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Bad Doberan Streit um Sportplatznutzung in Bad Doberan
Mecklenburg Bad Doberan Streit um Sportplatznutzung in Bad Doberan
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06:00 06.06.2019
Der Sportplatz am Busbahnhof in Bad Doberan wird für den Schulsport und vom Doberaner Fußballclub fürs Training und den Spielbetrieb genutzt. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Von Willkür und krimineller Energie spricht der Bad Doberaner Harry Klinik, wenn es um den Sportplatz am Busbahnhof und die von der Stadt beantragte Nutzungserweiterung geht. Diese bezieht sich auf den Spielbetrieb und Veranstaltungen wie Feste und Turniere auf dem Platz, die seit mehreren Jahren stattfinden. Das hatte Klink immer wieder kritisiert, war gerichtlich dagegen vorgegangen und hat sich jetzt mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde an den Landkreis Rostock gewandt. Grund: Die Stadtvertreter würden nicht beteiligt. Stadt und Landkreis sehen das nicht als notwendig an. Der Antrag sei die Folge eines Gerichtsbeschlusses.

Ende 2018 hat die Stadt bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Rostock einen Bauantrag im vereinfachten Verfahren zur Nutzungsänderung für den Betrieb des Sportplatzes gestellt. „Das ist eine willkürliche B-Plan-Änderung ohne Beteiligung der Stadtvertreter“, sagt Anwohner Harry Klink. Bevor der Antrag gestellt werde, müsse das im Bauausschuss thematisiert werden.

„Mit hoher krimineller Energie werden hier bewusst demokratische Mitbestimmungsregeln und bestehende Gesetze ausgehebelt“, sagt Klink. Er hat sich an den Landkreis Rostock, das Justizministerium, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und den Bürgerbeauftragten Mathias Crone gewandt.

Dem widerspricht die Stadt. Es handele sich nicht um eine B-Plan-Änderung. Es sei eine Erweiterung der Nutzung. „Die Nutzung wird über Jahre schon praktiziert, ist im Pachtvertrag mit dem Doberaner Fußballclub so festgeschrieben“, erläutert Bauamtsleiter Norbert Sass. Diesem hätten die Stadtvertreter zugestimmt, daher sei eine Beteiligung beim Antrag für die Nutzungserweiterung nicht erforderlich. Der Landkreis Rostock habe die Stadt aufgefordert, den Bauantrag zu stellen.

Seit Jahren Streit um B-Plan

Rückblick: Die Stadt hat den Sportplatz an den Doberaner Fußballclub (DFC) verpachtet. Hier findet Schulsport statt, trainieren die Fußballer und führen ihre Punktspiele durch. Gegen Letzteres geht Harry Klink seit Jahren vor. Er sagt, der B-Plan sehe hier einen „Sportplatz für Trainingsbetrieb von Schul- und Vereinssport“ vor. „Wir wollen nicht den DFC ärgern, aber an Gesetze muss sich gehalten werden“, sagt Klink, der sich mit anderen Bad Doberanern im Aktionsbündnis gegen Lärm in der Stadt engagiert und sich vom Verwaltungsgericht Schwerin bestätigt sieht.

Spielbetrieb nicht Teil der Baugenehmigung

Das Gericht hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass bis Jahresende 2018 Lautsprecher, Musik und Ansagen nur am südlichen Ende des Sportplatzes betrieben werden und sich auch dort die Zuschauer aufhalten. Zwar lehnten die Richter der zweiten Kammer „weitergehende Anträge, die auf eine Untersagung des Punktspielbetriebs insgesamt gerichtet waren“, ab – die getroffene Entscheidung gehe aber davon aus, dass der Punkt- und Ligaspielbetrieb nicht in der Baugenehmigung von 2001 erfasst seien, teilt das Verwaltungsgericht im Oktober 2018 mit.

Und dieser formale Fehler soll laut Bauamt des Landkreises Rostock jetzt korrigiert werden. „Die Baugenehmigung wurde unter anderem für den Schul- sowie den Vereinssport erteilt. Hierunter hat der Landkreis Rostock als Rechtsnachfolger des ehemaligen Landkreises Bad Doberan auch das Trainieren und den Spielbetrieb des Doberaner Fußballclubs zusammengefasst“, teilt das Bauamt mit.

Gutachten: Keine Beeinträchtigung durch Sportplatz

Das Verwaltungsgericht Schwerin habe mit Beschluss festgestellt, dass der Punktspielbetrieb auf dem Sportplatz nicht von der ursprünglichen Baugenehmigung gedeckt sei. Das führe wegen der fehlenden nachbarrechtlichen Beeinträchtigung aber nicht zu einer Untersagung des Spielbetriebs. Denn mit einem von der Stadt Bad Doberan eingereichtem Schallschutzgutachten „konnte weitestgehend der Nachweis geführt werden, dass keine unzumutbare Beeinträchtigung durch die Sportplatznutzung vorliegt“.

Das Schallgutachten zweifelt Harry Klink an. „Unsere Messungen ergeben weitaus höhere Werte und gravierende Überschreitungen.“

Wie Bürgermeister Jochen Arenz mitteilt, habe der Landkreis Rostock den Bauantrag genehmigt. Demnach gebe es Auflagen und Bedingungen, die erfüllt werden müssten. Darunter zum Beispiel, dass Punktspiele am Sonntag nur zwischen 15 und 20 Uhr stattfinden dürfen und die Beschallungsanlage während der Punktspiele der Herrenmannschaft dezentral an der Südseite aufgestellt werde.

Anja Levien

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