Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Radweg, Bootshafen, Parcours: Lange Wartezeit für Nienhäger Projekte
Mecklenburg Bad Doberan Radweg, Bootshafen, Parcours: Lange Wartezeit für Nienhäger Projekte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 15.11.2018
Anwohner haben gegen den Bewegungsparcours in Nienhagen geklagt. Bernd Roth hingegen findet die Geräte richtig gut.
Anwohner haben gegen den Bewegungsparcours in Nienhagen geklagt. Bernd Roth hingegen findet die Geräte richtig gut. Quelle: Sabine Hügelland
Anzeige
Nienhagen

Über die Planungen zur Strandversorgung im Ostseebad Nienhagen, die Vorteile einer Fusion mit den Nachbargemeinden Admannshagen-Bargeshagen und Elmenhorst/Lichtenhagen sowie das Vorhaben Kita-Anbau hat Bürgermeister Uwe Kahl (CDU) am Mittwochabend unter anderem informiert. Etwa 100 Bürger waren ins Freizeitzentrum zur Bürgerversammlung gekommen, um über aktuelle Projekte in der Gemeinde zu diskutieren. Kritik gab es vom Bürgermeister über die Zusammenarbeit mit den Ämtern und Behörden. „Wir bekommen kaum Unterstützung von Behörden und Ämtern. Es gibt kaum einen, der eine Entscheidung trifft“, sagt Uwe Kahl. „Ich telefoniere den Anträgen hinterher“, erläutert der Bürgermeister, warum Vorhaben in der Gemeinde so lange in der Umsetzung bräuchten.

Ein Beispiel: der kleine Bootshafen. Nienhagen möchte gerne den Strand erweitern. Da wo jetzt keine Buhnen seien, sei es sehr steinig. „Man machte uns Mut für das Vorhaben, mit dem Bau eines Wasserwanderrastplatzes könnte die Stranderweiterung gefördert werden. Nach drei Gutachten passierte nichts. Dann waren die Minister Harry Glawe und Till Backhaus hier und ein Dreivierteljahr später kam die Forderung nach einer Machbarkeitsstudie“, erläutert Uwe Kahl den Werdegang. Die Studie koste 60 000 Euro, werde mit 75 Prozent gefördert, die Fördermittel aber erst 2019 ausgereicht.

Jetzt sollen drei Optionen geprüft werden: der Bau eines Wasserwanderrastplatzes, der Bau in abgespeckter Version oder eine Stranderweiterung mittels Buhnenbau. „Ich befürchte, dass die Baukosten zu hoch werden. Wir wären zufrieden, wenn der Buhnenbau bezahlt werden würde.“

Seit 14 Jahren wartet Gemeinde auf Radweg-Erneuerung

Auch bei der Erneuerung des Europäischen Rad- und Wanderweges E 9 habe die Landesregierung die Gemeinde Nienhagen im Stich gelassen. Immer wieder wurden die Förderrichtlinien erneuert, mussten Unterlagen neu eingereicht werden. „Nach über 14 Jahren haben wir beschlossen, den Radweg selber zu sanieren“, so Uwe Kahl, zumindest in Richtung Elmenhorst. Er hoffe, dass es 2019 damit losgehen kann.

Über diese Projekte informierte Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl.

Der Radweg führt auch am Bewegungsparcours vorbei, der im Oktober 2017 errichtet worden war und nun versetzt worden ist. Das hat laut Bürgermeister Uwe Kahl das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg veranlasst. Vorher waren die sechs Geräte näher an der Küste, drei von ihnen waren aufgrund der Nähe zur Kliffkante von Anfang an gesperrt. Gegen den neuen Standort einige Meter weiter sei von Anwohnern Klage eingereicht worden, informierte Uwe Kahl. Ein daraufhin erstelltes Lärmgutachten habe keine Überschreitungen festgestellt, woraufhin die Baugenehmigung erteilt worden sei. Die Geräte sollen jetzt im Frühjahr freigegeben werden.

Mit einer Baugenehmigung für die Strandversorgung, die an der Promenade entstehen soll, rechnet der Bürgermeister im Frühjahr 2019. 1,4 Millionen Euro investiert die Gemeinde in das Gebäude mit Restaurant und öffentlichen Toiletten. „Wir haben einen Betreiber aus der Region, der das Restaurant pachten möchte“, sagt Kahl. Er hofft, dass im Herbst 2019, spätestens im Frühjahr 2020 mit dem Bau begonnen werden kann.

Weiterhin stellte der Bürgermeister die Pläne für den Kita-Anbau vor. Die Gemeindevertreter hätten in der vergangenen Sitzung zugestimmt, den Bebauungsplan dafür zu ändern. Mit dem Anbau sollen 35­­ zusätzliche Plätze geschaffen werden.

Fusion: Bürger wollen mitreden

Eine starke Gemeinde mit 9000 Einwohnern, Synergieeffekte in der Wohnungswirtschaft und den Kindertagesstätten und die Arrondierung von Wohn- und Wirtschaftsgebieten zählt Uwe Kahl die Vorteile einer möglichen Fusion mit zwei Nachbargemeinden auf und macht deutlich, dass es dazu noch eine gesonderte Bürgerversammlung geben wird. Die ist den anwesenden Nienhägern wichtig. Die, die sich zu Wort melden, stehen einer Fusion offen gegenüber, machen aber alle deutlich: Die Bürger müssen mitgenommen werden. Welche Perspektiven biete eine Fusion, welche Nachteile bringe sie? „Wir werden die Fusion nicht gegen den Willen der Bürger durchziehen“, sagt Uwe Kahl.

Anja Levien