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Bad Doberan Vermittlerin und Zuhörerin: Ulrike Kramp hilft Neubukowern
Mecklenburg Bad Doberan Vermittlerin und Zuhörerin: Ulrike Kramp hilft Neubukowern
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15:00 21.10.2019
Ulrike Kramp ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neubukow Quelle: Sabien Hügelland
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Neubukow

Doreen Prüter hat ihr Amt als Gleichstellungsbeauftragte in Neubukow nach knapp zehn Jahren an Ulrike Kramp abgegeben. Sie möchte sich nun anderen Aufgaben widmen. „Wir kennen uns lange. Ich habe sie als Helferin begleitet und sie auch gebeten, mich einzuweisen“, sagt Ulrike Kramp. Gefragt wurde die Neubukowerin, ob sie sich vorstellen könne, das Amt zu übernehmen: „Am Gartenzaun von Matthias Klan, dem Bürgervorsteher der Stadt, wie das hier eben so üblich ist auf dem Land“, sagt sie und muss schmunzeln.

Ehrenamt ist für sie schon lange Ehrensache, denn Ulrike Kramp arbeitete sieben Jahre beim „Gedeckten Tisch“ und war auch Gründungsmitglied. Sie ist gelernte Optikerin. Mit der Geburt ihrer vier Söhne wurde die Mutter Familienmanagerin – der jüngste kam gerade in die zehnte Klasse. Ulrike Kramp engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Diakonie ihrer Kirchengemeinde und gehört mit ihrem Mann der Adventgemeinde in Rostock an. Die Gemeinde unterstützt jährlich die Aktion „Ferien für Kinder von Tschernobyl“ in Rerik und sponsert unter anderem den Zoobesuch, die Hygieneartikel und ein Begrüßungsgeschenk für jedes der Kinder.

Aufgabenbereich ist nicht genau definiert

Um für das Amt der Gleichstellungsbeauftragten gut vorbereitet zu sein, „fragte ich Doreen, was denn genau die Aufgabe sei und sie antwortete: Das ist Arbeitsfindungsrecht, denn der Aufgabenbereich ist nicht genau definiert“, so die 56-Jährige. „Wenn Hilfe, Unterstützung oder Begleitung benötigt wird, kann man sich an mich wenden.“ Jedoch: „Leider wurde die Sprechstunde bisher kaum frequentiert, berichtete mir Frau Prüter.“ Woran das liegt, kann nur vermutet werden. „Das ist hier eben dörflich, jeder kennt jeden und vielleicht ist da zu viel Scham“, sagt Ulrike Kramp.

Sprechstunde im Seniorentreff

Zukünftig wird sie dennoch einmal im Monat im Seniorentreff am Markt eine Sprechstunde abhalten, zum ersten Mal am 24. Oktober von 15 bis 16 Uhr“, sagt Ulrike Kramp, die durch ihre ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit bereits einen vollen Terminkalender hat. Denn als die Flüchtlingswelle das Land traf, begann auch sie neben anderen Freiwilligen, als Flüchtlingshelferin zu arbeiten. „Dabei bin ich geblieben. So galt es jetzt, einen Umzug für eine große Familie zu organisieren. Das war viel Arbeit und noch ist nicht alles abgeschlossen.“

Die neue Gleichstellungsbeauftragte wünscht sich, dass sie auch in Zukunft auf den Flüchtlingshelferkreis zählen kann, denn gerade er leistet einen wesentlichen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge in Neubukow.

Kontakte vermitteln, Hilfe anbieten

Gleichstellungsbeauftragte sind Anlaufstellen. Sie vermitteln weiter, sind jedoch nicht immer die Problemlöserinnen, sondern nehmen Kontakte zu den notwendigen Ämtern auf. „Ein offenes Ohr für die Belange der Menschen unserer Stadt finde ich auf jeden Fall bei Herrn Dethloff, unserem Bürgermeister. Ich freue mich über das entgegengebrachte Vertrauen und werde mein Bestes geben.“

Mann und Frau haben die gleichen Rechte. Wenn Gewalt ins Spiel kommt und die Angst regiert, sollen betroffene Menschen nicht ohne Hilfe bleiben, ist der Grundgedanke der Arbeit einer Gleichstellungsbeauftragten. Sie ist Vermittlerin, keine Psychologin und schon gar nicht Richterin. Sie zeigt Wege auf, vermittelt Kontakte wie zum Beispiel zum Weißen Ring, der IB Kontakt- und Beratungsstelle und zur Beratungsstelle für Frauen in Not. Sie geht auch mit, wenn es gewünscht wird. Ist diejenige, die sich, ohne zu urteilen, das Problem anhört.

„Nicht nur Frauen und Kinder können in solche Situationen kommen, auch Männer“, so Ulrike Kramp. Das beginnt bei häuslicher Gewalt oder Mobbing und betrifft Probleme verschiedenster Art. Sie muss dann prüfen und entscheidet, was in dem jeweiligen Fall am besten für ihr Gegenüber ist. Betroffene sollten ihre Angst überwinden und die Gleichstellungsbeauftragte kontaktieren. „Wie kann ich sonst helfen?“, so Ulrike Kramp.

Von Sabine Hügelland

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