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Bad Doberan Verein unterstützt Münster-Sanierung
Mecklenburg Bad Doberan Verein unterstützt Münster-Sanierung
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06:00 29.01.2019
Der Münsterbauverein sammelt Spenden für Restaurierungsarbeiten im Münster. Dieses Jahr soll von dem Geld das Taufbecken restauriert werden. Die Vereinsmitglieder (v.l.) Martin Heider, Andrea Tädcke und Jürgen Schoof schauen sich die Schäden an. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Ob die neuen Glocken im Bad Doberaner Münster, die Restaurierung des Hochaltars oder die Reinigung der Grabplatten im Gotteshaus – durch das Engagement des Münsterbauvereins konnten viele Arbeiten im und am Münster realisiert werden. Mehrere Zehntausend Euro sind seit 2002 investiert worden.

Die Initiative für die Vereinsgründung hat 2002 Münsterkustos Martin Heider gegeben, heute stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Anders als bei anderen Kirchen gab es für das Münster noch keinen Bauverein. Der Verein setzt sich für den baulichen Erhalt und die Erneuerung des Münsters ein. „In den vergangenen Jahren sind mindestens 300 000 Euro pro Jahr an Bau- und Sanierungskosten im Münster entstanden. Wir unterstützen die finanzielle und personelle Last“, sagt Martin Heider, nennt als Beispiel das Engagement des Vereins beim Tag des offenen Denkmals. Mit Beiträgen des Vereins würden auch Maßnahmen gefördert, „die neben den vielen großen im Jahr gar nicht möglich wären.“

Bestes Beispiel ist die Doberaner Fünte. Fünte ist der norddeutsche Begriff für Taufbecken. Dieses besteht aus Sandstein von der Insel Gotland und wurde um 1300 gefertigt. 1977 kam die Fünte aus Wismar nach Bad Doberan und erhielt einen schmiedeeisernen Einsatz für die Taufschale. „Die Fünte hat Risse und Hohlräume“, sagt Jürgen Schoof vom Vereinsvorstand. „Es wurde versucht, sie mit zementhaltigem Mörtel zu reparieren.“ Das habe vor Jahren noch mehr Schäden verursacht.

Münster ganz nah“ bringt viele Spenden

5000 Euro kosten die notwendigen Restaurierungsarbeiten. Das Geld hat der Verein im vergangenen Jahr gesammelt. So kamen am 25. März beim Tag „Münster ganz nah“ 940,41 Euro an Spenden zusammen. „Es gab eine Einzelspende eines Vereinsmitglieds von 3000 Euro“, sagt Martin Heider.

Den „Münster ganz nah“-Tag hat der Verein, der 90 Mitglieder zählt, die sich am 31. Januar, um 18 Uhr zur öffentlichen Mitgliederversammlung im Gemeindezentrum, Klosterstraße 1b, treffen, ins Leben gerufen. An dem Tag werden Orte im Münster gezeigt, die sonst nicht so zugänglich sind. Der Tag werde gut angenommen.

Der Verein

90 Mitglieder zählt der Münsterbauverein. Eine Mitgliedschaft kostet im Jahr für Erwachsene 20 Euro, für Studenten zehn Euro, für Schüler fünf Euro, Familien 30 Euro und Firmen 50 Euro.

Durch Spenden und Mitgliedsbeiträge konnten seit 2002 unter anderem die Restaurierung des Reiterstandbildes, der Guss der Glocken, die Restaurierung des Hochaltars sowie des Altars der Tugenden, die Reinigung der Grabplatten, die Chorgestühl-Sanierung sowie die Fensterrestaurierung finanziell unterstützt werden.

Der Verein unterstützt nicht nur finanziell. „Wir wollen auch nach außen tragen, was wir hier für ein Kulturgut haben“, sagt Andrea Tädcke. Was bauhistorische erhalten sei, dürfe nicht vergessen werden. „Es gibt zwar den Klosterverein, der sich um die Entwicklung der gesamten Anlage in Zusammenarbeit mit der Kirche und der Stadt kümmert. Wir wollen explizit das Münster unterstützen“, ergänzt Heider. „Wir haben keine Eigentumsrechte an der Kirche, aber wollen sie fördern“, so Schoof.

Vom Münsterführer zum Vereinsmitglied

Andrea Tädcke kam 2005 zum Verein, nachdem die 57-Jährige zwei Jahre zuvor als Münsterführerin angefangen hatte. Für sie sei es selbstverständlich als Münsterführerin auch zum Verein zu gehören, so die Parkentinerin.

Auch Jürgen Schoof kam als Münsterführer in den Verein. „Ich bin in Doberan groß geworden, im Kornhaus zur Schule gegangen, ich habe die Kirche jeden Tag gesehen. Sie hat mich von klein auf an fasziniert.“ Und wenn man umherreise, sehe man erst, was für ein tolles Bauwerk hier stehe.

„Die Besucher sind erstaunt von der Kirche, wenn sie davor stehen“, bestätigt auch Andrea Tädcke. „Man sieht von weit her immer nur die Spitze. Die Größe der Kirche sieht man erst, wenn man davorsteht“, ergänz Schoof. Deshalb habe er sich damals auch für eine Beschilderung eingesetzt, erzählt Heider. „Das Münster ist als Bauwerk einzigartig, auch in der Ausstattung, steht aber in einer Kleinstadt.“ Der Verein trage mit seiner Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, das Münster bekannt zu machen.

Neben der Restaurierung der Fünfte steht als nächste größere Maßnahme die Sanierung des Deckengewölbes an. Auch die Fußbodensanierung soll weitergehen. „Es ist immer was zu machen im Münster“, sagt Andrea Tädcke.

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