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Bad Doberan Um die Ecken denken hält Reriker fit
Mecklenburg Bad Doberan Um die Ecken denken hält Reriker fit
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11:00 25.04.2019
Bald feiern sie ihr 100. Mal „Geistig fit“: Fast 20 Reriker treffen sich einmal im Monat, um recht kniffelige Aufgaben von Adelheid Krüger (6.v.r.) zu lösen. Quelle: Sabine Hügelland
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Rerik

Um die Ecke denken kann anstrengend sein. Doch die 19 Mitglieder von „Geistig fit“ erwarten von ihrer Leiterin auch keine einfachen Aufgaben, denn sie wollen genau das: im Kopf klar und rege bleiben – auch im Alter. Seit Februar 2010 ist einmal im Monat geistiger Treffpunkt für die Mitglieder im Rentenalter. Im Mai wird das 100. Treffen stattfinden. „Früher haben wir eine Sommerpause eingelegt – das machen wir nicht mehr“, sagt Adelheid Krüger. Sie denkt sich all die kniffeligen Aufgaben aus und hat selbst viel Freude dabei. „Informatik – Logik und Mathematik habe ich früher unterrichtet“, sagt sie. 73 Jahre jung ist die Studienrätin gerade geworden und immer noch jugendlich in der Ausstrahlung – auch dank ihres Hobbys. „Rätsel und Sudokus mache ich selbst gern.“

Entstanden ist der Zirkel, der in einem Raum des Betreuten Wohnens in Rerik stattfindet, durch den Beamtenbund (BRH), den es mittlerweile nicht mehr gibt. „Er war recht aktiv, als ich mit dem Eintritt ins Rentenalter nach Rerik zog, und ich wurde dort freundlich aufgenommen“, sagt die ehemalige Berlinerin. „Ich wollte etwas dazugeben und fragte im BRH nach, ob Interesse an einem solchen Zirkel bestünde.“

Hausaufgaben werden mit der Familie gelöst

Adelheid Krüger, Leiterin der Gruppe „Geistig fit“ in Rerik: „Es ist schön zu sehen, dass sie sogar, wenn sie sich im Supermarkt treffen, darüber reden.“ Quelle: Sabine Hügelland

Anfangs kamen nur zehn, jetzt fast 20 Frauen und Männer, die Freude am kreativen Kopfzerbrechen haben. „Wir sind eine tolle Runde, das macht Spaß“, sagt die Leiterin. Jeden dritten Dienstag rauchen die Köpfe, denn eine Stunde lang gilt es von Adelheid Krüger vorbereitete Aufgaben zu lösen. Inspiration holt sie sich aus Büchern und Zeitschriften. Die letzte auf dem Din-A-4-Blatt, welches sie für die Teilnehmer stets vorbereitet, nimmt jeder als Aufgabe mit nach Hause. „Es ist schön zu sehen, dass sie sogar, wenn sie sich im Supermarkt treffen, darüber reden“, sagt Adelheid Krüger. „Sie denken am liebsten um die Ecke“, sagt Adelheid Krüger, die eigentlich nur Heidi genannt wird. „Manche knobeln mit ihren Enkeln die Hausausgabe aus.“

Die Älteste ist Elfriede Jähncke mit 83 Jahren. „Die Aufgaben schicke ich immer meiner Schwester nach Fehmarn. Dann telefonieren wir und besprechen die Lösungen“, so die Rerikerin. „Heidi macht das immer sehr interessant. Rätseln hält wirklich geistig fit“, sagte Magdalene Lippelt, die von Anfang an dabei ist. Die 79-Jährige arbeitete früher als Verkäuferin und liebt das Rechnen. Wie auch Dietbert Korge, der mit seiner Frau Hannelore vor zwei Jahren dazukam. „Es sind Konzentrationsübungen, über die man sonst nicht nachdenken würde. Ich gehe davon aus, dass es uns geistige Beweglichkeit bringt. Das ist so, wie wenn man den Körper trainiert. Nur wir betätigen die grauen Zellen“, sagt der 76-Jährige.

Teambildung durch das gemeinsame Knobeln

Mitbegründer von „Geistig fit“ ist auch Diplom-Ingenieur Joachim Schoenermark. „Heidi war die Einzige, die so was auf die Beine stellen konnte. Sie hat die Kenntnisse, die es dazu braucht“, so der 82-Jährige. „Dennoch gab es erst Zweifel, das war so gänzlich anders. Sie stellte mit ihrer Idee ja alles auf den Kopf.“

Der harte Kern aus dem Beamtenbund blieb dabei. „Heidi hat meiner Meinung nach in kurzer Zeit auch hinsichtlich der Teambildung eine gut funktionierende Gruppe geschaffen, wo man gern hinkommt“, so der ehemalige Wirtschafts-Diplomat.

Sabine Hügelland

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