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Bad Doberan So hilft das Tourismuskonzept den Kühlungsbornern
Mecklenburg Bad Doberan

Tourismuskonzept hilft auch den Kühlungsborner Einwohnern

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17:15 21.01.2020
Gerade im Sommer fehlen in Kühlungsborn Parkplätze. Darunter leiden Einheimische und Urlauber. Quelle: Frank Söllner
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Kühlungsborn

Es gibt noch einiges in Kühlungsborn zu tun: Auch nach fast drei Jahren sind nicht alle im Tourismuskonzept von 2017 empfohlenen Maßnahmen umgesetzt. Zu diesem Schluss kam die Beratungsfirma Glücksburg Consulting.

Sie hatte auch die erste Auflage des Tourismuskonzepts 2010 erarbeitet. Die Stadtvertreter hatten sie damals zur Handlungsgrundlage für Politik, Verwaltung und Touristiker gemacht. Nun überprüften die Berater, was bislang in den zwölf definierten Handlungsfeldern passiert ist.

Barrierefreiheit auf dem Prüfstand

Nachbesserungsbedarf sehen die Berater unter anderem beim Thema Barrierefreiheit. „Ansätze sind bereits vorhanden“, heißt es in der Fortschreibung des Konzeptes. So hat die Stadt etwa ein Projekt zu dem Thema initiiert. Schüler haben im Dezember getestet, wie Rollstuhl- und Rollatorfahrer an öffentlichen Toiletten und Plätzen zurechtkommen. „Von zehn besuchten WC-Anlagen waren nur zwei uneingeschränkt barrierefrei“, sagt Jasmin Götz, die sich für das Projekt im Rollstuhl schieben ließ.

Im Juni beginnt die zweite Phase des Projekts. Dann testen Schüler zwei Wochen lang die Barrierefreiheit von Arztpraxen, Apotheken und Sanitätshäusern in Kühlungsborn. Ihre Ergebnisse übergeben sie an Bürgeramtsleiterin Stefanie Zielinski.

Das wurde ansonsten untersucht

Die Glücksburg Consulting AG hat im Auftrag der Stadt bereits 2010 Handlungsempfehlungen gegeben, wie das touristische Angebot und die Infrastruktur verbessert werden können. Im Jahr 2017 war das Konzept fortgeschrieben worden. Die Beratungsfirma hatte zwölf Handlungsfelder ausgemacht. Dazu gehören unter anderem Vermarktung/Marke Kühlungsborn, Strand und Bootshafen, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie, Nebensaison, Wohnen und Arbeiten, Natur und die Gestaltung der touristischen Internetseite.

Das ist nicht nur für die Kühlungsborner wichtig, sondern auch für Urlauber: „Aufgrund der Zielgruppen Best Ager sowie Familien muss Kühlungsborn auch zukünftig barrierearme Stadt bleiben beziehungsweise die Infrastrukturen weiter ausbauen“, heißt es vonseiten der Beratungsfirma.

Zusammenarbeit mit der Kunsthalle

Einen weiteren Kritikpunkt geht die Tourismus, Freizeit und Kultur GmbH (TFK) gerade an: Die Zusammenarbeit mit der Kunsthalle. „Man könnte die Veranstaltungen, wie beispielsweise die Jazztage, auf die Stadt ausweiten“, sagt Ulrich Langer, der Geschäftsführer. Das sei ein Wunsch des Kunsthallenchefs Franz Norbert Kröger gewesen. „Dem kommen wir gerne nach.“

Stadt und Kunsthalle arbeiten bereits beim Plein-Air-Festival zusammen. „Die Kooperation könnte man durchaus noch ausweiten“, sagt Ulrich Langer. Auch für die Pflege und Nutzung der Konzertgärten sind Teil des Tourismuskonzepts. Und auch hierfür gibt es bereits Pläne: Die Stadt will die Bühne im Konzertgarten Ost überdachen. „Die Mittel dafür haben wir in den Haushalt eingestellt“, sagt Bürgermeister Rüdiger Kozian. Eine Überdachung des Konzertgartens West, die geplant war, wird es seinen Angaben zufolge jedoch vorerst nicht geben.

Mehr bezahlbarer Wohnraum

Unter dem Punkt „Wohnen und Arbeiten“ kritisiert die Glücksburg Consulting AG, dass es touristische Mitarbeiter schwer hätten, bezahlbaren Wohnraum in Kühlungsborn zu finden. Sie müssten oftmals auf die Umlandgemeinden ausweichen. Viele Arbeitgeber, so schreiben die Verfasser des Konzepts, stellten zwar Personalwohnungen oder -zimmer zur Verfügung, die bestehenden Kapazitäten seien jedoch knapp.

Alle Kühlungsborner würden außerdem von einer besseren Kinderbetreuung profitieren. Sie werden sogar explizit in der Fortschreibung des Tourismuskonzeptes erwähnt: „Für die Kühlungsborner Kinder ist ein weiteres Betreuungsangebot vor allem in den Abendstunden, an Wochenenden und an Feiertagen nach wie vor erforderlich.“

Aus den Erkenntnissen der Unternehmensberater hat die TFK eigene Prioritäten abgeleitet. Weit oben auf der Liste steht das Verkehrskonzept, dass derzeit erarbeitet wird. Dazu gehören auch Auffangparkplätze am Grünen Weg, verbunden mit einem Shuttle in die Innenstadt. Der würde Touristen und Einheimischen die Suche nach einem Stellplatz in die Stadt ersparen.

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Von Cora Meyer

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