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Bad Doberan Viele Ideen bereichern das Dorfleben
Mecklenburg Bad Doberan Viele Ideen bereichern das Dorfleben
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14:00 24.11.2018
Heidrun Schmied vor dem Gemeindebackofen. Backtag ist immer am letzten Sonnabend des Monats. Quelle: Werner Geske
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Krempin

Heidrun Schmied ist für das Landleben wie gemacht. Dörfliche Ruhe, Natur und Tiere sind die Welt der 56-Jährigen. In Rostock geboren, gehören die vielen Spaziergänge und Wanderungen in die Umgebung der Hansestadt zu den nachhaltigen Erinnerungen ihrer Kindheit: „Meine Mutter ist mit meinen Geschwistern und mir oft losgezogen. Ihre Naturverbundenheit hat sich so auf mich übertragen.“

Folgerichtig schrieb sie sich an der Universität Rostock, Fachrichtung Landwirtschaft, ein. „Da ich auch eine künstlerische Ader besitze, studierte ich später noch Design an der Fachschule für Angewandte Kunst in Heiligendamm“, lässt sie wissen. Inspiration für ihre Kunst und beste Voraussetzungen für eine naturnahe Lebensweise suchte und fand Heidrun Schmied 1998 sinnigerweise in der alten Krempiner Schmiede. Dort etablierte sie ihre Werbeagentur und stieg ins Redaktionsteam des Cariner Landboten, der örtlichen Zeitung der Gemeinde, mit ein. Nach zwölf Jahren, in denen sie dieses Blatt „mit Herzblut“ schrieb und gestaltete, will sie sich jetzt „so langsam zurückziehen“.

Spuren der Vergangenheit blieben erhalten

2006 kaufte sie die Büdnerei, die zuvor lange im Besitz der Familie Kaltenbach war. Immerhin sollte es noch acht weitere Jahre dauern, ehe die neue Eigentümerin das Haus nach ihren Vorstellungen umgestaltet hatte und einziehen konnte. „Auf keinen Fall wollte ich beim Umbau die Spuren der Vergangenheit verwischen. Was zu erhalten war, habe ich bewahrt: zum Beispiel die lehmgeputzten Wände, den Dielenfußboden und die Türen“, betont Schmied. Entstanden ist ein Haus, in dem sich auch der Gast sofort wohlfühlt.

Doch nicht allein in ihr neues Heim investierte die Landwirtin jede Menge Arbeit. Zum Anwesen gehört nämlich auch Land: Garten, Wiesen, Wald und 2,3 Hektar, auf denen Holunderbeersträucher wachsen. All das will bewirtschaftet sein. „Bevor ich etwas anpacke, durchdenke ich mir die Dinge sehr gründlich. Das trifft auch besonders auf meine Idee zu, Holundersaft zu produzieren. Eine Vorstellung, die mich packte und nicht mehr loslies“, meint Heidrun Schmied.

Der Einfall hat sich ausgezahlt. Allerdings nicht von heut‘ auf morgen. „Langer Atem ist gefragt. Die Setzlinge brauchen ja etwa zehn Jahre, bis sie herangewachsen sind und einen guten Ertrag bringen“, sagt Heidrun Schmied. Inzwischen sind es aber gut 2000 Flaschen Saft, den sie in Halbliterflaschen abfüllt. Dankbarer Abnehmer des gesunden Trankes ist der Edeka-Markt Hoffmann in Kühlungsborn.

Naturwanderpfad umfasst gut drei Kilometer

Wenn sie eine Idee überkommt, hält die Neu-Krempinerin unbeirrbar daran fest. Das lässt sich auch mit dem Gedanken belegen, rund um das Dorf einen Naturwanderpfad anzulegen. Hartnäckigkeit führte auch hier zum Ziel: Im Rahmen des Projektes „Tierhäuser“ geschaffen, umfasst der Rundkurs heute gut drei Kilometer. „Er führt über die naturnah angelegte Holunderbeerplantage zu einem Feuchtbiotop, einer Kräuterwiese und einem Trockenwall. Durch den renaturierten Kirchweg gelangt der Wanderer über eine große Wiese zurück zum Sumpfquellwald und zum Elderhof“, beschreibt die Naturfreundin den Pfad.

Wer ihn beschreitet, kommt unweigerlich an einem großen Gehege vorbei, auf dem sich Ziegen und Schafe tummeln. Als der Haustierpark in Tüzen vor einigen Jahren schloss, gab Heidrun Schmied einigen seiner Bewohner ein neues Zuhause und Krempin eine weitere Sehenswürdigkeit. Zu denen zählt auch der Gemeindebackofen auf dem Schmiedschen Grundstück.

2007 gebaut, natürlich unter Mitwirkung der Eigentümerin, ist diese Errungenschaft heute aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Immer am letzten Sonnabend im Monat ist Backtag. Da haben Heidrun Schmied und ihre Helfer alle Hände voll zu tun. Ehe das Brot in den Ofen kommt, muss der Teig acht bis neun Stunden ruhen. Der Sauerteig wird von ihr nicht nur geknetet, sondern auch gefaltet und gerollt – abgeschaut bei einem Bäcker. Um 7 Uhr heizt sie den Ofen an. Bevor er die richtige Temperatur erreicht, vergehen Stunden. Doch dann ist es soweit: Die ersten gut 30 Brote verschwinden hinter der gusseisernen Ofentür. Als Zwiebelbrot oder Cariner Landbrot kommen sie duftend wieder hervor. Schon erwartet von einem Publikum, das längst von nah und fern zu diesem allmonatlichen Back-Event erscheint.

Werner Geske

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