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Bad Doberan Treffpunkt Suppenküche: Deshalb engagieren sich die Ehrenamtler
Mecklenburg Bad Doberan Treffpunkt Suppenküche: Deshalb engagieren sich die Ehrenamtler
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06:00 07.12.2019
Peter Lichtenstein und Manja Stollin schauen im Lager des Treffpunkts Suppenküche nach, was noch auf die Einkaufsliste kann. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Mit Lüften, Kaffeekochen und Essenvorbereiten beginnt montags bis freitags um 8 Uhr der Tag im Treffpunkt Suppenküche in Bad Doberan. Jeden Tag kommen andere Ehrenamtler vorbei, um zu helfen, Gemüse zu schneiden, den Raum im Amtshaus für die Mittagsgäste vorzubereiten. Die kostenlose Mahlzeit, die hier jeder erhält, die Arbeit, die geleistet wird – das alles wird über Spenden und Fördermittel finanziert. 100 000 Euro sind im Jahr notwendig, um den Treffpunkt Suppenküche offen halten zu können. Deshalb unterstützt die OSTSEE-ZEITUNG mit der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ dieses Jahr das Projekt.

Für Peter Lichtenstein steht an diesem Donnerstag Einkaufen auf dem Plan. Zusammen mit Suppenküchen-Mitarbeiterin Manja Stollin schaut sich der Ehrenamtler im Lager um, was benötigt wird. Seit Februar 2018 arbeitet Peter Lichtenstein im Treffpunkt. Ehrenamtlich kommt der Rostocker jeden Montag, Mittwoch und Freitag nach Bad Doberan. „Ich bin Rentner, der Tag hat 24 Stunden, die muss man rumkriegen“, sagt der Elektroingenieur und lacht. „Das ist hier ein sozialer Treffpunkt, da hat man sich viel zu erzählen.“

Seine Hauptaufgaben: „Schnippeln, am liebsten Zwiebeln und Paprika, und einkaufen.“ Auf der Einkaufsliste stehen jetzt unter anderem ein Schrubber und eine Stiege Reis.

Lebensmittel werden gespendet

Jeden Tag gibt es zwei warme Mahlzeiten. Ein Wochenplan existiert nicht. Gekocht wird das, was da ist. An dem Tag sind es Chili con Carne und Gemüsesuppe. Manja Stollin und Felix Blasche kochen abwechselnd. „Wir bekommen von der Tafel Lebensmittel“, erzählt Manja Stollin. Auch gibt es mal Spenden, bringen Gäste was aus ihrem Garten mit. Auch das Gut Vorder Bollhagen versorgt den Treffpunkt mit Lebensmitteln. Ein Wochenplan bringe daher nicht viel. „Gekocht wird nach dem, was wir an Lebensmittelspenden bekommen und was im Lager ist.“

Treffpunkt Suppenküche

Seit 2008 gibt es den Treffpunkt Suppenküche.

500 Gäste kommen jede Woche, zwischen 80 und 100 Essen werden täglich kostenlos rausgegeben, zwei Mahlzeiten täglich gekocht.

35 Ehrenamtler zählt der Treffpunkt Suppenküche, die von Montag bis Freitag helfen.

11 bis 14 Uhr: In der Zeit ist der Treffpunkt im Amtshaus, Klosterstraße, für jeden geöffnet, es gibt eine warme Mahlzeit, Kuchen, Brot, Getränke.

Manja Stollin arbeitet seit zehn Jahren beim Treffpunkt Suppenküche. „Man arbeitet hier mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen und ich kann kreativ arbeiten. Das gefällt mir“, sagt die 46-Jährige. Neben den Ehrenamtlern absolvieren Jugendliche hier regelmäßig Praktika, können sich Jugend und Mädchen beruflich orientieren.

Kochen habe Manja Stollin zu Hause gelernt. Für ihre drei Kinder kommt kein Fertigessen auf den Tisch.

Ehrenamtler suchen Gesellschaft und Tätigkeit

Die Heiligendammerin zählt zusammen mit Felix Blasche und Andreas, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, zu den Festangestellten. Elke Müller und Inge Swiatkowiak sind zwei von 35 Ehrenamtlern und einmal pro Woche im Treffpunkt Suppenküche. Gerade schneiden sie Kürbisse für die Kürbissuppe am nächsten Tag.

Elke Müller (76, l.) und Inge Swiatkowiak (70) helfen regelmäßig im Treffpunkt Suppenküche. Quelle: Anja Levien

„Ich möchte nicht alleine zu Hause sitzen und aus dem Fenster gucken“, begründet Elke Müller ihr Engagement. Die 76-Jährige singt im Chor der Volkssolidarität, ist im Seniorenheim aktiv und beschäftigt sich mit den Bewohnern, ist bei allen Veranstaltungen vom Seniorenbeirat dabei. Gemeinschaft, unter Menschen sein, darum gehe es ihr. „Ich komme gerne in die Suppenküche, es macht mir Spaß und ich bin gerne in Gesellschaft“, sagt sie.

So geht es auch Inge Swiatkowiak. Seit viereinhalb Jahren ist die 70-Jährige im Treffpunkt Suppenküche aktiv. „Hier kann jeder hinkommen, das finde ich gut. Man merkt auch, dass der Bedarf da ist, viele sind darauf angewiesen.“ Ob jemand viel oder wenig Geld hat, im Treffpunkt Suppenküche bekommt jeder eine warme Mahlzeit, kostenlos. Und wer nicht sprechen möchte, kann sich einfach an den Tisch setzen. Kuchen und Brot stehen bereit. „Damit man essen kann, ohne fragen zu müssen“, sagt Barbara Niehaus, Leiterin der Suppenküche.

Sie ist unter anderem für die Organisation und die Förderanträge zuständig. Bisher konnten die Personalkosten für die drei Festangestellten jedes Jahr bis zu 90 Prozent über Fördermittel von der Europäischen Union gedeckt werden. Diese Fördermöglichkeit ist jetzt ausgelaufen, so Barbara Niehaus. Um den Betrieb am Laufen zu halten, ist der Treffpunkt jetzt umso mehr auf Spenden angewiesen. Jeder Beitrag hilft.

Das Spendenkonto

Mit der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ sammelt die OSTSEE-ZEITUNG 2019 für den Treffpunkt Suppenküche. Die Ostseesparkasse Rostock stellt dafür kostenfrei das Spendenkonto zur Verfügung.

IBAN DE 21 1305 0000 0201 1066 80BIC NOLADE21ROSEmpfänger: Treffpunkt SuppenkücheBetreff: „Helfen bringt Freude 2019“

Die Spender werden in der Ostsee-Zeitung namentlich genannt. Wer das nicht möchte, vermerkt dies bitte auf der Überweisung.

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Von Anja Levien

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