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Bad Doberan „Pfingsten ist in Kühlungsborn ausgefallen“
Mecklenburg Bad Doberan „Pfingsten ist in Kühlungsborn ausgefallen“
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15:49 13.06.2019
Nichts los war auch zu Pfingsten auf dem Balticplatz. Hier fand noch im vergangenen Jahr der Pfingstmarkt statt. Quelle: Cora Meyer
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Kühlungsborn

Nichts los am langen Wochenende. Kühlungsborner Unternehmer beklagen, dass es zu Pfingsten in dem Ostseebad nur wenige Veranstaltungen gab. Auch der traditionelle Pfingstmarkt hatte nicht stattgefunden. „Da gab es auch kein Marketing“, sagt beispielsweise Frank Röntgen, Inhaber der Classic Conditorei Röntgen. Er sieht die Tourismus, Freizeit und Kultur GmbH (TFK) in der Pflicht. Das weist Geschäftsführer Ulrich Langer zurück. „Wir haben jeden Tag den Konzertgarten bespielt“, sagt er. Die Pfingstregatta, die der Yachtclub Kühlungsborn organisiert, habe ebenfalls stattgefunden.

Dort zeigt man sich etwas erstaunt, dass es in diesem Jahr weniger Programm an Land gegeben habe. Im nächsten Jahr sollte man sich im Vorfeld zusammensetzen und gemeinsam etwas planen, von dem alle profitieren.

„Nur noch hochklassige Veranstaltungen“

Für Veranstaltungen wie etwa das Hafenfest oder den Pfingstmarkt seien aber private Unternehmen zuständig, die das in den vergangenen Jahren organisiert hätten, sagt Ulrich Langer. „Wir als Stadt wollen so etwas aber in Zukunft nicht mehr.“ Unter dem Gesichtspunkt der Qualität habe man sich entschieden, auf fliegende Märkte künftig komplett zu verzichten. „Wir wollen keine Verkaufsbuden und Bratwurstbuden im Sommer auf der Promenade“, sagt er. Stattdessen sollen ausschließlich hochwertige Veranstaltungen stattfinden. Das sei auch eine Frage der Zielgruppe. „Wir wollen nicht den billigen Jakob, sondern Veranstaltungen mit Alleinstellungsmerkmal.“ Im vergangenen Jahr habe man noch versucht, den Pfingstmarkt durch Kleinkunst etwas anspruchsvoller zu gestalten. „Das ist jedoch in der Außenwahrnehmung falsch angekommen.“

Auch das Aussehen der Stände sei ein Teil des Problems. „Es gibt nicht umsonst eine Gestaltungssatzung, die eingehalten werden sollte.“

Lokalen Handel nicht stören

Nur auf wenige Veranstaltungen mit Strahlkraft zu setzen, sei zu wenig, kritisiert Conditoreichef Frank Röntgen. „Da zeigt sich die Eitelkeit der Stadt“. Die Vor- und die Nachsaison fielen dabei unter den Tisch. „Natürlich wollen wir den Ort das ganze Jahr über bespielen“, sagt Ulrich Langer. „Und bevor wir in der Hochsaison etwas machen, machen wir eher in Vor- und Nachsaison was.“ Die TFK habe aber lediglich ein überschaubares Budget zur Verfügung, mit dem sie wirtschaften könne.

Wichtig sei der Stadt außerdem, dass Veranstaltungen in Kühlungsborn nicht in Konkurrenz zum lokalen Einzelhandel oder der Bespielung des Konzertgartens stünden. Das sei beispielsweise während des Promenadenfestes der Fall gewesen, das es bereits seit drei Jahren nicht mehr gibt. „Außerdem kostet so etwas Geld, das wir lieber in unsere eigenen Veranstaltungen stecken.“ Bratwurstbuden und Bekleidungsstände, wie es sie beim Pfingstmarkt gab, würden hingegen der örtlichen Gastronomie und Modegeschäften Kunden wegnehmen.

Wünsche vieler Gäste fallen unter den Tisch

Unter den Tisch fallen nach Ansicht von Frank Röntgen dabei jedoch die Wünsche zahlreicher Gäste. Auf ein bestimmtes Publikum zu setzen, sei nicht breitbandig genug. Das führe zu Frust bei den Besuchern. „Es gibt viele Urlauber, die an Pfingsten gerade wegen der Veranstaltungen kommen. Und wenn dann nichts mehr stattfindet, gehen sie im nächsten Jahr woandershin.“ Das sei Geschmackssache, sagt der Tourismuschef. „Dem einen gefällt der Trubel nicht, der andere will sogar noch mehr.“ In Kühlungsborn gebe es jedoch ein Tourismuskonzept, das die gewünschten Zielgruppen klar benenne. Man wolle Urlauber aus der Mittelklasse und unter anderem den Kulturtourismus fördern. „Die Veranstaltungen sollen den Qualitätsanspruch eines Seebades erfüllen.“ Das sei jedoch nicht zu Ende gedacht, sagt Gunnar Günther, Leader der Showband „Papermoon“, die regelmäßig im Ort und der Umgebung auftritt. „Die jungen Leute, die zu Konzerten von beispielsweise Revolverheld nach Kühlungsborn kommen, buchen ja hier keinen Urlaub.“

Cora Meyer

Der Kröpeliner Eismacher Michael Kirchhoff setzte sich gegen acht Mitbewerber durch. Für seine fünf Läden produziert der 51-Jährige täglich 1000 Liter Frucht- und Milcheiscremes. Seine Gäste haben bei rund 70 Sorten die Qual der Wahl.

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