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Bad Doberan Warnstreik in fünf DRK-Kitas am Montag
Mecklenburg Bad Doberan Warnstreik in fünf DRK-Kitas am Montag
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22:04 16.12.2018
Symbolfoto. Am Montag drohen Warnstreiks in fünf DRK-Kitas im Kreisverband Bad Doberan.
Symbolfoto. Am Montag drohen Warnstreiks in fünf DRK-Kitas im Kreisverband Bad Doberan. Quelle: Frank Söllner
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Bad Doberan

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für Montag, 17. Dezember, Warnstreiks in fünf Kindertagesstätten des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Bad Doberan von 6 bis 13 Uhr angekündigt. Betroffen sind die Einrichtungen in Bad Doberan, Kritzmow, Ziesendorf und die beiden in Schwaan. Notgruppen würden eingerichtet. Hintergrund des Warnstreiks sind die Tarifverhandlungen zwischen der GEW Mecklenburg-Vorpommern und dem DRK-Kreisverband Bad Doberan für die Erzieher. Zwar hatten am Wochenende noch Gespräche zwischen DRK und GEW stattgefunden, doch es bleibt beim Streikaufruf.

Im September hatte die GEW zu Tarifverhandlungen aufgerufen. „Wir hatten bisher drei Verhandlungsrunden“, sagte Erik von Malottki, Referent für Jugendhilfe in der Gewerkschaft, die letzte am 22. November. Die Erzieher haben bisher einzelvertragliche Vereinbarungen mit dem DRK. Die Gewerkschaft fordert, dass die etwa 130 Männer und Frauen nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) bezahlt werden. Ergebnis der bisherigen Verhandlung: Ab dem 1. August soll für alle Erzieher 95 Prozent des geltenden TVöD gezahlt werden, ein Jahr später 100 Prozent. „Wir fordern zum 1. April mindestens 95 Prozent“, sagt Erik von Malottki. Zudem gebe es den Warnstreik, weil Verzögerungen nicht mehr akzeptiert werden könnten. Seit September liefen Gespräche. „Wir haben extreme Geduld bewiesen.“ Der nächste Verhandlungstermin am 12. Dezember sei vom DRK um eine Woche verschoben worden.

Das weist Susann Wieland, Sachgebietsleiterin für Jugendarbeit beim DRK, zurück. Für den 12. Dezember habe es keinen Termin gegeben. Weil am 17. und 18. Dezember Gespräche mit Landkreis und Kommunen zu den bisherigen Ergebnissen der Tarifverhandlung anständen, sei die nächste Verhandlungsrunde am 19. Dezember angesetzt worden. Landkreis und Kommunen müssten mit ins Boot geholt werden. „Wir wollen nicht, dass die Elternbeiträge ins Unermessliche steigen“, so Susann Wieland. Die Betreuungskosten teilen sich Land, Landkreis und Kommune zu einem Drittel. Der Anteil der Kommune wird zu 50 Prozent von den Eltern getragen. „Die derzeit laufenden Tarifverhandlungen erfahren durch den angekündigten Warnstreik eine unnötige Eskalation auf Kosten der Eltern und betreuten Kinder“, sagt Wieland.

Das Einstiegsgehalt für eine Erzieherin liegt beim DRK derzeit bei 30 Stunden die Woche zwischen 1600 und 1700 Euro, so Wieland. Würden die Erzieher 95 Prozent nach dem TVöD erhalten, würden sie im Schnitt 400 Euro im Monat mehr verdienen, informiert Erik von Malottki.

Die GEW halte sich auch am Wochenende für Verhandlungen bereit, so von Malottki. DRK-Geschäftsführer Fred Wollnitzke wollte das Gespräch suchen. Wie Susann Wieland am Sonntagabend mitteilt, habe es gute Gespräche gegeben, feste Zusagen seien noch nicht gemacht worden.

Anja Levien

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