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Bad Doberan Bürgermeister-Stichwahl in Rethwisch und Parkentin
Mecklenburg Bad Doberan Bürgermeister-Stichwahl in Rethwisch und Parkentin
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19:03 27.05.2019
Zwischen Christoph Wagner (oben links) und Tobias Priem (oben rechts) entscheidet sich am 16. Juni, wer Bürgermeister in Bartenshagen-Parkentin wird. Horst Hagemeister (unten links) und Kerstin Jacobs gehen in die Stichwahl um das Amt in Börgerende-Rethwisch. Quelle: Privat, Lennart Plottke, Uwe Leonhard
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Nienhagen

Es war ein zähes Ringen bis in den frühen Montagmorgen: Kurz vor 4 Uhr waren bei der Kommunalwahl im Amt Bad Doberan-Land dann endlich auch die Wahlscheine aus dem Ostseebad Nienhagen ausgezählt. Mit Blick auf den Bürgermeister-Posten gab es dabei zumindest eine kleine Überraschung: Denn schon im ersten Wahlgang konnte Amtsinhaber Uwe Kahl (CDU) die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. Der 76-Jährige hatte im Vorfeld offenbar 718 Wähler von sich überzeugt – die Mitbewerber Wolfgang Lange (457) und Gero Pahl (123) landeten deutlich auf den Plätzen zwei und drei.

In zwei Gemeinden ist bei der Bürgermeisterwahl das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. So kommt es in Börgerende-Rethwisch und Bartenshagen-Parkentin am 16. Juni zur Stichwahl. In Börgerende-Rethwisch muss sich Amtsinhaber Horst Hagemeister (Wählergruppe WIR – für unsere Gemeinde) in drei Wochen mit Kerstin Jacobs (CDU) auseinandersetzen. Hagemeister war zwar mit 497 Stimmen vorn – doch Jacobs holte im ersten Wahlgang nur neun Stimmen weniger. Letztlich abgeschlagen mit 116 Stimmen landete Klaus Bergmann auf dem dritten Platz.

„Die Bürger unserer Gemeinde haben so entschieden“, sagte Hagemeister am Tag nach der Wahl. „Jetzt muss man sehen, wie es weitergeht.“ Immerhin habe er sowohl beim Bürgermeister-Voting als auch für die Gemeindevertretung die meisten Stimmen erhalten, so Hagemeister: „Aber natürlich hätte ich mir schon ein klareres Ergebnis gewünscht.“

Ganz anders klingt das bei Mitbewerberin Kerstin Jacobs: „Ich bin total happy und immer noch ein bisschen geflasht von diesem tollen Ergebnis“, freute sich die Kandidatin der Union. „Als Newcomerin gleich auf Augenhöhe mit dem Amtsinhaber zu sein – offenbar haben wir die Leute von unserer Sache überzeugen können.“

Und genau das wolle sie auch in den kommenden Wochen tun, kündigte Jacobs an: „Immerhin kann man noch den einen oder anderen Wähler aus einem anderen Lager für sich gewinnen – bei einem Rückstand von nur neun Stimmen ist bei einer Stichwahl doch alles möglich.“

Ähnlich knapp ging es in Bartenshagen-Parkentin zu. Hier treten Tobias Priem und Christoph Wagner am 16. Juni zur Stichwahl an. Priem konnte im ersten Wahlgang 401 Stimmen auf sich vereinen, Wagner kam auf 371. „Ich hatte natürlich gehofft, als Gemeindevertreter gewählt zu werden“, sagte Priem, der für die Wählergruppe Bartenshagen/Parkentin ins Rennen ging. „Aber dass ich auch als Bürgermeister-Kandidat so viele Stimmen bekomme – damit war nicht zu rechnen.“

Ein möglicher Grund: „Ich habe mich in den vergangenen Wochen und Monaten schon sehr persönlich engagiert, bin von Tür zu Tür gegangen und habe mit den Menschen das Gespräch gesucht.“ Genau das wolle er auch als Bürgermeister beibehalten, so Priem: „Denn ich hoffe natürlich, dass ich das Rennen machen werde.“

Auch er sei mit dem Wahlergebnis nicht unzufrieden, erklärte Kontrahent Christoph Wagner: „Das gilt sowohl für die Gemeindevertretung als auch für den Bürgermeister – hier befinde ich mich ja knapp auf Augenhöhe.“ Wer letztlich das Rennen macht, könne er nicht voraussagen, so Wagner: „Einiges wird sicher auch davon abhängen, wie sich die Wähler entscheiden, die ihre Stimme im ersten Wahlgang für Egon Kron abgegeben haben – das wird ein sportlicher Wettkampf, den ich gern annehme.“

In Admannshagen-Bargeshagen konnte sich Uwe Leonhardt gleich im ersten Anlauf als neuer Bürgermeister durchsetzen. Der bisherige Stellvertreter von Eduardo Catalán kam auf 965 Stimmen – und landete damit mit weitem Abstand vor den Mitbewerbern Adelheid Sternberg (396) und Kai Bisanz (371).

Mit Stefan Bruhn wurde in Hohenfelde der einzige Kandidat zum neuen Bürgermeister gewählt. In die Gemeindevertretung schafften es alle fünf Einzelbewerber. Drei von möglichen acht Sitzen bleiben in der neuen Legislaturperiode frei.

In Steffenshagen konnte der bisherige Amtsinhaber Georg Endmann auch bei dieser Wahl mit 237 die meisten Stimmen auf sich vereinen – und setzte sich so deutlich gegen Mitbewerber Andreas Hoffmann (89) durch. Mit 415 Stimmen ist in der Gemeinde Reddelich Ulf Lübs wieder zum Bürgermeister gewählt worden. Er war der einzige Kandidat für das Amt. Auch in Wittenbeck ist der alte der neue Bürgermeister: Hier gewann Dirk Stübs (Die Linke) mit 353 Stimmen gegen Jürgen Sattler (107/CDU).

Lennart Plottke

Am Sonnabend war der letzte Arbeitstag für den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Kirch Mulsow, Thomas Jenjahn. Die Gemeinde mit den Dörfern Clausdorf, Garvensdorf, Kirch Mulsow und Steinhagen fusioniert mit dem Carinerland. Jenjahn lud ins „Pendlereck“ zu einem Frühschoppen, bei dem auch über die Fusion debattiert wurde.

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