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Bad Doberan Wasserschaden im Doberaner Gymnasium: Extra-Ferien vielleicht doch nicht so lang
Mecklenburg Bad Doberan Wasserschaden im Doberaner Gymnasium: Extra-Ferien vielleicht doch nicht so lang
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16:25 09.08.2019
Wasserschaden im Erdgeschoss des Gymnasiums Bad Doberan: Reiko Fleischer und Ronald Reddig (r.) installieren mit ihren Kollegen von der Firma Siccum Trocknungs GmbH die Trocknungsanlage. Quelle: Anja Levien
Bad Doberan

Die Extra-Ferien für die Schüler des vom Hochwasser heimgesuchten Friederico-Francisceums in Bad Doberan fallen womöglich doch nicht so lang aus wie zunächst angekündigt. Es besteht die Chance, dass schon Mitte kommender Woche Ausweichräume zur Verfügung stehen. Wie Schulleiterin Birgit Hacker mitteilt, sei man an Lösungen dran.

Aufgrund eines Wasserschadens können die Räume des Gymnasiums zum Schulbeginn am Montag nicht genutzt werden. Der Landkreis Rostock als zuständige Schulbehörde hatte mitgeteilt, dass der Schulbetrieb in den ersten zwei Wochen entfalle. Ausnahme bilden die 12. Klassen.

Bildergalerie vom Unwetter in Bad Doberan:

Starker Regen hat am Mittwochabend für chaotische Verhältnisse in Bad Doberan gesorgt. Die Feuerwehr musste etliche Keller auspumpen, Straßen waren überflutet.

Die Schule gleicht derzeit einer Baustelle: Tische und Stühle sind aufeinandergestapelt, blaue Schläuche schlängeln sich durch den Chemieraum im Erdgeschoss. Letztere schrauben Ronald Reddig und Reiko Fleischer von der Firma Siccum Trocknungs GmbH auch im Klassenraum nebenan zusammen. Sie sind Teil der Trocknungsanlage, die im Erdgeschoss installiert wird. Denn hier soll das Wasser am 31. Juli bis zu 20 Zentimeter hoch gestanden haben. Sintflutartige Regenfälle am Abend hatten die Stadt unter Wasser gesetzt, 80 Keller waren vollgelaufen.

80 Feuerwehreinsätze am Abend des Starkregens

„Wasser im Foyer“ war an dem Abend als Notruf bei der Leitstelle des Landkreises Rostock eingegangen. Bei den 80 Einsätzen waren neben der Bad-Doberan-Feuerwehr auch viele aus dem Umkreis im Einsatz, am Gymnasium die freiwillige Wehr aus Kühlungsborn. Lehrer, Eltern, Schüler – „es haben alle geholfen, das Wasser zu beseitigen“, schildert Anja Kerl, Schuldezernentin im Landkreis Rostock.

Wasserschaden im Erdgeschoss des Gymnasiums Bad Doberan: Material aus den Unterrichtsräumen ist im Foyer zwischengelagert. Quelle: Anja Levien

Die Schäden und deren Folgen können noch nicht vollends beschrieben werden. „Wir sind noch bei der Bestandsaufnahme“, sagt Anja Kerl. Eines ist am späten Donnerstagnachmittag aber klar: Ein Schulbetrieb ist hier erst einmal nicht möglich. „Die elektrische Anlage hat möglicherweise Schäden genommen. Es gibt keine Freigabe, dass das Gebäude gefahrlos genutzt werden kann.“

934 Schüler am Gymnasium

Schulleiterin Birgit Hacker bittet im Interesse der Sicherheit um Verständnis. „Wir sind dabei, Lösungen zu suchen, die vielleicht nächste Woche schon greifen werden“, sagt die Schulleiterin. Sobald es Neuigkeiten gebe, werde auf der Schulhomepage informiert. So einen enormen Wasserschaden durch Regen habe es an der Schule bisher nicht gegeben.

„Uns hat die Nachricht der Schließung für zwei Wochen überrascht“, sagt Ruth Konarski, Mitglied im Vorstand der Elternvertretung und des Schulvereins. „Aber ich bin sicher, dass die Schulleitung und das Kollegium alles gründlich abgewogen und verantwortungsbewusst entschieden haben.“ Die Mutter einer Zwölftklässlerin hoffe, dass die entstandenen Schäden zügig beseitigt werden können. „Es ist nicht möglich, ein Ausweichquartier für alle 934 Schüler und 75 Lehrkräfte zu finden“, sagt Ruth Konarski. Ab Jahrgangsstufe sieben wird hier unterrichtet.

Unterricht für Abiturjahrgang im Nebengebäude

Einzig für den Abiturjahrgang sind am Montag die Ferien zu Ende. Der Unterricht findet in den Räumen des ehemaligen Amtsgerichts statt. Diese mietete der Landkreis Anfang 2017 an, weil mehr Räume benötigt wurden.

Wichtig sei laut Ruth Konarski auch zu klären, was getan werden kann, damit sich so ein Schaden durch Starkregen nicht wiederhole. Bürgermeister Jochen Arenz hat daher eine Expertenrunde einberufen, die über den Hochwasserschutz in der Stadt berät. Der Wasser- und Bodenverband habe bereits an einem Konzept gearbeitet. „Die Ergebnisse der Runde werden wir bei einer Einwohnerversammlung vorstellen“, sagt Jochen Arenz.

Von Anja Levien

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