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Bad Doberan „Völlig inakzeptabel“: Ärger über viele Mängel im Ostseewohnpark Bad Doberan
Mecklenburg Bad Doberan „Völlig inakzeptabel“: Ärger über viele Mängel im Ostseewohnpark Bad Doberan
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09:00 17.08.2019
Der Ostseewohnpark in Bad Doberan: Viele Anwohner kritisieren bauliche und pflegerische Mängel. Quelle: Lennart Plottke
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Bad Doberan

Der Ostseewohnpark in Bad Doberan wächst stetig. Seit 2016 entsteht zwischen Doberaner Dammchaussee und Randstraße das neue Wohngebiet. Einige Anwohner leben hier seit zwei Jahren, andere sind in diesem Jahr dazugekommen. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch viele Bewohner eint vor allem der Ärger über das äußere Erscheinungsbild.

„Der Stadtteil hat einen ungepflegten Eindruck gemacht – der Zustand der Grünflächen war inakzeptabel.“ Jochen Arenz, Bürgermeister Bad Doberan Quelle: Anja Levien

Disteln auf dem Spielplatz, zugewachsene Beete, Regenwasser, das nicht abfließt: Beim Stadtteilrundgang Anfang Juli mit Bürgermeister Jochen Arenz, Stadtvertretervorsteherin Katy Hoffmeister und Bauhofchef Andreas Molkentin machten die Betroffenen ihrem Unmut Luft. „Der gesamte Stadtteil hat einen ungepflegten Eindruck gemacht“, sagt Arenz. „Der Zustand der Grünflächen und des Spielplatzes war vollkommen inakzeptabel.“ Deshalb sei jetzt eine Firma damit beauftragt worden, das Areal in einen gepflegten Zustand zu bringen: „Da brauchen die Anwohner aber noch ein bisschen Geduld – denn die Versäumnisse von Monaten können nicht von heute auf morgen beseitigt werden.“

Anwohner und Stadt nicht für Pflege verantwortlich

Dabei sei für die gesamte Pflege aller Grünanlagen, der Wege und Straßen eigentlich die Ostseewohnpark Beteiligungsgesellschaft mbH verantwortlich, macht Arenz deutlich: „Das bedeutet, dass die Bewohner aktuell überhaupt keine Pflegemaßnahmen oder Straßenreinigungen durchführen müssen.“ Voraussichtlich im kommenden Jahr würden die Grünflächen und Straßen per Beschluss der Stadtvertreter gewidmet, kündigt der Bürgermeister an: „Dann gehen die Straßen in den Besitz der Stadt über und wären öffentlich.“

Einige Mängel im neuen Wohngebiet wurden bereits behoben, weitere sollen zügig in Angriff genommen werden

In der Folge würde die städtische Straßensatzung in Kraft treten – und erst dann wären auch die Anwohner verpflichtet, anliegende Straßen und Grünflächen zu reinigen, so Arenz: „Ganz sicher ist, dass vor der Widmung alle Flächen von der Ostseewohnpark Beteiligungsgesellschaft in einen top gepflegten Zustand gebracht werden müssen – der Spielplatz, die Wege und alle weiteren Grünflächen werden nach Widmung von der Stadt gepflegt.“

Erste Maßnahmen auf Grünflächen und Spielplatz

Immerhin: „Die Rabatten wurden jetzt planmäßig gesäubert“, erklärt Ostseewohnpark-Geschäftsführer Arno Gutzmer. „Wie im Bebauungsplan festgelegt, müssen die Grünflächen aus Naturschutzgründen dreimal jährlich gepflegt werden – an den Wegen wird eine 1,50 Meter breite Fläche gemäht.“ Auch der Spielplatz werde künftig verstärkt gereinigt, verspricht Gutzmer: „Wir sind uns unserer Verantwortung schon bewusst.“ Im Herbst soll hier zudem ein großer Baum gepflanzt werden, der Schatten spenden soll, kündigt Jochen Arenz an: „Und es sind zwei Fußballtore bestellt, die innerhalb des Spielplatzes aufgestellt werden.“

„Die Rabatten wurden jetzt planmäßig gesäubert – wir sind uns unserer Verantwortung schon bewusst.“ Arno Gutzmer, Geschäftsführer Ostseewohnpark Beteiligungsgesellschaft mbH Quelle: Anja Levien

Darüber hinaus haben einige Anwohner aber ein noch viel größeres Problem: Bei stärkeren Regenfällen werden regelmäßig ihre Grundstücke überschwemmt. „Nach Rücksprache mit dem Zweckverband Kühlung können in konkreten Fällen Vor-Ort-Termine abgestimmt werden, um individuelle Lösungen zu finden“, sagt Arenz. „Nach Aussagen des ZVK soll sich die Wasserproblematik aber generell entspannen, wenn alle Grundstücke bepflanzt sind.“

Viele Ideen für sinnvolle Verkehrslösungen

Apropos entspannen: Für eine von vielen Anwohnern geforderte Verkehrsberuhigung habe es jetzt eine gemeinsame Begehung des Umfeldes mit Mitarbeitern des Amtes für Straßenbau und Verkehr gegeben, erklärt Doberans Bürgermeister: „Da gab es im Vorfeld viele gute Vorschläge – etwa Tempo 50 auf der Dammchaussee.“ Die Stadt werde jetzt einen entsprechenden Antrag stellen, das Ortsausgangsschild Richtung Umgehungsstraße zu versetzen, so Arenz: „Dabei geht es mir auch um die Sicherheit der Radfahrer, die die Dammchaussee queren – da ist Tempo 100 oder auch 70 viel zu viel.“

Dazu sei die Stadt mit der Rebus Regionalbus Rostock GmbH über eine neue Bushaltestelle an der Ecke Dammchaussee/Biesenbrower Weg im Gespräch, sagt Arenz und zählt weitere Maßnahmen auf: „Für die Beleuchtung und Reparatur des Fahrradweges an der Dammchaussee sowie die Fortführung bis zur Allee-Apotheke werden im Haushalt für das Jahr 2020 Mittel bereitgestellt – und die Ausschilderung für Fahrradfahrer in und aus dem Wohngebiet heraus wird über das Amt für Stadtentwicklung in Auftrag gegeben.“

Bei einer weiteren, immer wiederkehrenden Frage habe er noch keine konkrete Antwort, so Arenz: „Es gibt einen Interessenten für den Bau einer Kindertagesstätte im Gebiet – die Gespräche dauern aber noch an.“

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Über den Autor

Von Lennart Plottke

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