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Bad Doberan Der Wald verdient mehr Respekt
Mecklenburg Bad Doberan Der Wald verdient mehr Respekt
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17:29 21.10.2018
Eine der beiden Gruppen vom Hundesportverein Bad Doberan, die gemeinsam mit dem Revierförster im Kellerswald Müll sammelten. Quelle: Thomas Hoppe
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Bad Doberan

“Das ist ja Wahnsinn: Ich hatte zehn 150-Liter-Säcke mitgebracht und wir sind jetzt erst ein knappes Stündchen unterwegs, aber die sind schon fast alle voll“, sagt Bad Doberans Forst-Revierleiter Markus Both. Er ist an diesem Sonnabendvormittag mit mehr als 20 Mitgliedern des hiesigen Hundesportvereins bis zu zwanzig, dreißig Metern neben der B 105 und entlang der Straße nach Brodhagen im Kellerswald unterwegs. Alle sammeln vor allem Kunststoffmüll, Verpackungen aller Art, aber auch Autoteile, Bekleidungsstücke und viele Glasflaschen. „Der Plastikmüll wird irgendwann zu Mikroplastik und verunreinigt dann unser Grundwasser. Es ist schon Wahnsinn, was die ,guten sauberen Deutschen’ alles so aus ihren Autos fliegen lassen“, ärgert sich der Diplomforstingenieur.

Kein Verständnis habe er auch für manche Anrainer des Kellerwaldes oder des Forstes in Nienhagen, die sich darüber beschweren würden, dass immer wieder Wildschweine zu dicht an ihre Gärten kommen würden. „Unter den Anrufern ist dann der eine oder der andere, der seine Gartenabfälle, wie Äpfel, Kürbisse und Pflaumen über den Zaun geschmissen hat.

Forst-Revierleiter in Bad Doberan, Markus Both: „Es ist schon Wahnsinn, was die ,guten sauberen Deutschen’ alles so aus ihren Autos fliegen lassen“. Quelle: Thomas Hoppe

Das lockt natürlich die Tiere an und die nähern sich dann der Bebauungsgrenze, wie hier zum Beispiel am südlichen Waldrand, am Stülower Weg. Die Wildschweine kommen so also immer näher an die Grundstücke, die Leute wundern sich dann und rufen uns entrüstet an“, erklärt Markus Both die Lage in dieser Angelegenheit. Selbstverständlich sei der Waidmann, der hier das Jagdrecht gepachtet habe, informiert und soll Druck auf die Tiere machen. „Aber das ist schon schwer, in so einem belebten Waldstück Schweine zu jagen. Hier spazieren nicht nur die Hundefreunde, auch Pilzsammler und andere Naturfreunde. Hinzu kommt erschwerend die Nähe der Bebauungsgrenze“, erläutert der Revierförster weiter und gibt den Rat, dass Leute mit „schönen, großen Grundstücken bis zu 2000 Quadratmetern“ auch mal drei Quadratmeter für einen Komposthaufen übrig haben sollten: „Das dürfte eigentlich kein Problem sein. Und ihren Gartenschnitt können sie zur städtischen Annahme bringen, denn im Wald behindert Rasenschnitt das Keimen neuer Bäume. Man sollte sich respektvoller gegenüber dem Wald verhalten“.

Rainer Klieme: „Diese Sammelaktion ist doch eine vernünftige Sache“. Quelle: Thomas Hoppe

Der gebürtige Kühlungsborner Markus Both ist seit vier Jahren Forst-Revierleiter im Bereich von Rostocks Stadtgrenze bis nach Heiligendamm – 1500 Hektar, „also rund 1500 Fußballfelder“, wie er sagt. Nach seinem Studium in Eberswalde, arbeitete er dann eine Zeit lang in Brandenburg, in Berlin, war Freiberufler, wirkte ein Jahr in Nordrhein-Westfalen und kam schließlich über die Naturschutzarbeit wieder zurück nach Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kooperation mit dem Hundesportverein basiere auf einer Abmachung zum Pachtvertrag mit dem Landesforst über die Nutzung des Hundesportplatzes im Kellerswald, wie sich der damalige Vereinsvorsitzende Rainer Klieme erinnert. Demnach hätte man sich schon früher geeinigt, einmal im Jahr in diesem Waldabschnitt Müll zu sammeln. „Das ist doch eine vernünftige Sache“, betont der 64-Jährige.

Diese Vereinbarung bekräftigen nun im Anschluss an die Sammelaktion Markus Both und die junge Vorsitzende des Hundesportvereins, Christina Jetek aus Rostock. Man ist sich einig, dass im kommenden Frühjahr der nächste gemeinsame Waldsäuberungstermin anstehen soll – auch mit mehr Müllsäcken.

Vereinsvorsitzende Christina Jetek: „Vielleicht könnte man das im März auch ein bisschen größer aufziehen und lädt interessierte Bürger herzlich ein. Quelle: Thomas Hoppe

„Vielleicht könnte man das im März auch ein bisschen größer aufziehen und lädt interessierte Bürger dazu herzlich ein. Wir könnten dann für heiße Getränke sorgen oder was auch immer“, schlägt die 33-jährige Vereinschefin vor.

Gemeinsam tragen die Teilnehmer der Aktion schließlich die zehn vollen Säcke mit insgesamt etwa anderthalb Kubikmeter Müll an die Waldeinfahrt. „Dann melde ich das beim Landkreis an und die entsorgen das auf Steuerzahlerkosten“, erklärt der Revierförster noch und Hundesportfreundin Iris Daunert wirft ein: „Aber möglichst schnell, nicht dass da dann die Wildschweine reingehen und alles wieder auseinanderreißen!“

Thomas Hoppe

Mit der 27:31 (14:20)-Niederlage bei der Sportlichen Vereinigung Blau-Weiß Berlin verpassten die Münsterstädter am Sonnabend den erhofften Befreiungsschlag und verbleiben in der Tabelle auf dem vorletzten Platz. Zudem warten die Mecklenburger weiterhin auf ihren ersten Auswärtssieg im Jahr 2018.

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