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Bad Doberan Treffpunkt Suppenküche in Bad Doberan braucht dringend Unterstützung
Mecklenburg Bad Doberan Treffpunkt Suppenküche in Bad Doberan braucht dringend Unterstützung
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11:09 02.12.2019
Sherry Gröticke (v.r.) und Barbara Niehaus engagieren sich ehrenamtlich im Treffpunkt Suppenküche und unterstützen Jugendliche wie Josephine Grimm. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Seit der Grundschule kommt Kassandra Kamrath regelmäßig in den Treffpunkt Suppenküche im Amtshaus Bad Doberan. Die heute 18-Jährige fühlt sich hier aufgenommen. „Ich bin früher jeden Tag nach der Schule hier gewesen“, erinnert sich die Bad Doberanerin. Hier konnte sie Praktika machen, wurde ihr bei Problemen geholfen. Sie ist nicht die Einzige, die im Treffpunkt Unterstützung, Geborgenheit und Gesellschaft findet.

Seit 2008 lädt der Treffpunkt Suppenküche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan dazu ein, gemeinsam zu essen, Zeit zu verbringen. Die Ehrenamtler engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit, fangen Jungen und Mädchen auf, denen die Orientierung auf dem Arbeitsmarkt fehlt oder die straffällig geworden sind. Doch das Projekt ist in Gefahr. Es fehlt Geld. Mit der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ sammelt die OSTSEE-ZEITUNG in diesem Jahr Spenden für den Treffpunkt Suppenküche.

35 Ehrenamtler engagieren sich im Treffpunkt

„Es ist ein Geschenk, so einen Ort zu haben, zu dem man einfach kommen kann. Es geht um Menschlichkeit“, sagt Sherry Gröticke, eine von etwa 35 Ehrenamtlern, die sich im Treffpunkt Suppenküche engagieren. Ihr und Barbara Niehaus, Leiterin des Treffpunkts Suppenküche, liegt vor allem die Arbeit mit Jugendlichem am Herzen. „Wir sind ein total wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche, das merken wir“, sagt Niehaus. „Sie kommen immer wieder. Wir spüren, dass sie den Ort brauchen.“

Planen und Organisieren: Mitarbeiterin Manja Stollin und Ehrenamtler Peter Lichtenstein gehen die Einkaufsliste für den Treffpunkt Suppenküche durch. Quelle: Anja Levien

Das Engagement des Treffpunktes ist vielfältig. So arbeitet er mit der Jugendberufsagentur des Landkreises Rostock zusammen, die 18- bis 25-Jährige vermittelt, die auf dem Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen können. Ebenso steht er im engen Kontakt mit der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Rostock. Jugendliche, die straffällig geworden sind, können hier ihre Sozialstunden leisten.

Zudem sind Praktika im Treffpunkt möglich. Beispielsweise können Schüler der Werkstattschule aus Rostock oder der Regenbogenschule aus Bad Doberan dieses für die berufliche Frühorientierung nutzen. Schüler der Kampschule können im Rahmen des Produktiven Lernen im Treffpunkt Suppenküche arbeiten. Jeden Tag werden zwei warme Mahlzeiten zubereitet. Etwa 500 Gäste kommen in der Woche, um hier Mittag zu essen. Die Mahlzeit ist kostenlos, wer möchte, kann etwas spenden.

Jugendliche lernen Verbindlichkeit und Pünktlichkeit

Kassandra Kamrath hat über zwei Praktika die Arbeit hier kennengelernt. „Ich habe Gemüse geschnitten, war im Abwasch tätig, habe beim Bedienen geholfen“, zählt sie auf. „Hier gibt es einen Zusammenhalt. Man erzählt und hilft sich gegenseitig.“

Das sieht auch Josephine Grimm so, die hier ebenfalls ein Praktikum absolviert hat. „Die Suppenküche hat mir beigebracht, nicht immer so schüchtern gegenüber anderen Menschen zu sein.“

Treffpunkt Suppenküche

Seit 2008 gibt es den Treffpunkt Suppenküche.

500 Gäste kommen jede Woche, zwischen 80 und 100 Essen werden täglich kostenlos rausgegeben, zwei Mahlzeiten täglich gekocht.

35 Ehrenamtler zählt der Treffpunkt Suppenküche, die von Montag bis Freitag helfen.

11 bis 14 Uhr: In der Zeit ist der Treffpunkt im Amtshaus, Klosterstraße, für jeden geöffnet, es gibt eine warme Mahlzeit, Kuchen, Brot, Getränke.

Die Jugendlichen lernen den Ablauf im Treffpunkt kennen: Vorbereitungen, einkaufen, kochen, organisieren, Öffentlichkeitsarbeit. Dabei gehen die Ehrenamtler auf die Jungen und Mädchen ein. „Wir gucken, was brauchen sie“, sagt Barbara Niehaus. Das fange schon bei der Verbindlichkeit, bei Pünktlichkeit an. „Viele Jugendliche haben Schwierigkeiten mit Struktur. Und die Erfahrung, etwas gemeinsam zu machen, fehlt ihnen“, erläutert Barbara Niehaus. „Es geht um viele Lernfelder, das macht es so spannend“, ergänzt Sherry Gröticke. „Wir sind da ganz frei und können auch Aufgaben herauslösen.“

Das Spendenkonto

Mit der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ sammelt die OSTSEE-ZEITUNG 2019 für den Treffpunkt Suppenküche. Die Ostseesparkasse Rostock stellt dafür kostenfrei das Spendenkonto zur Verfügung.

IBAN DE 21 1305 0000 0201 1066 80BIC NOLADE21ROSEmpfänger: Treffpunkt SuppenkücheBetreff: „Helfen bringt Freude 2019“

Die Spender werden in der Ostsee-Zeitung namentlich genannt. Wer das nicht möchte, vermerkt dies bitte auf der Überweisung.

„Unser Ansatz ist es, Impulse zu geben“, sagt Barbara Niehaus. „Jugendliche treffen hier auf Menschen, die jahrelang im Arbeitsleben standen. Das ist nicht immer ohne Konflikte, aber sie nehmen dann eine andere Realität wahr. Es ist indirektes und nachhaltiges Lernen.“

100 000 Euro im Jahr notwendig für Betrieb

Doch um den Betrieb aufrechtzuerhalten, braucht es Geld. Hygieneausweise werden benötigt, Fahrkosten müssen bezahlt, Lebensmittel gekauft, Abfallgebühren entrichtet werden. Um den Treffpunkt offen halten zu können, sind jährlich etwa 100 000 Euro notwendig.

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Das Problem: Die Fördermöglichkeiten über die Europäische Union gibt es nicht mehr. In den vergangenen Jahren konnten die Personalkosten in Höhe von 68 000 Euro, denn es gibt drei halbe Stellen beim Treffpunkt Suppenküche, zu 80 bis 90 Prozent über EU-Fördergelder abgedeckt werden. „Durch den Ausfall der Förderung haben wir eine Lücke“, sagt Barbara Niehaus. Kann diese nicht geschlossen werden, ist das Projekt in Gefahr. Jede noch so kleine Spende kann daher helfen, diesen Ort voller Menschlichkeit und Wärme zu erhalten.

Von Anja Levien

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