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Bad Doberan So schön war der Weihnachtsabend in Bad Doberan
Mecklenburg Bad Doberan

Weihnachtsabend in Bad Doberan

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13:41 22.12.2019
Anne Ruß hängt einen Wunsch an den Tannenbaum beim Weihnachtsabend in der alten Klostervogtei. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

„Gemütlich“, „besinnlich“, „ruhig“ – so beschreiben die Besucher den Weihnachtsabend in der alten Klostervogtei. Es ist das erste Mal, dass Doberaner und Gäste vor Weihnachten zwischen Marstall und Hengstenstall im Klostergelände zusammenkommen, klönen und singen. Besondere Höhepunkte am Sonnabend: Open-Air-Kino, das erste Doberaner Weihnachtssingen sowie die Nachtwanderung.

Anne Ruß steht am beleuchteten Tannenbaum und hängt ein Papierherz mit ihrem Wunsch ran. Bürgermeister Jochen Arenz hatte zuvor aufgerufen, den „Wunschbaum“ zu schmücken. „Es ist sehr schön hier, ganz niedlich“, sagt die 29-Jährige zur Veranstaltung. Der Rostocker Weihnachtsmarkt sei ihr zu groß, zu viel Kommerz. „Hier ist es sehr weihnachtlich.“

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Weihnachtsabend mit Unterstützung der Vereine

Das war auch die Intention von Sabrina Lenter, die die Idee für den Weihnachtsabend hatte. „Ich komme aus dem Vorharz, bin 2003 hergekommen und mir haben die beschaulichen Märkte im Harz gefehlt. Als ich mit meinem Laden in den Marstall gezogen bin, habe ich überlegt, hier kann man bestimmt Weihnachten feiern“, erzählt sie.Ihre Idee fand Anklang und zusammen mit Jeannette Polzin, Torsten Schellin vom Kino- und Kulturverein Bad Doberan und der Stadt wurde der Abend organisiert, an dem sich Doberaner Vereine beteiligten.

Rainhard Firzlaff (v.l.) vom Klosterverein erläutert Steffen und Romy Giese sowie Ulrich und Edeltraud Ludwig das Klostermodell im Besucherzentrum. Quelle: Anja Levien

So stehen Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan im Besucherzentrum Frage und Antwort und führen durch die Backhausmühle. Romy und Steffen Giese aus Sievershagen waren ein Jahr nicht auf dem Klostergelände und sind beeindruckt, was aus dem Marstall geworden ist. „Es ist toll, dass das Gebäude wieder aufgebaut wurde“, sagt Romy Giese. Und auch der Weihnachtsabend überzeugt. „Man kann nichts Besseres machen, als einen kleinen unauffälligen Weihnachtsmarkt. Das bleibt hoffentlich so“, ergänzt Steffen Giese.

Auch Dieter und Marga Fümel sind beeindruckt. Die Eltern der Initiatorin Sabrina Lenter fühlen sich heimisch. „Es gefällt uns sehr gut hier“, sagen sie.

Der Feuerwehrverein bietet unter anderem Grünkohl an, der Doberaner Fußballclub verkauft Getränke, die Läden im Marstall und das Torhauscafé haben geöffnet. Lichterketten, Kerzen und Feuerschalen sind auf dem Gelände verteilt. Arrangements von Stroh, Holz und Tannengrün machen den Platz gemütlich. Am Hengstenstall stehen Bilder aus Märchen: Frau Holle, Rotkäppchen, Sterntaler.

Am Sonnabend fand der erste Weihnachtsabend in der alten Klostervogtei statt.

Theaterstück der Christlichen Münsterschule

Auf der kleinen „Bühne“ vorm Marstall steht ein Sessel, zwei Stühle, ein kleiner Tannenbaum. Die Theater AG der Christlichen Münsterschule zeigt das Stück „Die Weihnachtsmütze“. „An vier Freitagen haben wir dafür geübt“, erzählt Finja nach der Vorstellung. Der Neunjährigen macht das Theaterspielen Spaß. „Ich finde, ich kann es ganz gut, deshalb mache ich es“, sagt sie. „Es ist toll, dass man andere Rollen spielen kann“, sagt Imke. Zusammen mit Charlotte, Marlene, Paulina und Karlotte führten die beiden das Stück auf. Für den Part des Hundes musste Lehrerin Sandra Neumann einspringen. Zum Abschluss des Stückes sangen sie „Weihnachten in Familie.“

Blasorchester begleitet Weihnachtssingen

Weihnachtssingen am Weihnachtsabend in der alten Klostervogtei Bad Doberan. Quelle: Anja Levien

Familiär und weihnachtlich verläuft der gesamte Abend. Beim ersten Doberaner Weihnachtssingen werden bei „Stille Nacht, Heilige Nacht“ die Wunderkerzen angezündet. Das Doberaner Blasorchester begleitet den Chor. Auf großer Leinwand wird der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gezeigt. An den Verkaufsständen bilden sich lange Schlangen, alle warten geduldig, nutzen die Zeit für Gespräche. Der Wunschbaum füllt sich. Gesundheit, Harmonie, ein Teddybär, ganz viel wertvolle Familienzeit lauten einige Wünsche.

An der Nachtwanderung übers Klostergelände mit Martin Dostal als Hauptmann mit der Laterne nehmen 20 Männer, Frauen und Kinder teil. Sie erfahren unter anderem, dass es mal ein Schloss gab, da wo jetzt das Amtshaus ist, und das in der Backhausmühle früher Brauerei, Brennerei und Mälzerei untergebracht waren.

Der Wunsch von Sabrina Lenter geht auf. Sie hatte zur Begrüßung gesagt: „Lasst uns einfach den Abend zusammen genießen und auf das Weihnachtsfest einstimmen.“

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Von Anja Levien

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