ist eine ganz tolle Idee. Ich kann es nur von Herzen unterstützen, wenn Menschen sich engagieren, auch im sozialen Bereich“, sagt Jochen Arenz. Die beiden Initiatoren sind glücklich über den Raum. „In einem öffentlichen Café öffnen sich die Leute nicht.“ Im Johanniterhaus ist der Tod kein Tabuthema. „Wir haben ein Sterbekonzept. Die Angehörigen können länger bei dem Verstorbenen bleiben und können in Ruhe Abschied nehmen“, sagt Arenz. „Es ist kein Verwaltungsakt, jedes Leben ist einmalig.“

Idee aus der Schweiz

Die Idee zu dem Café stammt aus der Schweiz, in der Anke-Erika Thöm einige Zeit lebte. Hier heißt es „Café Dead“ (Café Tod). Das fanden die beiden Frauen jedoch nicht ansprechend und entschieden sich für Café Endlichkeit. „So wird man sich der Begrenztheit des Lebens bewusst.“ In dem Café soll es auch nicht nur um den Tod und die Trauer gehen, sondern auch darum, wie man den letzten Lebensabschnitt gestalten kann, was noch möglich ist.

Eine Altersbegrenzung gibt es nicht, jeder sei willkommen. „Es gibt auch in der jungen Generation viele, die sich mit Trauer und Tod beschäftigten“, sagt Liana Döscher.

Einige Plakate und Flyer liegen in den Arztpraxen schon aus. Die Idee käme bei den Kollegen gut an, sagt Anke-Erika Thöm. In Berlin und Hamburg gibt es solche Cafés bereits.

Wie oft das Café Endlichkeit realisiert wird, entscheide sich nach dem Bedarf, sagt die Bad Doberanerin. „Wir müssen gucken, wie sich das entwickelt. Das muss wachsen. Viele Menschen öffnen sich nicht sofort“, weiß die Therapeutin aus Erfahrung.

Anja Levien

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