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Bad Doberan Von Wandel und Werteverlust
Mecklenburg Bad Doberan Von Wandel und Werteverlust
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00:05 10.10.2017
Diese sechs Künstler nahmen an einem Symposium der Ateliergemeinschaft „Kunst-Koop“ in Neu Karin unter dem Thema „Landverlust“ teil.
Neu Karin

Der Wind pfeift um die Skulpturen. Im Teich treiben aufgeblasene Gummihandschuhe im Wasser. Sie sollen an Ertrinkende erinnern. Das Kunstwerk von Bernadette Maria Roolf ist eine Hommage an die Flüchtlinge, die es nicht schafften, ihr neues Leben anzutreten. Es ist eines von vielen Kunstwerken, die bei dem mehrtägigen Kunstsymposiums „LANDverLUST“ in Neu Karin im Rahmen von „Kunst heute“, den landesweiten Aktionstagen für zeitgenössische Kunst in Mecklenburg-Vorpommern, entstanden ist. Die Ateliergemeinschaft „Kunst-Koop“ hatte in der vergangenen Woche zu diesem geladen.

Sechs Künstlern sind eine Woche lang kreativ in Neu Karin

Die Ausstellungstücke der sechs professionellen Künstler Bernadette Maria Roolf, Grit Sauerborn, Dongki Ha, Takwe Kaender, Udo Dettmann und Jan Witte-Kropius befassten sich mit den Themen Heimat, Ökologie, Wandel und dem Verlust von Werten. Sie bearbeiteten die unterschiedlichsten Materialien von Feldstein bis Stahl und verliehen ihnen so eine individuelle künstlerische Handschrift. Das Kunstprojekt „LANDverLUST“ wurde gefördert durch das Kulturministerium des Landes, den Landkreis Rostock, die Gemeinde Carinerland und unterstützt durch mehrere Unternehmen der Region.

Um die 150 Gäste schauten sich die Arbeiten an, suchten den Austausch mit den Künstlern und Einwohnern. Denn bei der Abschlussveranstaltung am Sonntag machten auch Neu Kariner und der Kultur- und Sportverein mit. Sie sorgten für kulinarische Genüsse zum Kunstevent. Der geplante Dorfladen konnte nämlich nicht verwirklicht werden, weil der Starkregen das Areal unter Wasser setzte. Am Nachmittag spielte das Duo „Lutopia Orchestra“ einen coolen Stilmix aus Blues, Rock und Polka.

Der Künstler Jan Witte-Kropius, der auch zu „Kunst-Koop“ gehört, zeigte sich zufrieden: „Die Gäste kamen auch aus Rostock und Schwerin. Die Gemeinsamkeit des Arbeitens und der Austausch haben den Künstlern gefallen. Und der Kultur-und Sportverein zeigte sich ebenfalls zufrieden.“

Im Hallenhaus von Eckard Meyer stellte Grit Sauerborn aus. Die Rostockerin setzte das Thema Grundstücke in ihren Malereien um. „Es wird viel gebaut und oft zugebaut“, so die Künstlerin. „Grund und Boden, Grund-Stücke, da kann man drüber philosophieren“, sagte sie. „Das Symposium gab mir die Möglichkeit mit anderen Künstlern gemeinsam zu arbeiten und auszutauschen. Es war interessant, die Kollegen so lange bei sich zu haben.“

Sie arbeitete in einem Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert. „Das Hallenhaus bietet sich als Galerie doch wunderbar an“, sagt Besitzer Eckard Meyer, der schon öfter sein Haus für die „Kunst-Koop“ zur Verfügung stellte.

Am Teich standen Metall-Skulpturen von Dongki Ha aus Südkorea und Halle, der Kleinstteilchen aus Edelstahl und Stahl zu organischen Formen schmiedete. Er sah einen Baum als Vermittler zwischen Universum und Erde. „Wie eine Antenne funktioniert er nach oben und unten“, so der Künstler.

Auf der erhöhten Wiese neben dem Teich standen die zarten Werke von Takwe Kaenders aus Rothen. Sie formte weißen Draht unter anderem zu Mohnkapseln: „Sie passten zum Thema Verlust, der dennoch keiner ist. Wenn die Blüten weg sind, bleibt die Kaspel.“

Udo Dettmann aus Lübstorf beteiligte sich an „LANDverLUST“ mit einer Video-Installation. Zum Gesang von Kranichen ließ er Hände in Flügelbewegung agieren. Daneben stand ein weiterer Monitor, auf dem fünf Gestalten im Schnee langsam näher kommen: „Eine Metapher dafür, dass es Künstler in MV nicht einfach haben.“

Sabine Hügelland

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