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Bad Doberan Land und Wehren müssen reden!
Mecklenburg Bad Doberan Land und Wehren müssen reden!
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15:38 28.01.2019
Der Bürgermeister von Kröpelin Thomas Gutteck (l.) und der Wehrleiter der Gemeindefeuerwehr Kröpelin, Raik Meißner, zeichneten die Firma Hinrichs Pflanzenhandel GmbH Ute Hinrichs und ihren Vater Volker Hinrichs als Förderer der Feuerwehr aus. Quelle: Sabine Hügelland
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Kröpelin

2018 war ein Jahr mit 50 Einsätzen für die Gemeindefeuerwehr Kröpelin. Wie Gemeindewehrführer Raik Meißner zur Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonnabend bekannt gab, rückten die Kameraden zu 19 Bränden, 30 technischen Hilfeleistungen und einer Übung aus. Das Jahr zeigte jedoch auch Schwachpunkte auf „an denen wir noch feilen müssen“, wie Meißner sagte. In Kröpelin geht es wie in vielen anderen Wehren, um das Problem der Einsatzbereitschaft und der Ausrückstärke während der Erntezeit, die Anzahl der Atemschutzträger sowie weiterer Modernisierungen der Ausrüstung. Der Landkreis sollte mehr Mittel für die Förderung der Wehren einstellen, war seine Bitte.

Innenminister Lorenz Caffier ließ Grußworte übermitteln, in denen er die Arbeit der Wehren lobte und über zusätzliche Investitionen für die kommenden fünf Jahre informierte.

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Rechnerisch fehlen bis zu 30 Kameraden

136 Mitglieder stark ist die Gemeindewehr, wovon 75 aktiv dabei sind. 26 Mitglieder gibt es in der Jugend-, 21 in der Ehrenabteilung und zehn fördernde Mitglieder. Zwei Kameraden konnten aus der Jugend in den aktiven Dienst wechseln. „Zwei weitere werden folgen“, so der Gemeindewehrführer. „Diese Entwicklung kann uns aber nicht zufrieden stellen, denn rein rechnerisch betrachtet, fehlen uns bis zu 30 Kameraden, um die Einsatzbereitschaft deutlich zu verbessern“, so Meißner. Die Einsatzbereitschaft hängt auch von der Verfügbarkeit und Ausbildung ab. „Eine Verfügbarkeit ist jedoch an Lehrstellen, Arbeitsplätzen, Wohnraum und Attraktivität gebunden und da kommt auch die Politik ins Spiel, die noch zu wenig macht“, sagte er: „Nur mit warmen Worten und einem feuchten Händedruck kommt niemand in die Feuerwehren“. Dennoch konnten die Kröpeliner im Bereich Ausbildung einen großen Schritt nach vorn machen. „Elf Kameraden absolvierten die Truppmann-Prüfung. Neun den Sprechfunkerlehrgang, drei den Lehrgang technische Hilfeleistung, eine Kameradin den Lehrgang Atemschutz und drei den Truppführerlehrgang.“ An diesen Umfang müsse in Zukunft festgehalten werden, um die Qualität bei den Einsätzen auch halten zu können, machte er klar.

„In diesem Jahr werden in der ersten Jahreshälfte drei Kameraden die Truppmannprüfung, einer Sprechfunk, einer Motorkettensäge, einer Maschinist, zwei Truppführer, einer Gerätewart, einer Gruppenführer, einer Verbandsführer und sieben den Lehrgang Atemschutzgeräteträger absolvieren“, so Meißner. „Wir können euch versichern, dass wir mit Hilfe der Stadt vieles im Bereich der Ausrüstung erneuern und die Umstellung auf die neue Einsatzbekleidung fast abschließen konnten.“ Auch das Thema eines neuen Fahrzeuges träfe in den Gremien der Stadt nicht auf taube Ohren. Jedoch gilt es noch geduldig zu sein. Die Ausgaben sind hoch.

Meißner bemängelte jedoch die Zusammenarbeit auf Landesebene. Immer noch träfe vieles dort auf taube Ohren. So Themen die Anerkennung der Dienstzeit auf die Renten, Anerkennung von Krebserkrankungen als Berufserkrankung, Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Angehörige von Feuerwehren in ländlichen Gebieten und die angemessene Förderung von Unternehmern, die ihre Mitarbeiter für Einsätze und Lehrgänge frei stellen. Er appellierte an die Politiker und den Landesfeuerwehrverband sich mit den Wehren an einen Tisch zu setzen, weil Ehrenamtskarte und anderes nicht ausreichen, um die Einsatzbereitschaft zu erhöhen. „Genausowenig bringt ein neues Löschfahrzeug, wenn niemand da ist, der es bedienen kann.“

Die Stadt unterstützt die Wehr kräftig

Die Stadt Kröpelin jedoch unterstützt die Wehr kräftig. Bürgermeister Thomas Gutteck (parteilos) und Stadtvertretervorsteher Veikko Hackendahl (CDU) überreichten elf sogenannte Totmannwarner an die Wehr. Des Weiteren Bücher in denen die Atemschutzgeräteträger ihre Einsätze und Belastungen eintragen, um eventuelle gesundheitliche Folgen nachvollziehen zu können. „Stadt und Wehr arbeiten aktiv zusammen“, so Gutteck. „Wünsche werden detailliert erläutert.“ Mehr als 200 000 Euro flossen im vergangenen Jahr in die Wehren und auch in diesen Jahr wird ordentlich investiert.

Hinrichs Pflanzenhandel wurde von Thomas Gutteck und Raik Meißner mit einer Plakette und einer Urkunde geehrt. „Wir unterstützen die Sicherstellung der örtlichen Brandschützer“, sagte Senior Volker Hinrichs, der mit seiner Tochter Ute Hinrichs geladen war. „Schon meine Großeltern und meine Eltern hatten eine Verbindung zur Wehr und auch ihnen war das wichtig. Das möchten wir aufrechterhalten.“

Immer wieder lobend erwähnt wurde der im vergangenem Jahr neu gegründete Feuerwehrverein, der bereits etliche Unternehmungen durchführte um die Gemeindewehr damit zu unterstützen. Auch in diesem Jahr ist einiges geplant.

Für 40 Jahre im Dienst der Feuerwehr wurden auf dem Jahresempfang der Gemeindefeuerwehr Kröpelin Sieghart Schümann, Clemens Lattki und Herbert Both ausgezeichnet. Quelle: Sabine Hügelland

Sabine Hügelland

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