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Bad Doberan THW Bad Doberan zieht von der NVA-Kaserne in die Zukunft
Mecklenburg Bad Doberan THW Bad Doberan zieht von der NVA-Kaserne in die Zukunft
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15:25 01.09.2019
André Köppen (l.) und Jonas Kröger zeigten den Gästen, was die Fahrzeuge des THW alles können. Quelle: Cora Meyer
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Bad Doberan

Es ist ein großer Schritt, den der Ortsverband Bad Doberan des Technischen Hilfswerks gemacht hat. Denn er ist nicht nur von Kägsdorf in die Münsterstadt gezogen, sondern auch aus einer in die Jahre gekommenen Kaserne in die modernste Liegenschaft der Organisation in ganz Deutschland. „Die alten Räume waren so feucht, dass sogar die Fahrzeuge anfingen zu rosten“, sagte Innenminister Lorenz Caffier am Samstag bei der offiziellen Einweihung. Er lobte den selbstlosen, ehrenamtlichen Einsatz der Retter und sagte: „Das ist nicht selbstverständlich und deshalb haben Sie ein modernes Gebäude verdient.“ Das entstand innerhalb eines Jahres im Gewerbegebiet Eikboom in Bad Doberan. Neben dem Gebäude mit Büros, Schulungsräumen, Duschen und Umkleidekabinen wurde auf dem 4600 Quadratmeter großen Grundstück eine große Fahrzeughalle und ein Holzlager errichtet. Der Ortsbeauftragte Hans-Joachim Bull ist zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich freue mich vor allem über „meine“ neue Küche“, sagte er. Auch seine Kameraden hätten dem Umzug entgegengefiebert. „Sie haben bereits im Januar angefangen, zu packen.“ „Die alte Unterkunft haben wir 1992 noch aus eigener Kraft renoviert“, sagt Martin Sonntag, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit. „Hier konnten wir nun sagen, was wir brauchen und wollen und mussten keinen Handschlag machen.“ Finanziert haben den Neubau Land und Bund gemeinsam. Das Areal in Kägsdorf nutzt das Technische Hilfswerk weiterhin für die Ausbildung.

Neubau zieht neue Helfer an

Quasi mit eingezogen sind auch gleich einige neue Mitglieder. „Im Juni haben sechs neue Mitglieder die Grundausbildung abgeschlossen“, sagt der Ortsbeauftragte. Einer sei sogar während des Umzugs beigetreten. Damit engagieren sich nun 55 Aktive und 15 Junghelfer im Ortsverband Bad Doberan. Den Zuwachs erklärt sich Martin Sonntag auch mit dem neuen Standort. „Bad Doberan ist zentraler als Kägsdorf, da kommen viele schneller hin.“ Aber auch für die Wege der Retter ist die neue Adresse in Notfällen ideal. „Die Vielzahl der Einsätze ist in Bad Doberan und der Umgebung von Rostock“, sagte der Innenminister.

Wibke Lunow (Projektleiterin von der BBL Mecklenburg-Vorpommern), Stefan Kortmann (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), Dierk Hansen (Landesbeauftragter für Hamburg, MV und Schleswig-Holstein beim THW), THW-Präsident Albrecht Broemme, Ortsbeauftragter Hans-Joachim Bull, die Bundestagsabgeordneten Frank Junge und Karin Strenz sowie Innenminister Lorenz Caffier bei der offiziellen Schlüsselübergabe. Quelle: Cora Meyer

Gemeinschaft mit der Feuerwehr

Seinen letzten großen Einsatz hat das THW Bad Doberan gerade erst Anfang August. Als bei Starkregen Straßen unter Wasser standen und Keller vollliefen, rückten sie aus – gemeinsam mit der Feuerwehr. „Wir gehören zusammen“, sagte Kreisbrandmeister Mayk Tessin am Samstag. „Wenn die Feuerwehr mit ihrem Equipment nicht mehr weiterkommt, hilft das THW.“ Das bewiese auch die zunehmende Zahl der gemeinsamen Einsätze, unter anderem auch beim Großbrand in Lübtheen.

Auch als Dankeschön für die bisherige Zusammenarbeit waren zahlreiche Feuerwehren aus der Umgebung zur Eröffnung eingeladen. Martin Witt und Wehrführer Maik Langer von der Freiwilligen Feuerwehr Bröbberow/Groß Grenz schauten sich die neue Unterkunft von drinnen an. Sie waren besonders beeindruckt von einer Durchreiche zwischen der Küche und einem nebenan gelegenen Schulungsraum. „Das ist echt eine tolle Idee.“

Martin Witt und Wehrführer Maik Langer von der Feuerwehr Bröbberow/Groß Grenz waren beeindruckt, als Martin Sonntag, bei THW Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, ihnen die modere Küche zeigte. Quelle: Cora Meyer

Tag der offenen Tür

Die Gelegenheit für einen Blick nutzten auch viele Bad Doberaner bei einem Tag der offenen Tür am Samstag nach dem offiziellen Festakt. Außer in das Gebäude konnten die Besucher unter anderem einen Blick in den neuen Gerätekraftwagen werfen. Der alte hatte 2016 nach über 30 Jahren ausgedient und kaum noch in die alte Fahrzeughalle in Kägsdorf gepasst. „Mit der Ausrüstung im Auto können wir theoretisch ein ganzes Haus zerlegen“, sagt der Fahrer Norbert Wiese. Kettensägen, Rohre, Rettungskörbe, Generatoren und vieles mehr sind in dem Lastwagen verstaut. Und neun Kameraden können darin Platz nehmen. Das findet auch der kleine Theodor (2) spannend. Gemeinsam mit seinen Schwestern Charlotte und Pauline guckt er sich auf dem Gelände um. „Wirklich cool“, sagt Pauline.

Trotz des neuen Gebäudes: Innenminister Lorenz Caffier wünscht dem Technischen Hilfswerk möglichst wenig Einsätze. Am wichtigsten aber, darin sind sich alle einig, ist: „Kommen Sie immer wieder gesund nach Hause.“

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Von Cora Meyer

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