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Bad Doberan So schön feiert Wichmannsdorf seine Geschichte
Mecklenburg Bad Doberan So schön feiert Wichmannsdorf seine Geschichte
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10:02 01.09.2019
Bei hochsommerlichen Temperaturen führte der Umzug einmal durch das Dorf. Quelle: Cora Meyer
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Wichmannsdorf

Ausgerechnet den Tag des großen Jubiläums hatte sich der jüngste Wichmannsdörfer ausgesucht, um auf die Welt zu kommen. „Unser Enkel ist heute morgen geboren worden“, erzählen Lothar und Roswitha Dietze. Oma und Opa vertreten deshalb am Samstag auf dem Fest zum 800. Jubiläum des Dorfes ihren Sohn: Sie betreuen den Bastelstand für Kinder. „Es wäre doch schade, wenn das ausfällt“, sagt Lothar Dietze.

Historische Kostüme aus dem Theater

Den Auftakt für das Festwochenende bildete ein Umzug, an dem sich auch der Mühlenverein beteiligte. Viele Einwohner hatten sich dafür historische Kostüme angezogen. „Damit wollen wir die lange Geschichte des Ortes unterstreichen“, sagt der Ortsratsvorsitzende Jürgen Lieske. Er ist auch Vorstandsmitglied der „Initiative für Wichmannsdorf“. Der Verein, dem 48 Mitglieder angehören, stellt Feste und Veranstaltungen in dem kleinen Ort auf die Beine und hat auch das Jubiläumsfest organisiert. Jürgen Lieske führte den Festumzug an – stilecht verkleidet mit Frack und Zylinder. „Die Sachen stammen aus dem Fundus des Volkstheaters Rostock.“ Dort werden immer wieder alte Kostüme verkauft, „und da haben wir uns eingekleidet.“ Mit Kopftuch und Leinenrock passt auch Sabine Korn-Luick ins historische Bild. Sie kommt vom Bodesee, besucht Verwandte in Wichmannsdorf und hat ihren Urlaub extra für das Fest verlängert. „Ich finde so eine Dorfgemeinschaft toll, wenn viele zusammen etwas auf die Beine stellen“, sagt sie.

Am Wochenende begingen die Wichmannsdörfer und ihre Gäste den Jahrestag mit einem Dorffest.

Bekannter Musiker tritt auf

Vor knapp einem Jahr haben die Mitglieder der „Initiative für Wichmannsdorf“ begonnen, sich erste Gedanken darüber zu machen. Im Frühjahr wurde es dann konkret. „Vor fünf Jahren haben wir den 795. Geburtstag gefeiert. Allerdings viel kleiner. Das war quasi die Generalprobe“, sagt Jürgen Lieske. „Und da haben wir gesagt: ,Zum 800. machen wir etwas Großes, mit Festzelt und Künstlern.“

Der Start des Festes am Samstag ist seiner Meinung nach gelungen. „Wir wussten ja nicht, wie viele kommen würden. Nun sind es schon etwa 150 Leute. Damit sind wir tendenziell sehr zufrieden.“ Das ist auch Ingrid Schwarzer. 22 Jahre lang lebte sie in Wichmannsdorf, ist erst 2018 von hier weggezogen. Extra für das Fest ist sie mit einer Bekannten aus Bentwisch hergekommen. Ingrid Schwarzer trifft alte Bekannte und schaut „mal nach dem Rechte“, wie sie sagt. „Das Fest ist prima.“

Die Legende um den Dorfteich

Einst kam zur Winterszeit ein armer Mann zum Gutshof und bat die Frau um ein Ei. Sie war ein geiziges Weib und erwiderte, sie habe keine Eier. Sie sagte: „Wenn ich welche habe, will ich gleich mit meinem Hof in die Erde sinken.“ Der Mann ging. Als er schon eine Strecke gelaufen war, fiel ihm ein, dass er seine Handschuhe auf einem Stuhl vergessen hatte. Er kehrte um. Aber an der Stelle, an der der Hof gestanden hatte, fand er nur noch einen Teich, auf dem neben einer Tonne mit Eiern auch ein Stuhl schwamm, an dem seine Handschuhe hingen.

Jürgen Lieske selbst freut sich vor allem auf den Auftritt des bekannten Musikers Andreas Pasternack am Samstagnachmittag. „Ich bin ein kleiner Fan“, sagt er. Zu seinem 70. Geburtstag habe seine Frau den Sänger und Saxofonisten engagiert. „Das war eine Riesenüberraschung.“ Auch in der Mühle in Kröpelin sei Pasternack schon aufgetreten. „Und da haben wir ihn eben gefragt, ob er hier spielen würde.“

Anbau am Backhaus soll im Herbst fertig sein

Zur Verpflegung haben die Einwohner selbst gebackenen Kuchen gespendet. „Normalerweise würden wir den ja selbst in unserem Backhaus backen“, sagt Jürgen Lieske. Aber das sei komplett ausgelastet gewesen. 280 Brötchen und mehrere Brote haben Bärbel Altenburg und Joachim Müller hier am morgen in den Ofen geschoben und wieder herausgeholt. Von 7 bis um 12 Uhr standen sie dafür in dem kleinen Backhäuschen. Am Nachmittag wurden dort dann auch noch zwei Spanferkel knusprig gebraten.

„Eigentlich hatten wir gehofft, dass derAnbau des Backhauseszum Fest fertig ist“, sagt Bärbel Altenburg, Mitglied des Vorstands der „Initiative für Wichmannsdorf“. Das sei leider nicht ganz gelungen, die Handwerker seien überlastet. „Im Herbst soll es aber soweit sein“, sagt Jürgen Lieske. Der Grund für den Anbau ist schlicht Platzmangel. „Das Backhaus ist am rande seiner Kapazitäten.“ Alle 14 Tage, wenn der kleine Ofen glüht, drängen sich Besucher in dem Häuschen. „Wir brauchen den Platz aber zum Backen“, sagt Bärbel Altenburg. Deshalb werden nun die beiden Fenster und die Türen des bisherigen Gebäudes herausgenommen. Durch die Öffnungen können die Besucher aus dem Anbau zugucken und ihren Kuchen bestellen. „Den können Sie dann auch bei schlechtem Wetter hier verzehren.“

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Die spannende Geschichte von Wichmannsdorf

Über die Autorin

Von Cora Meyer

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